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    Bahnlärm: Bundestagsbeschluss lässt Mittelrheintal hoffen

    Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag eine Baumaßnahme an der Bahnstrecke Karlsruhe-Basel beschlossen, die positive Auswirkungen für den Mittelrhein haben könnte. Die Rheintalbahn am Oberrhein soll eine eine Lärmsanierung für insgesamt 1,5 Milliarden Euro erhalten.

    Zukunft ohne Bahn? Wenn es nach vielen Bürgern geht, sollten an dieser Stelle in einigen Jahren keine Züge mehr fahren. Statt vom Oelsberg aus an der Stadt vorbei, soll Oberwesel per Tunnel umfahren werden.
    Zukunft ohne Bahn? Wenn es nach vielen Bürgern geht, sollten an dieser Stelle in einigen Jahren keine Züge mehr fahren. Statt vom Oelsberg aus an der Stadt vorbei, soll Oberwesel per Tunnel umfahren werden.
    Foto: Werner Dupuis (Archiv)

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    Auf den ersten Blick wirkt die Entscheidung des Berliner Parlaments wie eine Enttäuschung fürs Mittelrheintal, insbesondere für die Städte St. Goar und Oberwesel. Denn während der Bundestag am späten Donnerstagnachmittag ein gigantisches Lärmschutzpaket für den Streckenabschnitt Karlsruhe-Basel beschlossen hat, war der Tunnel im Bereich der Loreley kein Thema. Zumindest nicht offiziell. Dennoch ist der CDU-Abgeordnete Peter Bleser, der sich in den vergangenen Monaten auf Bundesebene stark für den Tunnelneubau eingesetzt hat, nicht enttäuscht. "Die Umfahrung von St. Goar und Oberwesel mit einem Tunnel ist wieder ein Stück vorangekommen", sagt Bleser sogar.

    In den entscheidenden Berliner Kreisen hatte Bleser zuletzt vor allem für eine fachliche Aufklärung gesorgt, weshalb aus seiner Sicht eine lange Umfahrung der beiden Städte im Rahmen der Variante "pink" sinnvoll und notwendig ist. In zahlreichen Gesprächen sowohl mit der Deutschen Bahn als auch mit dem Bundesverkehrsministerium und Abgeordneten aus den unterschiedlichen Fraktionen und Regionen hatte Bleser sachlich erläutert, wie es vor Ort um die verschiedenen Planungen bezüglich des Ersatzbaus für die maroden Tunnel am Bank-, Bett- und Kammereck steht und grundsätzlich für das Thema sensibilisiert. Schließlich ist die Region Mittelrhein mit ihrem Lärmproblem nicht auf jeder politischen Agenda verortet.

    Tunnelneubau bei Oberwesel nicht berücksichtigt

    Gerade in Oberwesel und St. Goar wird seit einiger Zeit auf eine belastbare Planung der Bahn gewartet, wie es am Bank-, Bett- und Kammereck weitergeht. Bleser hatte auch darauf gehofft, dass der Tunnelneubau bei St. Goar und Oberwesel konkret in den Beschluss des Bundestages aufgenommen wird. Energisch hatte er sich im Vorfeld dafür eingesetzt, dass die Variante "pink" hier berücksichtigt wird. "Letztlich war in der Koalition nur die Maßnahme der Rheintalbahn konsensfähig, die durch das Land Baden-Württemberg kofinanziert wird", sagt er.

    So gern es Bleser gesehen hätte, wenn der Bundestag dem Tunnel zwischen St. Goar und Oberwesel einen entscheidenden Schub gegeben hätte, so positiv bewertet er dennoch das nun vorliegende Signal des Parlaments. "Wir haben die Tür aufgestoßen", erklärt er. Denn die Beschlüsse zu einem stark auf Lärmreduzierung ausgelegten umfangreichen Ausbau der Rheintalbahn bei Offenburg sowie der wichtigsten europäischen Schienenverkehrskorridore, also der sogenannten TEN-Strecken, hat einen Effekt fürs Mittelrheintal.

    Lösung fürs Nadelöhr Mittelrheintal erwartet

    Auch wenn es aus den unterschiedlichen Regionen Deutschlands Vorstöße für viele weitere Sanierungsmaßnahmen gegeben hatte, fokussiert sich der Bundestag in seinen Beschlüssen auf diese europäischen TEN-Hauptverkehrsadern. Auf die erste, nun beschlossene Maßnahme am Oberrhein dürften also weitere folgen. Zum einen, weil es sich bei der Passage des Mittelrheintals um eine TEN-Strecke handelt, dies zum anderen die Verlängerung der europäischen Achse vom neuen Gotthardtunnel und damit von Genua bis Rotterdam ist. Die Logik lautet demnach: Wenn am Oberrhein eine umfangreiche Lärmsanierung mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro beschlossen wird, muss es bald auch eine Lösung für das Nadelöhr am Mittelrhein und insbesondere für die anstehende Neubaumaßnahme am Bank-, Bett- und Kammereck geben.

    "Ich gehe davon aus, dass wir die am dichtesten befahrene Bahnstrecke rheinabwärts ähnlich behandeln werden", sagt Bleser mit Blick auf die Beschlüsse des Bundestags. Konkret fordert Bleser deshalb, dass die Umfahrung von St. Goar und Oberwesel unter technischen Aspekten zeitnah angegangen wird. "Wichtig ist, dass die Deutsche Bahn die Entscheidung als Signal für ihre weiteren Planungen versteht", sagt der CDU-Abgeordnete. Für ihn ist es angesichts der Bedeutung des Lärmschutzes keine Frage, dass ein neu zu bauender Tunnel dafür Sorge tragen müsse, den Lärm aus der Stadt Oberwesel herauszuhalten - deshalb kommt für Bleser nur die lange Bauvariante in Frage, also "pink". Darüber möchte er bald mit der Bahn sprechen. "Die nächste Aufgabe wird sein, dass die Bahn hier zur Planung kommt."

    Bürgerinitiativen bekämpften ursprüngliche Planung

    Am Oberrhein sind die planerischen Grundlagen gegeben, hier wird eine Maßnahme umgesetzt, die auch dem Willen der Region Rechnung trägt. Ähnlich wie am Mittelrhein hatte es auch hier ursprünglich eine andere Planung gegeben, die - wie in Oberwesel - großen Unmut der Bevölkerung hervorgerufen hatte. Bürgerinitiativen hatten am Oberrhein ihren Protest gegen die ursprünglichen Planungen erklärt und mit der Politik für eine Änderung der Pläne gekämpft. Letztlich gab es eine Verständigung zwischen der Bahn, dem Bund, der Region und dem Land Baden-Württemberg, das die umfangreiche Sanierung mitträgt.

    Der Erfolg, der nach dem Bundestagsbeschluss am Oberrhein gefeiert wird, stimmt auch Bleser zuversichtlich. Er glaubt fest daran, dass für Oberwesel und St. Goar, für das Touristenziel des Tals der Loreley, aber auch für die gesamte Mittelrheinregion hier etwas Großes erreicht werden kann. "Im Grunde ist der Beschluss ein Riesenerfolg", sagt Bleser. Umso mehr setzt er darauf, dass sich alle Beteiligten von den Bürgern vor Ort, über die regionalen Räte und Verwaltungen und das Land bis hin zum Bund weiter für die Variante "pink" stark machen.

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