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Kottenborn: Neues Wasser für die Mühle (20)

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde im einsamen Wirftbachtal bei Barweiler die Kottenborner Mühle erbaut. Nicht mehr viele Dinge sind über sie bekannt. Lediglich schriftlich festgehalten ist, dass der Mühlenpächter im Jahr 1728 3 Gulden und 6 Albus Pacht an das kurkölnische Amt Nürburg zahlen musste. Mehr als 200 Jahre klapperte die Mühle sprichwörtlich am rauschenden Bach, ehe sie 1954 für immer stillgelegt wurde.

Der Weg von der Kottenborner Mühle aus wird zukünftig nicht mehr über eine verrohrte Brücke führen, sondern durch eine neu geformte Furth. Der Bagger steht genau an dieser Stelle. Fotos Jochen Tarrach
Der Weg von der Kottenborner Mühle aus wird zukünftig nicht mehr über eine verrohrte Brücke führen, sondern durch eine neu geformte Furth. Der Bagger steht genau an dieser Stelle. Fotos Jochen Tarrach

Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

Der Bach selbst störte nur noch im engen Tal und wurde rund um die alten Mühlengebäude auf einer Länge von 65 Metern verrohrt. Dr. Jochen Mölle als Leiter des Naturschutz-Großprojektes „Obere Ahr-Hocheifel“ stellte den Kreistagsmitgliedern die Renaturierung des Baches als besonders anschauliche Aufgabe für das Großprojekt vor.

Obwohl die Kottenborner Mühle im romantischen Tal einsam liegt, der Weg dorthin schmal und nur einige Fischteiche in der Nähe sind, ist durch die Verrohrung des Bachlaufes einst ein heute unglaublicher Umweltfrevel begangen worden. Dicke Betonrohre wurden im Wiesengrund vergraben, und der einst plätschernde Bach verschwand für Jahrzehnte von der Oberfläche in den Untergrund. Inzwischen sind die dicken Betonrohre wieder entfernt und liegen aufgestapelt zum Abtransport bereit.

Rund 500 Kilometer Wasserläufe gibt es im Gebiet Obere Ahr-Hocheifel. Solche Stufen in den Bächen soll es nicht mehr geben, damit Fische und Amphibien eine Chance bekommen, bis in die Oberläufe vorzudringen. Foto: Jochen Tarrach
Rund 500 Kilometer Wasserläufe gibt es im Gebiet Obere Ahr-Hocheifel. Solche Stufen in den Bächen soll es nicht mehr geben, damit Fische und Amphibien eine Chance bekommen, bis in die Oberläufe vorzudringen.
Foto: Jochen Tarrach

Ein neuer Bachlauf wurde geformt und für den weiter ins Tal führenden Weg eine Furth eingerichtet. Obwohl rundherum noch alles offen liegt und sich Kreistagsmitglieder und Ortsbürgermeister bei einem Besucher arg matschige Schuhe holten, war jetzt schon abzusehen, welch romantisches Fleckchen Erde hier Dank des Naturschutzprojektes im Entstehen begriffen ist. Wenn einmal alles wieder bewachsen ist und das Wasser plätschert, ist die Kottenborner Mühle wieder eine Vorzeigemühle und Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr.

Als Projekt der ganz anderen Art stellte Projektleiter Mölle die Fichtenrodung im Bereich „Mandelsmühle“ vor. Die Gemarkung heißt lediglich noch so, die Mandelsmühle selbst gibt es nicht mehr. Das einst vorhandene Tal mit seiner blühenden Wiese, in viele Parzellen mit unterschiedlichen Besitzern aufgesplittert, war mit Fichtenbeständen zugewachsen und als solches nicht mehr zu erkennen. Das Gelände wurde nun innerhalb des Naturschutzprojektes aufgekauft und der Fichtenriegel wieder gerodet. Sind die noch vorhandenen Baumstümpfe entfernt, so kann hier wieder die ursprüngliche Weide oder Mähwiese entstehen.

Das sind nur zwei der zahlreichen Projekte, die es zu bewältigen gibt, um die einmalige Landschaft der Hocheifel und der oberen Ahr fit zu machen für die Zukunft und Sünden der Vergangenheit rückgängig zu machen. Das durch Bund und Land finanzierte Projekt bietet dem Kreis und der Verbandsgemeinde Adenau die einzigartige Chance, Natur, Umwelt und Tourismus in einen gesunden Einklang zu bringen.

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