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Alken

1000. Jahrestag: Geschichte der Michaelskirche wurde beleuchtet

Die älteste urkundliche Erwähnung der St. Michaelskirche in Alken geht auf das Jahr 1015 zurück. Damit ist sie eine der ältesten Sakralbauten an der Mosel, die obendrein noch gänzlich erhalten geblieben ist. Mit einem feierlichen Pontifikalamt, das der Trierer Bischof Stephan Ackermann in der voll besetzten Alkener Pfarrkirche hielt und einer anschließenden Prozession zur Michaelskirche, feierte die Gemeinde am gestrigen Pfingstmontag nun das 1000-jährige Bestehen dieses kunsthistorischen Kleinods.

Zusammen mit zahlreichen Gläubigen besuchte Bischof Stephan Ackermann nach der Prozession die St. Michaelskirche in Alken und sah hier eine Multimedia-Präsentation zu deren 1000-jähriger Geschichte.  Foto: Peter Karges
Zusammen mit zahlreichen Gläubigen besuchte Bischof Stephan Ackermann nach der Prozession die St. Michaelskirche in Alken und sah hier eine Multimedia-Präsentation zu deren 1000-jähriger Geschichte.
Foto: Peter Karges

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

Bischof Ackermann betonte in seiner Predigt, dass man in Alken Stolz auf diese Kirche sein könne, aber dass der Glaube gerade heutzutage auch von innen heraus gelebt werden müsse. Auch Landrat Alexander Saftig ging in seiner Ansprache nicht nur auf die reiche Vergangenheit der Kirche ein, sondern richtete ebenfalls den Blick in Gegenwart und Zukunft. "Zu unserer Kultur gehört der christliche Glaube. Wir sind froh, dass wir ihn haben, und wir wollen ihn auch noch in 1000 Jahren haben", hob Alexander Saftig hervor.

Die Historie der Michaelskirche beleuchtete sehr eindrucksvoll eine Filmdokumentation von Thomas G. Willberger, die im Anschluss an die Prozession in dem altehrwürdigen Gotteshaus gezeigt wurde. Geschickt verknüpft der Film von Willberger dabei innerhalb der 1000-jährigen Zeitreise die große Weltgeschichte mit den Geschehnissen in Alken. So schildert der Film beispielsweise, dass der Legende nach der heilige Michael im 14. Jahrhundert über der Kirche erschienen sei, als die Pest an der Mosel wütete.

Wie schlimm diese und andere Seuchen der Bevölkerung zusetzten, zeigt dabei nicht zuletzt das Beinhaus der Michaelskirche, das voll mit Skeletten von Toten sein soll, die im 14. Jahrhundert wahrscheinlich an der Pest oder den Pocken gestorben sind. Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen kann man dabei in den Fresken der Michaelskirche im Chor genau nachlesen, vor allem seine Ausrichtung auf das Jenseits. Dargestellt ist unter anderem das Weltgericht mit Christus in der Mitte, links davon führt der heilige Michael dabei die Toten in den Himmel, rechts fahren die Verdammten in die Hölle hinab.

Der Film bleibt allerdings keineswegs im Mittelalter stecken, sondern begleitet die Geschichte Deutschlands, Alkens und der Kirche bis in die Gegenwart. So wird unter anderem der Samba-Express erwähnt – ein Zug, der in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg Tagestouristen von Frankfurt an die Mosel brachte. Ebenso angeführt wird die Gründung der Michaelsbruderschaft 1981 oder das Engagement des 2001 verstorbenen Pfarrers Maximilian Langen. Auf dessen Initiative gehen mehrere in Südtirol geschnitzte Flügelaltäre der Kirche zurück. Der Film "Zeitreise – 1000 Jahre alte St. Michaelskirche zu Alken" soll künftig auch während der Öffnungszeiten der Kirche, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr, gezeigt werden.

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