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    Rhein-Hunsrück-Kreis: Fast ein Drittel verdient miserabel

    6505 Vollzeitkräfte im Rhein-Hunsrück-Kreis verdienen miserabel. Sie arbeiten nach einer aktuellen Erhebung des DGB für einen Niedriglohn. Im Jahr 2010 traf dies für fast ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten zu, nämlich für 29,1 Prozent – Auszubildende nicht mitgezählt. Auch qualifizierte Arbeitskräfte im Kreis erhalten häufig nur einen mickrigen Lohn, teilt der DGB Rheinhessen-Nahe mit.

    Rhein-Hunsrück - 6505 Vollzeitkräfte im Rhein-Hunsrück-Kreis verdienen miserabel. Sie arbeiten nach einer aktuellen Erhebung des DGB für einen Niedriglohn. Im Jahr 2010 traf dies für fast ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten zu, nämlich für 29,1 Prozent – Auszubildende nicht mitgezählt. Auch qualifizierte Arbeitskräfte im Kreis erhalten häufig nur einen mickrigen Lohn, teilt der DGB Rheinhessen-Nahe mit.

    Erstmals legt der DGB regionale Daten zum Niedriglohnsektor vor. Demnach lag die Niedriglohnschwelle 2010 in allen westdeutschen Ländern bei einem Monatsbrutto von 1890 Euro. Im Rhein-Hunsrück-Kreis rutschen laut DGB-Studie Vollzeitbeschäftigte häufiger in den Niedriglohnsektor als im Landesdurchschnitt. Dies gilt für Vollzeitbeschäftigte ohne Berufsabschluss ebenso wie für jene mit Ausbildung. So zählten im Landkreis bereits 21,8 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten mit Berufsabschluss zu den Niedrigverdienern. In den alten Bundesländern insgesamt waren es 16 Prozent, in Rheinland-Pfalz 17,9 Prozent.

    Auch qualifizierte Beschäftigte bekommen den Druck auf das Lohngefüge zu spüren. Dieses überdurchschnittlich hohe Niedriglohnrisiko von qualifizierten Arbeitskräften passe nicht zu den Klagen von Arbeitgebern über Fachkräftemangel, heißt es in der Auswertung des DGB Rheinhessen-Nahe. Dies sei vielmehr ein Indiz dafür, dass Beschäftigte teils im erlernten Beruf keinen Job finden oder nicht qualifikationsgerecht vergütet würden. „Trotz Berufsabschluss stecken sie oftmals in Jobs für Un- oder Angelernte“, moniert der DGB. Je länger diese Situation andauere, desto weniger wert sei die erworbene Qualifikation.

    Noch weit miserabler sei die Entlohnung für viele ohne Berufsabschluss. Mehr als 50 Prozent der Geringqualifizierten im Rhein-Hunsrück-Kreis zählen nach der Auswertung der Gewerkschaft zu den Geringverdienern. Das Risiko, einen Niedriglohn zu erhalten, sei für Beschäftigte ohne Berufsabschluss fast doppelt so hoch wie für Qualifizierte.

    Nach Einschätzung des DGB Rheinhessen-Nahe haben Menschen, die wenig verdienen, oftmals auch ein instabiles Arbeitsverhältnis und ein hohes Entlassungsrisiko. Die beruflichen Aufstiegschancen für Niedriglohnverdiener seien hingegen ungünstiger. Wer behaupte, Niedriglöhne seien Einstiegslöhne, der liege falsch. Die Chancen, in besser bezahlte Jobs aufzusteigen, seien hierzulande relativ gering. Viel häufiger als der Einstieg in besser bezahlte Tätigkeiten ist eine Verfestigung der Niedriglohnfalle, warnt der DGB.

    Der hohe Niedriglohnsektor im Kreis ist nach Einschätzung des DGB eine Zeitbombe: „Wer über einen längeren Zeitraum wenig verdient, wird künftig verstärkt von Altersarmut bedroht sein.“ Hinzu komme, dass private Altersrücklagen bei niedrigem Einkommen so selten sind, dass das soziale Problem der Altersarmut kaum gemindert werden kann. ww

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