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    Berlin/Koblenz

    „Ebola-Kämpfer“: Koblenzer Kommando steuert den Einsatz

    Die Ebola-Epidemie in Afrika versetzt mit ihren apokalyptischen Szenarien die westliche Welt in Alarm. Plötzlich muss es auch für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ganz schnell gehen.

    Das in zwei Koblenzer Kasernen untergebrachte Kommando Sanitätsdienst bereitet den freiwilligen Ebola-Einsatz in Westafrika vor.  Foto: Thomas Frey
    Das in zwei Koblenzer Kasernen untergebrachte Kommando Sanitätsdienst bereitet den freiwilligen Ebola-Einsatz in Westafrika vor.
    Foto: Thomas Frey

    Von unserer Redakteurin Ursula Samary

    Ihr Tempo mit morgendlichem Interview im Frühstücksfernsehen und dem plötzlich angekündigten Tagesbefehl zur Mittagszeit erwischt das Koblenzer Kommando Sanitätsdienst jedenfalls ohne längere Vorwarnung: Es ist plötzlich die zentrale "Task Force Ebola". Bei ihm soll sich freiwilliges Fachpersonal - vom Arzt bis zum Techniker für den Betrieb einer Krankenstation - jetzt melden.

    Von der Leyen: Ebola nimmt globale Dimensionen an

    Nach den Worten der Ministerin gefährdet die Epidemie "nicht nur die Sicherheit und Stabilität Westafrikas, sondern nimmt eine globale Dimension an. Wir sind jetzt alle gefragt, schnell und wirkungsvoll zu helfen." Deshalb appelliert sie an Soldaten wie auch an zivile Mitarbeiter der Bundeswehr, sich freiwillig für die außergewöhnliche Aufgabe zu melden. Die erste Resonanz, sprich der Informationsbedarf, scheint riesig zu sein: Die vom Verteidigungsministerium angegebene Koblenzer Telefonnummer 0261/8962-7231 ist sofort pausenlos besetzt.

    Von der Leyen verspricht Freiwilligen, dass sie vor einem Abflug ins Krisengebiet ein vollständiges Bild darüber erhalten, "was Sie vor Ort erwartet". Die medizinische Vorsorge (auch Impfungen beispielsweise) und einen finanziellen Ausgleich will sie garantieren, ebenso gründliche Informationen, wie jemand als Arzt oder Helfer mit der Seuche umzugehen hat. Im Notfall soll sich jeder darauf verlassen können, nach Deutschland zurückgeholt zu werden, wenn er sich selbst infiziert.

    Deutliche Ansage

    Die Ansage ist deutlich. Aber die Bedingungen für den nicht unbedingt klassischen Bundeswehreinsatz muss das Kommando in Koblenz erst noch schaffen, sprich auch klären, welche Bedingungen sich vor Ort stellen. Deshalb ist wenige Stunden nach von der Leyens Aufruf bei der Bundeswehr noch nicht zu erfahren, bei welchem Regiment möglicherweise "Ebola-Kämpfer" für Afrika geschult werden. Beispielsweise ist das Lazarettregiment 21 in Rennerod/Westerwald stationiert. Noch ist nichts entschieden. Alle Strukturen für die gesamte Vorbereitung müssen noch aus dem Boden gestampft werden.

    Offen ist derzeit, ob Freiwillige der Bundeswehr ein mobiles Krankenhaus mit mehr als 200 Betten und zwei Basis-Gesundheitsstationen in Westafrika komplett betreiben oder gemeinsam mit Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und dem Deutschen Roten Kreuz tätig werden. Beide Modelle gelten als Option, zumal noch niemand weiß, wie viele Freiwillige sich mit welcher Ausbildung bei der Task Force Ebola melden. Die Luftwaffe verfügt selbst über keine Flugzeuge, die Infizierte nach Deutschland bringen können. Aber diese Leistung lasse sich problemlos anmieten, wie es heißt.

    Vier Wochen Vorlaufzeit

    Ministerin von der Leyen spricht von einer notwendigen Vorlaufzeit von vier Wochen. Da es für einen Einsatz gegen eine Seuche wie Ebola keine festen Einheiten in der Bundeswehr gibt, setze sie auf Freiwilligkeit, sagte ihr Sprecher Jens Flosdorff. Von der Leyen, die selbst Ärztin ist, erklärt auf die Frage, ob sie selbst zur Hilfe in der Krise bereit wäre: "Das ist eine Frage, die ich unterm Strich, wenn ich wüsste, dass ich geschützt bin, mit Ja beantworten könnte."

    Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika starben in den drei am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2630 Menschen an dem Virus. Die WHO geht aber auch davon aus, dass die tatsächlichen Opferzahlen noch weit über den erfassten 5500 Infizierten und 2630 Toten liegen. Seit Wochen ruft auch Ärzte ohne Grenzen um mehr Hilfe, um die Seuche eindämmen zu können. Jetzt hat die Alarmstimmung auch die deutsche Regierung erreicht.

    Daten und Fakten: Ebola, die tückischen Seuche in Westafrika Ebola: Der Kampf ist noch nicht gewonnen Bundeswehr startet ersten Ebola-HilfsflugEbola: Viele Bundeswehrsoldaten wollen helfenBundeswehr-Sanitätsdienst: Ebola-Ausbruch ist «Ausnahmesituation»weitere Links
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