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    Brauchtum: Feurige Botschaften in den Weinbergen

    Der Abschied vom Calvarienberg bewegte die Junggesellen in Ahrweiler. Beim traditionellen Martinsfest drückten das drei der vier Schaubilder in den Weinbergen aus.

    Die siegreiche Niederhut darf nun den Wanderteller für das beste Schaubild behalten.  Fotos: Vollrath
    Die siegreiche Niederhut darf nun den Wanderteller für das beste Schaubild behalten. Fotos: Vollrath
    Foto: Vollrath

    Als der römische Soldat und spätere Heilige Martin vor vielen Jahrhunderten seinen Mantel teilte, um einen Bettler vor dem Tod durch Erfrieren zu retten, da war das Wetter wohl noch unangenehmer als am Samstag in Ahrweiler. Aber in der mittelalterlichen Rotweinstadt wird Brauchtum gepflegt, ungeachtet der Witterung. Das Martinsbrauchtum ist hier eine große Sache, die sämtliche Altersgruppen schon lange vor dem Fest mit Vorbereitungen beschäftigt.

    Besonders aktiv sind die Junggesellen der Stadt, die aus diesem Abend einen traditionellen Wettbewerb machen. Die jungen Männer und Teenager der vier Huten hatten in wochenlanger Vorbereitung die vier Feuer aufgeschichtet und unter höchster Geheimhaltung vier brennende Schaubilder vorbereitet. Auch in diesem Jahr, Nieselregen hin oder her, drängten sich die Schaulustigen vor allem auf der Brücke vor dem Ahrtor, denn hier konnte man mit etwas Glück alle vier Feuer und Schaubilder sehen. Den besten Aussichtsplatz hatte die elfköpfige Jury auf dem Kanonenturm. Die Glocken von Sankt Laurentius gaben um 17.30 Uhr das Startsignal. Auf den Hügeln wurden zuerst die Feuer, dann die Schaubilder entzündet. Schon Wochen vorher waren Ahrweiler Jungen im Einsatz und unter anderem mit dem Sammeln und Binden von Reisigbündeln beschäftigt. Als sogenannte „Schanzenmännchen“ wachsen sie bei dieser abenteuerlichen abendlichen Aktion in das Ahrweiler Martinsbrauchtum hinein. Später am Abend bei der Siegerehrung auf dem Marktplatz erhielt die Oberhut den Preis für das beste Martinsfeuer in diesem Jahr.

    Die Niederhut erhielt zum wiederholten Mal den Preis für das beste Schaubild und darf den Wanderteller nun dauerhaft behalten. Die Siegesnachricht wurde vom Rektor der Aloisius Grundschule Klaus Mührel verkündet. Die jungen Männer der Niederhut, wie ihre Konkurrenten noch schlammverdreckt und durchnässt, begrüßten die Nachricht mit Konfettikanonen und lautstarkem Jubel. Auf dem Marktplatz drängten sich viele Besucher, denn die Schaubilder sind jedes Jahr aufs Neue ein Spektakel und anschließend ein Gesprächsthema in der Stadt. Aus den Plänen fürs Schaubild wird immer ein großes Geheimnis gemacht. So ist es nicht überraschend, dass drei der vier Huten sich mit dem Wegzug der Ursulinen und dem Verkauf des Calvarienbergs befassten. Die Nonnen wurden so gleich dreifach gewürdigt und mit Dank und Wertschätzung verabschiedet. Anders die Oberhut, die ihrem Ärger Luft machte. Hintergrund: Man hat den Junggesellen untersagt, mit ihrer Fackel im Laternenumzug mitzugehen. Mit ihrem lautstarken und wilden Benehmen hatten sie die Grundschulkinder im Zug verängstigt.

    Die Kinder waren zu Hunderten beim Umzug dabei und trugen stolz ihre selbst gebastelten Laternen. Die Knollenfackel-Aktion des Heimatvereins Alt Ahrweiler konnte einen neuen Rekord vermelden: 67 Kinder hatten unter fachkundiger Anleitung eine Knollenfackel gebastelt.

    Von unserer Mitarbeiterin Gabi Geller

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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