40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Bad Ems/Lahnstein
  • » Minister Lewentz: Welterbe Oberes Mittelrheintal besser gestalten und vermarkten - Neuer Managementplan
  • Aus unserem Archiv

    MittelrheinMinister Lewentz: Welterbe Oberes Mittelrheintal besser gestalten und vermarkten - Neuer Managementplan

    Leerstände, Investitionsstaus und Nachfolgeprobleme im Gastgewerbe: Das Welterbe Oberes Mittelrheintal bietet Besuchern neben Licht auch viel Schatten. Innenminister Roger Lewentz sieht in der Tourismusregion noch viel Luft nach oben, wenn auch zahlreiche positive Impulse zu erkennen seien. Als strategischen Rahmen für die Weiterentwicklung des Tals bis zur Buga 2031 und darüber hinaus will Lewentz in diesem Jahr die Fortschreibung des Managementplans fürs Welterbe auf den Weg bringen.

    Burgen, Weinbau, Denkmäler und Rhein: Der neue Managementplan soll erläutern, wie der außergewöhnlich universelle Wert des Welterbes Oberes Mittelrheintal erhalten werden kann. Dazu gehört auch die Ausweisung von Entwicklungszonen und Schutzgebieten.
    Burgen, Weinbau, Denkmäler und Rhein: Der neue Managementplan soll erläutern, wie der außergewöhnlich universelle Wert des Welterbes Oberes Mittelrheintal erhalten werden kann. Dazu gehört auch die Ausweisung von Entwicklungszonen und Schutzgebieten.
    Foto: Andreas Jöckel

    Der Tourismus ist als Wirtschaftsfaktor inmitten der zwar einzigartigen, aber strukturschwachen Kulturlandschaft überlebensnotwendig: „Dennoch locken wir noch nicht die Massen an Besucherzahlen an, die wir generieren könnten“, ist Lewentz im Redaktionsgespräch mit unserer Zeitung überzeugt und zeigt mit seinem Smartphone Fotos von einem Besuch der Bastei im Elbsandsteingebirge, die jährlich bis zu 1,5 Millionen Besucher zählt. „Was die spektakulären Ausblicke betrifft, muss die Loreley da keinen Vergleich scheuen.“ Höchste Zeit ist es für Lewentz deshalb gewesen, mit rund zehn Millionen Euro Bundes- und Landesmitteln den Umbau des Loreley-Plateaus, wo die Besucherzahl bislang auf rund 300.000 pro Jahr geschätzt wird, in einen Kultur- und Landschaftspark zu starten, der den Gästen die Geschichte und die Mystik des Felsens in einem Spannungsbogen vermittelt.

    Buga 2031 soll neue Impulse bringen

    Doch damit ist für den Innenminister das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: Vom Umfeld des Loreley-Plateaus mit Freilichtbühne über Wander- und Radwege bis zur Gestaltung der Uferbereiche und Ortskerne in zahlreichen Gemeinden auf beiden Rheinseiten müsse die Region als Ganzes weiterentwickelt und besser vermarktet werden.

    Foto: Carlo Rosenkranz

    Als Vater der Idee zur Buga 2031 von Rüdesheim bis Koblenz sieht Lewentz in dem Projekt ein gemeinsames Ziel für alle Beteiligten auf diesem Weg. Ein Buga-Etat aus Steuermitteln in vielleicht dreistelliger Millionenhöhe, der ein Vielfaches an privaten Investitionen auslösen könne, werde nicht nur für den Tourismus neue Impulse setzen. Eine bessere Verkehrsinfrastruktur und schnelles Internet schaffe auch die Grundlage für Heimarbeitsplätze in landschaftlich attraktiver Lage. Begleitet werden müsse dieser Prozess neben einer professionellen Buga GmbH auch von einem modernen Regionalmanagement, das sich aus dem Welterbe-Zweckverband entwickeln könne. Wichtig sei, dass die Entwicklung nach Abwicklung einer Buga-Gesellschaft 2032 nicht endet: „Der Schwung muss bis in die 2040er-Jahre weitergehen.“

    Managementplan als Beurteilungsinstrument

    Bei der Entwicklung touristischer Highlights und Verkehrskonzepten darf im Oberen Mittelrheintal die Welterbeverträglichkeit nicht aus den Augen verloren werden. Eine Neuauflage des Managementplans, die voraussichtlich rund 200.000 Euro kosten wird, soll den strategischen Rahmen dafür bilden. Die Unesco hat alle Welterbestätten dazu aufgefordert, solche Pläne in Abstimmung mit dem Welterbekomitee auszuarbeiten. Erklärte Ziele am Mittelrhein sind:

    • Sicherung des Weinbaus
    • Ausbau des touristischen Profils
    • Erhalt von Burgen, Ortsbildern und Denkmälern
    • Lärmbekämpfung und integriertes Verkehrskonzept
    • Sicherung der Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung
    • Optimierung von Organisationsstrukturen
    • Imageverbesserung und Stärkung der regionalen Identität

    Der Managementplan soll erläutern, wie der außergewöhnlich universelle Wert der Welterbestätte erhalten werden kann. Somit bildet er für die Unesco und alle Beteiligten ein Planungsinstrument für den Schutz, die Nutzung, die Pflege und die erforderliche Weiterentwicklung des Welterbes. Zuständig für die Ausarbeitung ist die Landesplanung im Innenministerium in Mainz. Referatsleiter Roland Johst erläutert den Kernpunkt des Plans: „Ein Bestandteil des Managementplans für das Welterbe Oberes Mittelrheintal wird die Erstellung einer Verträglichkeitsstudie für die Kulturlandschaft sein. Damit soll ermöglicht werden, aufbauend auf einer mit der Unesco abgestimmten Methodik, größere Infrastrukturprojekte wie die geplante Ortsumgehung Braubach oder auch Hotelprojekte schneller hinsichtlich ihrer Welterbeverträglichkeit zu beurteilen und Entwicklungszonen beziehungsweise Schutzgebiete für das Mittelrheintal aufzeigen zu können.“ Damit auch die Betrachtung der Mittelrheinbrücke in den Managementplan einfließen kann, müsste laut Lewentz noch der Rhein-Hunsrück-Kreis wie bereits der Rhein-Lahn-Kreis dem Start eines Raumordnungsverfahrens zustimmen.

    Zeitliche Abfolge

    Bis Oktober dieses Jahres soll der Auftrag für den neuen Managementplan ausgeschrieben und vergeben werden. Die Entwicklung dauert mit Einbeziehung aller Beteiligten und inklusive zweier Bürgerveranstaltungen von November 2017 bis April 2019. Im Mai 2019 soll der neuen Managementplan fürs Welterbe dann präsentiert werden.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Konzept für Buga 2031 auf der Zielgerade: Smartphone soll Besucher durchs Welterbe führenKonzept für Buga 2031 auf der Zielgerade: Smartphone soll Besucher durchs Welterbe führenFotos: Eine fiktive Reise durchs Welterbe zur Buga 2031Treff zum Thema Buga-Beirat: Denkfabrik fürs Welterbe könnte künftig auf dem Mittelrhein schippernBuga-Freunde 2031 sind jetzt gemeinnützig - Verein will Arbeit jetzt ausweitenweitere Links
    Bad Ems Lahnstein
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Anzeige
    Regionalwetter
    Dienstag

    10°C - 20°C
    Mittwoch

    12°C - 21°C
    Donnerstag

    12°C - 20°C
    Freitag

    13°C - 22°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige