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    Kreis Bad KreuznachRöka-Mensa: Bettina Dickes spricht mit Foodeducation, Lehrern, Schülern, Eltern - Demo am 20. Mai auf dem Kornmarkt - Delegation am 22. Mai im Kreistag

    Feuer unterm Dach der „Leuchtturm“-Mensa: Seit der Kreisausschuss am 24. April den Verpflegungsauftrag an die Berliner MenüPartner vergeben hat, rollt die Welle der "Foodeducation"-Solidarität.

    Die Röka- und IGS-Schüler setzen sich für ein Mitspracherecht und gesunde Ernährung ein.
    Die Röka- und IGS-Schüler setzen sich für ein Mitspracherecht und gesunde Ernährung ein.

    Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

    Dabei wird Foodeducation, das lokale Mensa-Team um Johannes Zimmermann (Betriebswirt und Hotelkaufmann) und Sebastian Rösler (Koch), gestützt von den Schüler-, Eltern- und Lehrerprotesten, etwa bei einer Demo am Samstag auf dem Kornmarkt. Sie wollen den Auftrag weiter bei „Foodeducation“ sehen. Vor allem die Kreispolitiker – der Kreis ist Träger des Röka und der IGS Sophie Sondhelm mit insgesamt 2000 Kindern und Jugendlichen – sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, sie hätten das einzigartige Gesundheits-Ernährungs-Projekt gewissen- und ahnungslos vergeigt, indem sie die Lokalmatadoren übergingen.

    Die Rollenverteilung scheint klar: Die Bösen hocken in der Politik, die Guten in und rund um die Mensa. So einfach ist es nicht. Hier einige erläuternde Fragen und Antworten.

    Worin ist die Auftragsvergabe an die Berliner MenüPartner begründet?

    Im Geld. Die MenüPartner boten an, jede Mahlzeit 50 Cent günstiger zu kochen. Einem überschuldeten Kreis blieb keine Wahl, heißt es. Die ADD-Haushaltsaufseher hätten jeden anderen Beschluss gekippt.

    Lag die Kommunikation aller Beteiligter im Argen?

    Ja, sagen Zimmermann und Rösler. Erst vier Tage nach dem Ausschuss seien sie von Landrat Diel in einem 30-minütigen Telefonat offiziell über den Auftragsverlust informiert worden. Allerdings habe es in den Wochen vor dem Kreisausschuss intensive Bietergespräche gegeben, hält der Kreis gegen. Dabei hätten die Mensa-Chefs die Signale „wohl nicht richtig gedeutet“.

    Hat der Kreisausschuss am 24. April hinter verschlossenen Türen tatsächlich mit sich gerungen, als es um die Auftragsvergabe ging?

    Keineswegs. Die Sache schien schon vor Beginn durch: Mit Foodeducation habe sich am 24. April keiner so recht befasst, verrät ein Sitzungsteilnehmer, vielmehr sei bedauert worden, dass man den Auftrag nicht an einen im Catering erfahrenen Bewerber aus dem nahen Bretzenheim vergeben konnte.

    Warum wurde die Auftragsvergabe nicht öffentlich beraten? Sind die Mauschelvorwürfe berechtigt?

    Dreimal sei geprüft worden, sagt der Kreis, ob man den Punkt öffentlich beraten könne. Weil es allerdings um sensible Firmendaten gegangen sei, habe man die Nichtöffentlichkeit wählen müssen.

    Sollte Foodeducation von vornherein ausgeschlossen werden?

    Auf keinen Fall, hieß es nach der Kreisausschusssitzung. Im Gegenteil: Der Ausschreibungstext sei doch grade für Foodeducation „maßgeschneidert“ worden.

    Ist die Haltung in den beiden betroffenen Schulen konsequent?

    Ja, betonen die Verantwortlichen. Dagegen stehe, sagen Kritiker, dass 2016 die Landesanfrage, ob man einen Ökotrophologen (Ernährungswissenschaftler/-berater) einstellen solle, abgelehnt wurde. Stattdessen sei darum gebeten worden, einen neuen Lehrer einzustellen, um Unterrichtsausfälle zu verhindern.

    Wenn die Eltern 50 Cent mehr pro Mahlzeit zahlen, bliebe Foodeducation im Mensa-Boot. Stimmt das?

    Damit hätte man vor der Auftragsvergabe sicher ein Zeichen setzen können; jetzt aber scheint es dafür zu spät, zumal keine einheitliche Elternhaltung dafür hinzubekommen ist. Nicht alle Eltern sind bereit, mehr für das tägliche Mensa-Essen ihrer Kinder zu zahlen.

    Offener Brief des Röka-Lehrerkollegiums an Landrat Franz-Josef Diel:

    In einem offenen Brief wendet sich das Röka-Kollegium nun an Landrat Franz-Josef Diel. Darin heißt es: „Das Kollegium bedauert den Betreiberwechsel in unserer Mensa.“ In den Vorjahren hätten Kreis und Land nach einem Gymnasium mit Ganztagsbetreuung in der Stadt verlangt.

    Das Kollegium habe sich dieser Herausforderung gestellt, inklusive der Verpflegung und ernährungstheoretischen Überlegungen. Dadurch sei mit „food@ducation“ ein Projekt gewachsen, in das die ganze Schulgemeinschaft eingebunden war. Betreiber, Personal und Schule hätten sich in Richtung gesunder Ernährung bewegt – auf der Basis saisonaler und regionaler Produkte: „Daraus ist eine gemeinsam getragene Philosophie erwachsen, die vor allem unserer großen Schülerschaft zugutekommt.“

    Die Verpflegung sei aber auch an Personen geknüpft, die mit großem Engagement mehr als ihre Arbeit verrichtet hätten und deren berufliche Existenz jetzt gefährdet scheine. Entschieden habe der Ausschuss nach wenig nachvollziehbaren Kriterien. Völlig ausgeschlossen blieben dabei die Betroffenen. Dies widerspreche massiv dem Unterrichtsziel, junge Menschen zu mitgestaltungswilligen, mündigen Bürgern zu erziehen, was von Beginn an Teil der Mensa-Philosophie gewesen sei, da die Schüler über Jahre in die Gestaltung und Einrichtung des Gebäudes und später auch in die Menüplanung eingebunden gewesen seien.

    Seit Wochen bekämen die Lehrer das Unverständnis und die Enttäuschung der Schüler zu hören und zu spüren. Lehrer wie Schüler erlebten, „dass administratives und politisches Handeln (in diesem Fall) nicht hauptsächlich am Wohl der Schüler orientiert zu sein scheine. Der Brief endet mit einem Appell an die Kreispolitiker: „Geben Sie ,food@ducation' eine Chance.“

    Mensa-Chefs sprechen mit angehender Landrätin – Demo am Samstag mit Kochlöffeln

    Am Dienstag traf Bettina Dickes, angehende Landrätin, die beiden Röka-Mensa-Betreiber Johannes Zimmermann und Sebastian Rösler von Foodeducation. Sie tauschten sich über die Vergabe des Verpflegungsauftrags aus und stellten fest:

    Die Kommunikation im Vorfeld der Auftragsvergabe hätte besser laufen können. Am gestrigen Mittwoch traf sich Bettina Dickes dann mit Lehrer-, Schüler- und Elternvertretern, um ebenfalls über die Mensa-Thematik zu sprechen. Tenor: Man bleibe in Kontakt.

    Unterdessen teilten die beiden Röka-Schülersprecher Hannes Milde und Felix Messer mit, dass die Mensa-Demo am morgigen Samstag um 15.30 Uhr auf dem Bad Kreuznacher Kornmarkt läuft: mit Reden, Transparenten und mit Kochlöffeln. Erwartet werden zwischen 150 und 250 Teilnehmern aus Röka und IGS Sophie Sondhelm. Am Montag wird sich eine Delegation aus Lehrern, Eltern und Schülern im Kreistag einfinden, in der gleich zu Beginn über die Mensa diskutiert wird. SPD und Linke haben diese Diskussion beantragt.

    Röka-Mensa kommt nicht zur Ruhe - MenüPartner widerspricht VorwürfenKehrtwende: Zimmermann bleibt Foodeducation treuGustl Stumpf kommentiert die Entwicklung an der Röka-MensaLandrätin Bettina Dickes: Gut, dass die Ex-Mensa-Chefs eine Perspektive habenFoodeducation: Ex-Mensa-Chefs heuern bei MenüPartner anweitere Links
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