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Bad Kreuznach

Wollte 20-Jähriger töten?

Mit einem Fall äußerster Brutalität hat es derzeit das Landgericht zu tun. Ein 20 Jahre alter Kreuznacher trat im September die Tür eines 74 Jahre alten Mannes ein, stürmte in die Wohnung, schlug und trat so sehr auf den Rentner ein, dass sogar die Abdrücke der Schuhsohlen für längere Zeit auf den Wangen des Opfers sichtbar blieben. Der Rentner erlitt schwere Prellungen am Körper und einen Bluterguss im Kopf. Eine Not-OP und eine weitere Entlastungsoperation waren notwendig, um Druck vom Gehirn zu nehmen.

Bad Kreuznach – Mit einem Fall äußerster Brutalität hat es derzeit das Landgericht zu tun. Ein 20 Jahre alter Kreuznacher trat im September die Tür eines 74 Jahre alten Mannes ein, stürmte in die Wohnung, schlug und trat so sehr auf den Rentner ein, dass sogar die Abdrücke der Schuhsohlen für längere Zeit auf den Wangen des Opfers sichtbar blieben. Der Rentner erlitt schwere Prellungen am Körper und einen Bluterguss im Kopf. Eine Not-OP und eine weitere Entlastungsoperation waren notwendig, um Druck vom Gehirn zu nehmen.

Über das Motiv schweigt der Angeklagte, er könne sich an nichts mehr erinnern. Er habe am Abend zuvor Cannabis geraucht und am Tattag zusammen mit seinem Vater reichlich Bier, Schnaps und Wodka getrunken: „Ich war breit wie Sau.“ Eine Atemalkoholmessung durch die Polizei ergab 2,3 Promille. Auch das Opfer kann sich nur schemenhaft an den Überfall erinnern.
Dass der Rentner nicht noch schwerer verletzt wurde, ist dem beherzten Einsatz eines Nachbarn zu verdanken. Als der Angeklagte erneut auf das hilflose Opfer treten wollte, konnte ihn der Nachbar aus der Wohnung ziehen.

Herbeieilende Polizisten nahmen den jungen Mann fest. Mit 14 Jahren habe dieser begonnen, täglich Alkohol zu trinken. Mit 16 stand dann Cannabis auf dem Programm. Auch Amphetamine (Aufputschmittel) habe er zwischendurch genommen. „Ich wollte ihm immer helfen, damit er nicht einmal auf einer Anklagebank endet“, berichtete die Stiefmutter des Angeklagten. So richtete die Frau ihrem Stiefsohn eine Zwei-Zimmer-Wohnung ein, in der der junge Mann mit seiner Freundin leben konnte. „Das alles hat nichts gebracht.“ Auch eine Ausbildung brach der Stiefsohn ab.


Die Jugendkammer unter Vorsitz von Dr. Bruno Kremer muss klären, ob eine Tötungsabsicht bestanden hat, wie in der Anklage beschrieben. Der Prozess wird am Montag, 21. Februar, um 9 Uhr fortgesetzt.

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