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Bad Sobernheim

Forstreform in Bad Sobernheim: Ab 2019 sollen die Revierleiter mehr Verantwortung bekommen

Sascha Saueressig

Das Forstamt Bad Sobernheim muss sich neu strukturieren. Mit dem Wechsel des Bad Münsterer Forsts an die Stadt Bad Kreuznach sowie dem Ausscheiden der Gemeinden Schweinschied, Löllbach, Abtweiler, Staudernheim, Odernheim und Lettweiler aus der staatlichen Beförsterung fallen mehr als 800 Hektar Wald weg. Das entspricht ungefähr der Fläche eines halben Forstreviers.

Forstamtsleiter 		Rüdiger Scheffer
Forstamtsleiter Rüdiger Scheffer
Foto: sig

Forstamtsleiter Rüdiger Scheffer und seine Mitarbeiter haben nun ein neues Konzept erarbeitet, das in dieser und der nächsten Woche allen Gemeinden in mehreren Sitzungen detailliert vorgestellt wird. Für Scheffer ging es in den vergangenen Monaten darum, mit Blick auf die Wünsche der Gemeinden, die Fixkosten zu reduzieren – und Kostensteigerungen trotz der kleineren Waldfläche zu vermeiden. Zugleich sollen die Revierleiter aber in den staatlich beförsterten Gemeindewäldern zwischen Oberreidenbach, Schwarzerden, Traisen und Becherbach in der Pfalz trotz des Kostendrucks weiterhin präsent sein. „Wir haben bei der Betrachtung versucht, die Zuschnitte der Reviere weitestgehend beizubehalten“, erläutert Scheffer. Mit einer Einschränkung: Aus dem Forstrevier Bad Münster wird in Zukunft das Forstrevier Nahe-Glan, zu dem die Gemeindewälder der Orte Rehborn, Raumbach, Schmittweiler, Callbach, Reiffelbach und Becherbach aus dem ehemaligen Revier Meisenheim hinzukommen sollen. Und das ehemalige Revier Meisenheim soll in Zukunft für die verbleibenden Gemeinden dann Meddersheim heißen. Darüber hinaus wird das bisher von Martin Stadtfeld betreute Privatwaldrevier Nahe-Glan aufgelöst und in Zukunft von den örtlich zuständigen Förstern mitbetreut. „Wir wollen versuchen, die Reviere annähernd gleich groß zu gestalten und den Arbeitsaufwand damit auch“, sagt Scheffer. So soll es ab 2019 dann weiter sechs kommunale Forstreviere geben.

Zum 1. Januar 2019 sollen die Reviere des Forstamts Bad Sobernheim neu gegliedert werden. Durch den Wechsel des Gemeindewalds Bad Münster nach Bad Kreuznach zum Forstamt Soonwald sowie der Verpachtung von sechs Gemeindewäldern an Waldwirtschaft Schmitz fallen 800 Hektar Wald weg. Neu ist der Zuschnitt für das Revier Nahe-Glan sowie das verkleinerte Forstrevier Meddersheim, das aus dem Revier Meisenheim hervorgehen soll.
Zum 1. Januar 2019 sollen die Reviere des Forstamts Bad Sobernheim neu gegliedert werden. Durch den Wechsel des Gemeindewalds Bad Münster nach Bad Kreuznach zum Forstamt Soonwald sowie der Verpachtung von sechs Gemeindewäldern an Waldwirtschaft Schmitz fallen 800 Hektar Wald weg. Neu ist der Zuschnitt für das Revier Nahe-Glan sowie das verkleinerte Forstrevier Meddersheim, das aus dem Revier Meisenheim hervorgehen soll.
Foto: RZ-Grafik

Personell soll auch weitestgehend Kontinuität gewahrt werden: Im Frühjahr 2019 werden Martin Stadtfeld sowie Karl-Heinz Lietze im Revier Bad Münster in den Ruhestand gehen. Dementsprechend soll das neue Revier Nahe-Glan – sofern die Neugliederung bis Ende August die Zustimmung aller Gemeinden und Städte findet – dann frühzeitig neu ausgeschrieben werden. Außerdem plant Scheffer eine zumindest teilweise Abkehr von dem 2010 eingeführten TPL-System. „Wir wollen wieder stärker ins alte Reviersystem zurückkehren“, sagt er. So sollen die Revierförster in Zukunft wieder primär für den Holzeinschlag zuständig sein und wieder mehr Verantwortung haben. Die Position des technischen Produktionsleiters (TPL), die der ehemalige Heimweilerer Revierförster Klaus Günther seinerzeit übernommen hat, soll ebenfalls wegfallen. So wolle man die Fixkosten der Gemeinden für die Beförsterung durchweg senken. Scheffer kalkuliert mit 5 bis 15 Prozent Ersparnis. Allerdings soll die Holzaufnahme – sprich die tatsächlichen Lohnkosten bei einem Holzeinschlag – dann jeweils etwas teurer werden. Die Holzaufnahme soll künftig von einem Holzwirtschaftsmeister gemeinsam mit den sechs Waldarbeitern des Forstamts gesteuert werden. „Hiefür war neben dem TPL bislang der technische Produktionsassistent zuständig, und dies soll dann künftig der Holzwirtschaftsmeister machen“, erklärt Scheffer. Die Forstwirte würden künftig maßnahmenbezogen abgerechnet. Holzverkauf und Brennholzbestellungen werden wie bisher auch in Bad Sobernheim gesteuert – und sind kostenfrei für die Gemeinden. Wie die Holzvermarktung – über geplante kommunale Gesellschaften – umgesetzt werde, hänge auch vom ausstehenden Urteil des Bundeskartellamts ab.

Dennoch hofft der Forstamtsleiter, nicht nur kostengünstiger für die Gemeinden als Dienstleister zu werden, sondern auch die Qualitätsstandards des zentralen Holzeinschlags in den Revieren fortführen zu können. Um die Reform aber am 1. Januar 2019 umzusetzen, sind nun die 62 Ortsgemeinden gefordert bis Ende August ihre Zustimmung zu den neuen Revieren, der Beförsterung durch Landesforsten sowie den sechs Revierförstern zu signalisieren. Parallel wird das Gespräch mit den Privatwaldbesitzern im Waldbauverein Nahe-Glan gesucht, erklärt Scheffer. Und ab September würde dann die Abstimmung mit den sechs Gemeinden und dem Pächter Waldwirtschaft Schmitz anstehen.

Von unserem Redakteur Sascha Saueressig

Sechs Reviere bleiben

In den sechs kommunalen Forstrevieren sollen künftig die Privatwaldbesitzer mitbetreut werden.

Das Forstrevier Sien mit Revierleiter Volker Schütz wächst von 1600 Hektar in neun Gemeinden auf künftig 1710 Hektar. Das Forstrevier Kirn mit dem kommissarischen Revierförster Johannes Gödert in zehn Gemeinden schrumpft um 20 Hektar Staatswald auf dann 1720 Hektar. Das Forstrevier Lützelsoon mit Revierleiter Ervin Kraus in zehn Orten wächst um 30 Hektar auf dann 1690 Hektar Waldbodenfläche.Das Forstrevier Meddersheim (ehemals Meisenheim) von Revierleiter Stefan Gesse umfasst 1690 Hektar in den Gemeinden Merxheim, Martinstein, Meddersheim, Kirschroth, Bärweiler, Hundsbach, Lauschied, Jeckenbach, Desloch, Breitenheim und Meisenheim. Das Revier Bad Sobernheim mit seinen neun Gemeinden von Förster Frank Steines wächst um gut 125 Hektar auf 1895 Hektar. Das neue Forstrevier Nahe-Glan von Karl-Heinz Lietze, der im Frühjahr in Ruhestand geht, umfasst 14 Gemeinden und 1655 Hektar Wald.

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