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Heimweiler/Becherbach

Landesstraße bei Heimweiler überflutet: Hang rutschte ab

Am frühen Samstagmorgen gegen 4 Uhr meldeten Autofahrer, dass die Landesstraße 182 zwischen Heimweiler und Becherbach überflutet sei. Die Ursache war recht schnell klar, die Folgen dennoch groß.

Etwa 15 Zentimeter hoch stand das Wasser auf der L 182 zwischen Heimweiler und Becherbach. Foto: Sebastian Schmitt
Etwa 15 Zentimeter hoch stand das Wasser auf der L 182 zwischen Heimweiler und Becherbach.
Foto: Sebastian Schmitt

Einige Minuten nach den Erstmeldungen klingelte bei Straßenwärter Niklas Spang und seinem Kollegen Christoph Klose das Bereitschaftstelefon. "Die Regenmenge der vergangenen Tage war ja überschaubar, und so stand schnell fest, dass es sich um einen Rohrbruch handeln musste“, berichtet Spang.

Als das Bereitschaftsteam an der Einsatzstelle ankam, sprudelte das Wasser in großen Mengen aus dem Erdreich und überflutete auf einer Länge von etwa 25 Metern die Straße. Rund 15 Zentimeter stand das Wasser hoch. „Das Wasser muss wohl schon einige Zeit gelaufen sein, sodass auf der Talseite bereits der Straßenhang abgerutscht war“, ist sich Spang sicher.

Das frisch aus einem Brunnen geförderte Trinkwasser mit etwa 7 bis 8 Grad dampfte auf der gefrorenen Straße wie heißes Thermalwasser. Der stellvertretende Werkleiter Burkhard Lörsch erklärt auf Anfrage unserer Zeitung die Hintergründe: „In Heimweiler und Limbach befinden sich zusammen zehn Trinkwasserbrunnen, die das Wasser aus Tiefen bis zu 100 Metern fördern. Das wird dann nach Heimweiler in einen großen Sammelbehälter gepumpt und von dort zum Beispiel in die Stadt Kirn oder in den neuen Hochbehälter Oberhausen weiter verteilt“.

Der rund 400 Kubikmeter große Sammelbehälter in Heimweiler ist an seiner Kapazitätsgrenze und auch nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Deshalb ist ein Neubau eines Sammelbehälters in Planung. Dieser wird noch größer sein als der, der im vergangenen Jahr in Oberhausen in Betrieb genommene Hochbehälter. Der Bereitschaftsdienst der Wasserwerke war umgehend vor Ort und stellte das Wasser in der geborstenen Leitung ab. Um eine Eisbildung zu verhindern, streute ein herbeigerufenes Streufahrzeug die Straße ab.

„Kleinere, schleichende Rohrbrüche orten unsere Mitarbeiter mittels akustischer Lecksuchgeräte und abschnittsweise mit Durchflussmessungen.“ Selten müsse die Hilfe von Fremdfirmen in Anspruch genommen werden. Von Rohrbrüchen betroffen seien sowohl die Hauptleitungen als auch die Hausanschlussleitungen. Oftmals seien Veränderungen oder Spannungen im Erdreich durch Frost die Ursache, wenn eine Wasserleitung unvermittelt bricht. „Beim glatten Durchbruch einer Hauptleitung der Dimension DN 100 zum Beispiel laufen dann bis zu 20 Kubikmeter Wasser pro Stunde, also 20.000 Liter, unkontrolliert aus“, berichtet Lörsch.

In der Verbandsgemeinde Kirn-Land werden die Auslaufmengen aus den Hochbehältern zum Ortsnetz und die Füllstände der Hochbehälter permanent über eine Fernüberwachungseinrichtung aufgezeichnet und überwacht. Vor allem die Nachtdurchflüsse gäben Aufschluss darüber, ob ein Ortsnetz dicht sei oder ob sich ein schleichender Rohrbruch ankündige. „Außerhalb der Dienstzeit oder am Wochenende ist die Wasserversorgung durch Bereitschaftsdienste gewährleistet“, fügte Lörsch hinzu. Die Straßenwärter waren bis 9 Uhr im Einsatz, die L 182 wurde auf eine Fahrbahn in der Mitte verengt. „Wir mussten in dem kurvigen Bereich aus Gründen der Verkehrssicherheit eine Ampel aufbauen und haben die Straße auf 2,75 Meter Breite eingeschränkt“, berichtet Straßenwärter Niklas Spang.

Von unserem Reporter Sebastian Schmitt

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