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    Verkehrsverlag Remagen: Gekündigte Mitarbeiter streiten vor Gericht

    Die Fronten zwischen den Mitarbeitern des Verkehrs-Verlags Remagen (VVR) und der geschäftsführenden Familie Wirtzfeld sind verhärtet. Und dies nicht erst seit den ergebnislosen Güteterminen vor dem Sinziger Amtsgericht am Donnerstagnachmittag. Denn schon die Art, wie den rund 80 Mitarbeitern das Ende des Beschäftigungsverhältnisses mitgeteilt wurde, lässt bei den Männer und Frauen, die zum Großteil seit mehreren Jahrzehnten für den VVR tätig sind, auch Wochen später noch Wut, Unverständnis und Enttäuschung aufkommen.

    Remagen – Die Fronten zwischen den Mitarbeitern des Verkehrs-Verlags Remagen (VVR) und der geschäftsführenden Familie Wirtzfeld sind verhärtet. Und dies nicht erst seit den ergebnislosen Güteterminen vor dem Sinziger Amtsgericht am Donnerstagnachmittag. Denn schon die Art, wie den rund 80 Mitarbeitern das Ende des Beschäftigungsverhältnisses mitgeteilt wurde, lässt bei den Männer und Frauen, die zum Großteil seit mehreren Jahrzehnten für den VVR tätig sind, auch Wochen später noch Wut, Unverständnis und Enttäuschung aufkommen.

    Am Donnerstag nun sollten gleich mehrere Gütetermine, in denen sich rund drei Dutzend Angestellte von verschiedenen Anwälten vertreten ließen, unter Vorsitz von Richterin Bettina Bubach die Möglichkeiten einer gütlichen Einigung ausloten. Dabei ging es sowohl um die Zahlung von ausstehenden Beträgen, mögliche Abfindungen sowie die Möglichkeiten einer vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Trotz mehrfacher Nachfrage waren auch diesmal weder Liquidator Günter Wirtzfeld jun. noch dessen Vater Günter Wirtzfeld sen. zu einer Stellungnahme gegenüber der RZ bereit. Stattdessen übernahm es deren Rechtsbeistand, Assessor Gerd Wollersheim vom Arbeitgeberverband, dem Landesverband Druck & Medien Rheinland-Pfalz und Saarland e.V., vor Gericht zu sprechen. Demnach würden durch die Familie Wirtzfeld derzeit monatlich mehrere zehntausend Euro Privatvermögen in den VVR eingebracht, um die Insolvenz zu vermeiden. Eine Aussage, die von den Angestellten mit den Worten „Lug und Trug, selbst vor Gericht“ oder „Das ist die Quittung dafür, dass die Firma über Jahrzehnte wie eine Zitrone ausgepresst worden ist“ kommentiert wurde. Assessor Wollersheim weiter: „Der VVR-Besitz, der nicht mehr gebraucht wird, wird „versilbert“, um Gelder für den laufenden Geschäftsbetrieb zu erhalten“. Und eben der soll, so Wollersheims, bis zum letzten Tag, dem 31. August, weiter aufrecht erhalten bleiben. Für den VVR sei es aber auch klar, dass Drucksachen nicht neu aufgelegt, Maschinen teilweise verschrottet oder verkauft würden, um nach Ablauf der Liquidation nicht auf „Restposten“ sitzen zu bleiben.
    „Wie soll ich denn unter diesen Voraussetzungen arbeiten. Ich kann beim Kunden doch keine Aufträge entgegen nehmen, wenn ich weiß, dass gar nicht mehr in vollem Umfang geliefert werden kann“, fragt sich ein Außendienstmitarbeiter. Unverständnis herrscht auch darüber, dass an eine vorzeitige Freistellung, selbst wenn ein neues Arbeitsverhältnis in Aussicht steht, seitens der VVR-Geschäftsführung nicht zu denken sei. „Bis zum Ende der Liquidation werden alle Mitarbeiter gebraucht“, erklärte Wollersheim.
    Kritik übt Peter Haltenhof, Fachanwalt für Arbeitsrecht, der rund zwei Dutzend Mandanten vertritt, an eben dieser Einstellung. Gäbe es für den VVR einen Sozialplan, würde sich dieser sich laut Haltenhof im deutlich sechsstelligen Bereich bewegen. Zudem müsse der Frage nachgegangen werden, ob es tatsächlich zu einer kompletten Stilllegung des Betriebes kommen soll. Unter der Belegschaft verdichten sich die Bedenken, dass Teile des VVR, die sich ohne große Personal-, Produktions- und Lagerkosten in der „Gewinnzone“ bewegen, ausgelagert oder in eine andere, neu zu gründende Firma überführt werden könnten.
    Mit dem Scheitern sämtlicher Gütetermine wurden alle Verfahren an das Gericht überwiesen. Prozesseröffnung ist am 22. September vor dem Sinziger Amtsgericht.

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