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Odernheim/Rom

Stimmen für Hildegard und Disibodenberg

Bettina Dickes war als Vertreterin der Naheregion in Rom dabei, als Papst Benedikt XVI. Hildegard von Bingen, die lange Jahre im Kloster Disibodenberg lebte, zur Kirchenlehrerin erhob. „Beeindruckend“ seien vor allem das Pontifikalamt, aber auch der Empfang des deutschen Botschafters am Heiligen Stuhl am Vorabend der Ernennung sowie im Anschluss der Empfang der Deutschen Bischofskonferenz im Campo Santo gewesen, sagt die Landtagsabgeordnete (CDU).

MdL Bettina Dickes traf auch Äbtissin Clementia Killewald im Vatikan.
MdL Bettina Dickes traf auch Äbtissin Clementia Killewald im Vatikan.

Odernheim/Rom – Bettina Dickes war als Vertreterin der Naheregion in Rom dabei, als Papst Benedikt XVI. Hildegard von Bingen, die lange Jahre im Kloster Disibodenberg lebte, zur Kirchenlehrerin erhob. „Beeindruckend“ seien vor allem das Pontifikalamt, aber auch der Empfang des deutschen Botschafters am Heiligen Stuhl am Vorabend der Ernennung sowie im Anschluss der Empfang der Deutschen Bischofskonferenz im Campo Santo gewesen, sagt die Landtagsabgeordnete (CDU).

Besonders begeistert war die Politikern von Äbtissin Clementia Killewald, der 39. Nachfolgerin Hildegards, die neben den beiden Empfängen auch während des Pontifikalamtes sprach und dort beim Papst um die Erhebung Hildegards zur Kirchenlehrerin bat. „Die tiefe Freude und Dankbarkeit, dass dieser lange Traum der Eibinger Schwestern nun Wirklichkeit wurde, war nicht zu übersehen und ansteckend“, so Dickes. Der Mainzer Kardinal Lehmann hatte in seinem Vortrag in der deutschen Botschaft die Beliebtheit Hildegards wegen ihres Mutes und ihrer Beharrlichkeit hervorgehoben, während Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, nach dem Pontifikalamt besonders auf die Bedeutung Hildegards für das Selbstverständnis der Frau in der Gesellschaft einging. Aspekte, die Dickes teilt. „Der ungeheure Wille, die eigenen Überzeugungen und Visionen zu verkünden und dafür einzustehen, beeindrucken mich an Hildegard ganz besonders“, so die Abgeordnete. „Sie hat in ihrer Zeit immer wieder die Regeln des Zusammenlebens hinterfragt und auf ihre Sinnhaftigkeit hin geprüft, hat mit den Mächtigen kritische Diskussionen geführt und sie beraten. Das war – gerade als Frau – alles andere als ungefährlich, aber sie ist ihren eigenen Weg furchtlos und voll Überzeugung gegangen.“
Daher sei Hildegard auch heute Vorbild. Besonders der Einsatz für die Rechte der Frauen sei ein wichtiger Schritt hin zur heutigen Gleichberechtigung. Mit ihren Schriften zu den Heilkräften der Natur sei Hildegard bis heute präsent – „aber leider wird mit ihrem Namen auch vieles in der Esoterik begründet. Das wäre nicht im Sinne Hildegards gewesen!“ Und das dürfe auch keine Rolle am Disibodenberg spielen, dessen mystische Ausstrahlung Menschen aus aller Welt anziehe. Das Erbe Hildegards müsse so gepflegt werden, dass es der Kirchenlehrerin gerecht werde.
Und damit beschreibt die Abgeordnete ein Thema, das – wenn auch an diesen Tagen eher leise und nachgeordnet – in Gesprächen in Rom eine Rolle gespielt habe. Ein Thema, das Bischöfe, die Eibinger Schwestern und auch viele Rheinland-Pfälzer, die dorthin gepilgert waren, beschäftigt: der Disibodenberg.
Überall sei der Wunsch zu spüren gewesen, diesen als Ort der Einkehr für die Menschen weiter zu öffnen. Viele hätten sich mit der derzeitigen Situation unzufrieden gezeigt. Das kann die Abgeordnete nachvollziehen. Sie hätte die „lautstarken Streitereien“ lieber früher und dann leise gelöst. „Aber das war leider aus bekannten Gründen nicht möglich.“ Gleichzeitig habe sie in diesen Gesprächen in Rom viel Unterstützung erfahren, sich weiter einzusetzen.
Im Gespräch mit den Bischöfen hatte Dickes bedauert, dass das Pontifikalamt am kommenden Samstag nicht auf dem Disibodenberg, sondern in Obermoschel stattfinde. Jedoch habe es Hinweise gegeben, dass 2013 ein solches Amt auf dem Berg möglich sei. „Vielleicht ist es dann ja dort wieder ruhiger, und wir wissen, wie es weiter geht. Dann kann es ein Startschuss sein für neue „Visionen“, den Disibodenberg mit den Menschen vor Ort weiter zu entwickeln“, so Dickes abschließend. mz

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