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Koblenz

Einsturzgefahr: "Koblenzer Hof" wird monatelang leerstehen

Der "Koblenzer Hof" wird zur Großbaustelle: Nachdem das frühere Grandhotel am Rheinufer am Freitag wegen Einsturzgefahr kurzfristig geräumt wurde, steht nun fest, dass es grundlegend saniert werden muss. Erst danach können die rund 160 Mitarbeiter des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), die dort ihren Dienstsitz haben, zurückkehren.

Wird lange leer stehen: der "Koblenzer Hof".
Wird lange leer stehen: der "Koblenzer Hof".
Foto: Denise Hülpüsch

"Das wird sich bestimmt über ein Jahr hinziehen", sagt Christoph Strohschneider, Leiter der Abteilung Bundesbau der Oberfinanzdirektion Koblenz, die auf Landesebene für die Bundesimmobilien zuständig ist.

Bau ruht auf rostigem Stahl

Bei der Erstellung eines Gutachtens Anfang Dezember war aufgefallen, dass die Tragsicherheit des fast 100 Jahre alten Prachtbaus nicht mehr gegeben ist: Die Stahlkonstruktion, auf der das Gebäude ruht, ist rostig und könnte bei einem Erdbeben zusammenbrechen. Teile des früheren "Grand Hotel Esplanade-Bellevue" würden dann einstürzen, aber nicht der ganze Bau – weshalb die Straße davor auch nicht gesperrt werden muss. Dennoch: Das Risiko ist groß. Die Mitarbeiter konnten noch ihre persönlichen Gegenstände einpacken, dann mussten sie raus.

Dass es Probleme mit der Statik des imposanten Gebäudes gibt, wurde schon länger befürchtet, räumt Strohschneider ein. Schließlich werden sämtliche Bundesgebäude regelmäßig begangen und überprüft. Warum also hat man es so weit kommen lassen, dass eine Behörde Hals über Kopf ihren Sitz verlassen muss? "Wir sind abhängig von den Mitteln, die das Verteidigungsministerium als Eigentümer des Gebäudes zur Verfügung stellt", sagt Strohschneider.

Der "Koblenzer Hof" habe bisher nicht ganz oben auf der Prioritätenliste gestanden. Ein Sanierungsplan sei aber bereits in Arbeit gewesen, das Gutachten, das jetzt den desolaten Zustand aufgedeckt hat, war bereits Teil dieses Konzepts.

Die Bediensten des BWB haben am Montag im Bundesbehördenhaus und in einer Liegenschaft des Bundes im Rauental eine neue Bleibe gefunden – vorerst zumindest. "Wo zwei Mitarbeiter saßen, sitzen jetzt vier, das geht natürlich nicht auf Dauer", sagt ein Sprecher des BWB. Die Behörde ist nun fieberhaft auf der Suche nach einer mittelfristigen Lösung, bis der "Koblenzer Hof" wieder bezogen werden kann. Auf den Geländen der Falckenstein- und der Gneisenau-Kaserne sollen Räume geprüft werden. "Im Moment ist für uns vor allem wichtig, dass unsere Mitarbeiter schnell wieder arbeitsfähig sind", heißt es beim BWB.

Wie wird das Inventar geborgen?

Wann Computer, Akten und Einrichtung aus dem "Koblenzer Hof" geholt werden können, ist noch offen – schließlich ist der Bau einsturzgefährdet. "Das ist zunächst der schwierigste Teil", sagt der Strohschneider. Das Risiko liege beim Nutzer, also beim BWB. Ein Unternehmen, das die Sachen rausholt, müsste über die Gefahr unterrichtet werden.

Bei einer Sitzung von BWB, Wehrbereichsverwaltung, der Abteilung Bundesbau und dem Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) wurde am Montag zunächst beschlossen, dass der LBB mit externen Experten Sanierungsvorschläge erarbeitet. "Allein das wird ein paar Monate dauern", vermutet Strohschneider. Dazu kommt dann noch die eigentliche Sanierung, finanziert vom Verteidigungsministerium. Für Dienstag ist eine Begehung geplant.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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