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    Ahrkreis-Polizist auf der Anklagebank: Geheimnisverrat aus Liebe?

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    Als im Jahr 2008 in einem Drogeriemarkt im Ahrkreis eingebrochen wurde, nahm der erfahrene Kriminalbeamte die Ermittlungen auf und vernahm auch die Aufsichtsperson der gegenüber liegenden Spielhalle. Obwohl verheiratet, funkte es beim Beamten als auch bei der unverheirateten Zeugin. "Ich mochte ihn", beschrieb die ebenfalls 53-jährige Frau (folgend Zeugin genannt) den Beginn der tragischen Affäre. Das Verhältnis entwickelte sich, wurde immer intensiver, es wurde auch Liebe daraus. Allerdings verschwieg der Beamte, dass er verheiratet ist.

    Die Spielhalle war offensichtlich ein Treffpunkt von zwielichtigen Personen, und auch der Sohn der Zeugin war polizeilich kein unbeschriebenes Blatt. So war es für den Angeklagten kein weiter Weg, sich im Polizeilichen Informations-System (Polis) über Gäste und Sohn zu informieren und seine Freundin entsprechend zu unterrichten. In elf Fällen soll er gemäß Anklage von Oberstaatsanwältin Harnischmacher dabei dienstliche Ermittlungsergebnisse weitergegeben haben. In einem Fall, so der Vorwurf in der Anklageschrift, soll er sogar den Termin einer kreisweiten Drogenrazzia seiner Freundin mitgeteilt haben.

    Der Angeklagte betonte im Verlauf der Verhandlung immer wieder, allein aus Ermittlungsgründen so gehandelt zu haben, und wies in langen Erklärungen, abgegeben durch seinen Verteidiger Stefan Schmidt, jede strafrechtliche Verfehlung von sich. Nun schwankte der Beamte zwischen Liebe und beruflicher Leidenschaft, denn die Informationen, die er wiederum aus der Spielhalle bekam, konnte er dienstlich teilweise gut verwenden. So manövrierte er sich schließlich dienstlich als auch persönlich in eine unhaltbare Lage, fand aber nicht die Kraft, sein Verhältnis zu beenden. Selbst nicht, als die heißen Gefühle angeblich schwanden. "Ich wollte auf ihr Wissen nicht verzichten und ging weiter auf das Spiel ein", so der Angeklagte. Er habe aber immer die dienstlichen Belange im Vordergrund gesehen.

    Für Richter Schmitz stellte sich an dieser Stelle die Frage, über welche charakterlichen Eigenschaften ein Kriminalbeamter eigentlich verfügen müsse. Eine Liebe vorzutäuschen könne nicht dazu gehören. "Darf man Liebesbriefe schreiben, um dienstliche Erkenntnisse zu bekommen?", so seine Frage. "Ich habe moralische Schuld auf mich geladen, auch gegenüber meiner Frau, aber keine strafrechtliche Schuld", so der Angeklagte. Die Vernehmung der Zeugin bestätigte das vorgeworfene persönliche Verhalten des Angeklagten. Sie machte deutlich, welch menschliche Enttäuschung die Angelegenheit für sie letztlich gewesen sei, die sie sogar zeitweilig in psychiatrische Behandlung getrieben hatte. "Ich wollte nicht, dass er hier vor dem Richter sitzt, wollte aber schon, dass er dienstlich eins auf den Deckel bekommt", sagte sie im Zeugenstand, offensichtlich noch immer mit ihren Gefühlen für den Angeklagten kämpfend.

    Sie hatte sie sich an den Vorgesetzten des Beamten gewandt und damit die Welle ins Rollen gebracht- Ein Gerichtsverfahren hatte sie allerdings nicht gewollt. Mehrfach widerrief sie ihre Aussage und tätigte sie erneut. Vor dem Richter allerdings bestätigte sie aus ihrer Sicht die Vorwürfe der Anklageschrift. Mit ihrer weiteren Vernehmung wird der Prozess am 10. Mai um 9 Uhr fortgesetzt.

    Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

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