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Bad Kreuznach

Die ersten Flüchtlinge kommen

Es gibt neue Wege in Asylverfahren. Dabei spielt aiuch Bad Kreuznach eine Rolle.

Was der Arbeitskreis Asyl zur "Save me"-Kampagne beitragen kann, besprachen Marie Weber und Norbert Trosien vom UNHCR Berlin.
Foto: Nürnberg
Was der Arbeitskreis Asyl zur "Save me"-Kampagne beitragen kann, besprachen Marie Weber und Norbert Trosien vom UNHCR Berlin.
Foto: Nürnberg – Josef Nürnberg

Bad Kreuznach – Die ersten vier Flüchtlinge aus dem neuen Wiederansiedlungsprogramm werden Mitte des Monats in Bad Kreuznach ankommen.

Wie das Resettlement-Programm zustande kam und über seine Inhalte informierte Norbert Trosien vom UNHCR Berlin im Bonhoefferhaus.

Von einem Paradigmenwechsel in Sachen Flüchtlingspolitik sprach auch Ausländerpfarrer Siegfried Pick vom Arbeitskreis Asyl Bad Kreuznach. Denn erstmals kommen Menschen aus dem Flüchtlingslager Choucha an der tunesisch-libanesischen Grenze nach Deutschland und in den Landkreis Bad Kreuznach, die schon dort ihre Anerkennung als Flüchtlinge durch die Vereinten Nationen erhalten haben. Damit sind für diese Flüchtlinge lange Wartezeiten in Sachen Asylverfahren kein Thema mehr. Pick ist erleichtert: "Mit der Unsicherheit, wie das Asylverfahren ausgeht, haben diese Menschen nichts mehr zu tun."

Die vier Männer – zwei aus dem Sudan, einer aus dem Irak und einer aus Eritrea – gehören zu 300 Personen, die nun als anerkannte Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Rheinland-Pfalz nimmt 14 von ihnen in den beiden "Save me"-Städten Mainz und Bad Kreuznach auf. Beide Kommunen hatten um Zuweisung der Menschen gebeten. Sowohl Pick als auch Trosien sind überzeugt, dass Deutschland weit mehr als diese 300 anerkannten Flüchtlinge aufnehmen könnte und zeigten sich zuversichtlich, dass die Zahl steigen wird.

Pick sagt: "Es ist ein Einstieg." Wie Trosien deutlich machte, geht es nun darum, die Menschen schnell in Deutschland zu integrieren. Hierfür seien Sprachkurse wichtig, aber auch ein schneller Einstieg in den Beruf, sagte Trosien. Der Arbeitskreis Asyl mit seinen gut 140 Mitgliedern steht bereit, um die vier Neuankömmlinge zu unterstützen. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden wollen die Mitglieder helfen. "Sollten irgendwann mehr anerkannte Asylanten im Rahmen des Resettlement-Programms kommen, sind unsere Kapazitäten auch hierfür groß genug", ist Pick sicher.

Auch Marie Weber zeigte sich von dem Programm angetan und hofft wie Pick, dass künftig mehr Menschen über das Resettlement-Programm nach Bad Kreuznachkommen. Davon dass von 2012 bis 2014 nur jeweils 300 Menschen im Rahmen des Programms in Deutschland Heimat finden, zeigte sich Trosien ein wenig enttäuscht. "Deutschland könnte mühelos 2500 Menschen aufnehmen", meinte er. Dass das Programm zum Erfolg wird, hänge stark vom Engagement der Zivilbevölkerung ab, so Trosien. Für Stadt und Kreis Bad Kreuznach dürfte mangelndes Engagement aus der Zivilbevölkerung keine Hürde sein, waren sich die Teilnehmer des Gesprächs im Bonhoefferhaus einig.

Josef Nürnberg

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