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    Remagen wehrt sich mit buntem Bürgerfest gegenNeonazidemo

    Ein friedliches, buntes, vielseitiges Fest wollen Remagener Kirchen, Gruppen und Vereine am 23. November feiern (12 bis 17 Uhr). So wollen sie sich gegen den sogenannten Gedenkmarsch der Neonazis wehren, der für denselben Tag angemeldet ist und traditionell die Schwarze Madonna in der Friedenskapelle als Ziel hat.

    Mit einem ökumenischen Gottesdienst soll der Tag der Demokratie in Remagen auch in diesem Jahr am 23. November beginnen. Anschließend soll die Friedenskapelle Schwarze Madonna verhüllt werden. Sie ist traditionell des sogenannten Gedenkmarschs der Neonazis.
    Mit einem ökumenischen Gottesdienst soll der Tag der Demokratie in Remagen auch in diesem Jahr am 23. November beginnen. Anschließend soll die Friedenskapelle Schwarze Madonna verhüllt werden. Sie ist traditionell des sogenannten Gedenkmarschs der Neonazis.
    Foto: Vollrath

    Für das Bürgerfest auf dem Marktplatz hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Rednerin zugesagt.

    Das Motto des diesjährigen Tags der Demokratie lautet: "Remagen ist bunt - zusamme stonn, zusamme hale, zusamme levve". Das Motto ist bewusst "fröhlich-rheinisch" (und leicht karnevalistisch) gehalten, wie Rolf Plewa von der Remagener Kulturwerkstatt sagt. Mit den Vereinen Stadtsoldaten und Lebendiger Marktplatz ist die Kulturwerkstatt Träger des Bürgerfests. Plewa: "Wir leben im Rheinland, da sind die Leute fröhlich." Dieses Jahr sollten auch die Remagener Vereine stärker mit ins Boot geholt werden, um ein "starkes Zeichen zu setzen im Kampf gegen Rechtsextremismus".

    Angelehnt ist das Motto an die eindrucksvolle Kundgebung "Arsch huh, Zäng ussenander" vom 9. November 2012 in Köln: Damals kamen auf der Deutzer Werft Zehntausende Menschen zusammen, auf der Bühne traten BAP auf, Brings, die Bläck Fööss, die Höhner und viele andere.

    In Remagen stellen sie sich am 23. November eine ähnlich heitere Veranstaltung vor - wenngleich natürlich in deutlich kleinerem Rahmen. Auf einer Bühne auf dem Marktplatz sollen die Kölner Mundartgruppe Domstürmer und Trompeter Bruce Kapusta auftreten; mit dabei sind auch das Remagener Panikorchester, die portugiesische Folkloregruppe aus Sinzig und die Showtanzgruppe Magic Dancers.

    Zudem sind auf der offen gestalteten Bühne auf dem Markplatz weniger Reden als 2012 geplant - dafür mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Hauptrednerin. Moderiert wird die Veranstaltung von Rolf Plewa (Kulturwerkstatt) und Marcel Möcking (Stadtsoldaten).

    In der Fußgängerzone will das Remagener Bündnis für Frieden und Demokratie erneut eine vielseitige Infomeile organisieren. Hier wollen die Vereine und Gruppen, die im Rahmen des Lokalen Aktionsplans diverse Projekte organisiert haben, ihre Ergebnisse präsentieren und für Multikulti werben. Die Sinzigerin Bianca Vogel, Contergangeschädigte, Weltmeisterin und paralympische Doppelsilbermedaillengewinnerin im Dressurreiten, hat eine Fotoausstellung vorbereitet zum Thema "Bürgerschaftliches Engagement - Menschen mit Behinderung". Multikulti trifft auch auf das kulinarische Angebot zu: So gibt es Leckeres aus Spanien, der Türkei, dem Libanon und Deutschland.

    In der Friedenskirche zeigt der Verein Mahnmal Koblenz eine große Ausstellung zu NS-Opfern aus der Region und zu Einzelschicksalen. Pfarrer Michael Schankweiler (Oberwinter) gibt einen Überblick zur Schuld der Kirchen in der NS-Zeit. Wolfgang Gückelhorn hält einen Vortrag zur ehemaligen KZ-Außenstelle Rebstock oberhalb von Marienthal.

    An der Friedenskapelle Schwarze Madonna ist vormittags wieder ein ökumenischer Gottesdienst geplant. Anschließend soll die Kapelle verhüllt werden, um den Neonazis ihre Ikone zu nehmen, mit der sie an die eine Million deutscher Soldaten erinnern wollen, die angeblich in den Rheinwiesenlagern umgekommen sein sollen. Renommierte Wissenschaftler wie der Militärhistoriker Rüdiger Overmans indes gehen von 5000 bis 40 000 toten deutschen Soldaten in allen 20 Rheinwiesenlagern zwischen Wesel und Heilbronn aus.

    In der Villa Heros soll eine Ausstellung über jüdische Mitbürger gezeigt werden, die von Agnes Menacher betreut wird. Zum Abschluss dieses bunten Bürgerfests soll es auf dem Remagener Marktplatz einen gemeinsamen Gottesdienst von Katholiken, Evangelen, Juden und Muslimen geben sowie das Aufsteigen weißer Luftballons als Zeichen für den Frieden.

    Auch die Neonazis planen offenbar schon für den 23. November. Jürgen Kempenich, Pressesprecher der Kreisverwaltung Ahrweiler, sagte auf RZ-Anfrage: "Eine Einzelperson hat bei uns für diesen Tag eine Veranstaltung in Remagen angemeldet." Der Titel: "Gedenkmarsch für die Toten in den alliierten Rheinwiesenlagern."

    Verbieten wird sich dieser sogenannte Gedenkmarsch aufgrund diverser Gerichtsurteile nicht. Allerdings dürfte er - wie schon in den Vorjahren - nur unter strengen Auflagen des Kreises erlaubt werden. Dazu zählen: Verbot von volksverhetzenden und rassistischen Äußerungen, Waffentrageverbot Uniformverbot, Vermummungsverbot sowie die Auflage, dass der vorgeschriebene Demonstrationsweg an der Innenstadt vorbei eingehalten wird.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

    Remagen tritt Neonazis mit buntem Bürgerfest entgegen Aufklärung gegen Rechts: Bürgerfest in RemagenLandesregierung unterstützt Bürgerfest gegen Neonazis
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