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Koblenz

Organspende: Evangelischer Stift des Koblenzer Gemeinschaftsklinikums für Spitzenwert geehrt

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat das Evangelische Stift des Koblenzer Gemeinschaftsklinikums für sein Engagement in der Organtransplantationsmedizin ausgezeichnet.

Prof. Dr. Ralph Naumann (Mitte) nahm die Auszeichnung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) im Beisein ärztlicher Kollegen und von Vertretern der DSO entgegen. Zu den Gratulanten gehörte auch die Landesgesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (vorn rechts).
Prof. Dr. Ralph Naumann (Mitte) nahm die Auszeichnung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) im Beisein ärztlicher Kollegen und von Vertretern der DSO entgegen. Zu den Gratulanten gehörte auch die Landesgesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (vorn rechts).
Foto: Annette Hoppen

Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Thomas Bieth, kaufmännischer Vorstand der DSO, nun die Urkunde an den ärztlichen Direktor des Stifts, Prof. Dr. Ralph Naumann.

Nur vordergründig steht bei dieser Ehrung die Statistik im Raum, betonte Bieth. 18 Organentnahmen wurden in der Koblenzer Klinik im vergangenen Jahr durchgeführt. Das ist ein Spitzenwert – nicht nur in Rheinland-Pfalz. Doch viel wichtiger sei das Engagement der Klinikmitarbeiter, die diese Zahl erst möglich gemacht haben, wie der DSO-Vertreter unterstrich. Dieses Engagement fange keineswegs mit der Organentnahme an, sondern beinhalte vielmehr in erster Linie einen behutsamen und einfühlsamen Umgang mit den Angehörigen. In diesem Bereich leiste das Koblenzer Stift schon seit Jahren vorbildliche Arbeit.

Dieses Engagement lobte auch die neue rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die ebenfalls zur Feierstunde gekommen war. Sie erinnerte an die Manipulationsfälle in der Transplantationsmedizin, die 2012 die Öffentlichkeit aufgeschreckt hatten. In der Folge habe es einen deutlichen Einbruch bei den Zahlen von Organspendern gegeben. "Unser Bestreben muss es sein, wieder mehr Vertrauen zu schaffen", sagte Bätzing-Lichtenthäler. Auch in diesem Bereich leiste das Stift auf der Arztebene, aber auch auf der des Pflegepersonals sehr gute Arbeit.

Dr. Andreas Molitor, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie, hob im Anschluss hervor, dass er für die Begegnung mit Angehörigen von Verstorbenen und Hirntoten kein Patentrezept parat hat. "Es gibt keine App für diese Gespräche", konstatierte der Mediziner, der auch betonte: "Wir versuchen auch nie, Angehörige zu überreden, einer Organentnahme zuzustimmen. Denn die Angehörigen müssen mit dieser Entscheidung weiterleben. Sie muss also belastbar, valide und ehrlich sein." Dass die Zahl der Organentnahmen im Stift auch 2013 deutlich höher lag als in vielen anderen Kliniken, führt Molitor auf die empathische Angehörigenbetreuung zurück, "die bei uns dann beginnt, wenn die Patienten durch die Tür rollen und hier aufgenommen werden". In diesem Zusammenhang zollte Molitor dem gesamten Team der Intensivstation des Stifts seinen Respekt. Insbesondere die Pflegekräfte leisteten hier im Bereich des Angehörigenkontaktes eine menschliche Arbeit von unschätzbarem Wert. Dass Gleiches aber auch für die Ärzte gilt, daran ließ ein Ehepaar keinen Zweifel, das im vergangenen Jahr die Tochter durch eine Hirnblutung verloren hat. "Es waren das einfühlsame Gespräch und das Vertrauen in Dr. Molitor, die uns die Entscheidung, die Organe unserer Tochter für eine Spende freizugeben, erleichtert hat", erklärten die Eltern in einem bewegenden Interview.

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