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Miehlen/Nastätten

IGS macht Benefiztour: Durchs Gewitter für Ruanda

Thorsten Stötzer

Blitz und Donner begleiten die gute Tat: Gerade noch rechtzeitig erreichen die Teilnehmer an der Aktion „Radeln für Ruanda“ die sogenannte Stadthalle in Miehlen. Im geräumigen Blockhaus finden alle Schutz vor dem Gewitter, während draußen das Wasser den Langen Berg hinunterschießt. Der evangelische Pfarrer Markus Bomhard hat seinen Talar angezogen, um eine kleine Andacht zu leiten. Vor ihm sitzt eine Gemeinde, die in T-Shirts und kurze Hosen gekleidet ist.

Zahlreiche Radfahrer versammelten sich an der Miehlener Stadthalle, um sich für Schüler in Ruanda ins Zeug zu legen. Start der gut 50 Teilnehmer war in Nastätten an der Nicolaus-August-Otto-Schule.
Zahlreiche Radfahrer versammelten sich an der Miehlener Stadthalle, um sich für Schüler in Ruanda ins Zeug zu legen. Start der gut 50 Teilnehmer war in Nastätten an der Nicolaus-August-Otto-Schule.
Foto: Thorsten Stötze

Gut 50 Radfahrer sind zuvor in Nastätten an der Nicolaus-August-Otto-Schule aufgebrochen, um das Ruanda-Jahr der Verbandsgemeinde zu unterstützen. Mehr als 30 von ihnen dürften Gesamtschüler sein, es fahren ebenso Lehrer und interessierte Erwachsene mit, auch Schulleiter Ulrich Landes und VG-Bürgermeister Jens Güllering sind dabei und strampeln die Höhe hinauf, ehe sie über den Hof Aftholderbach wieder talwärts gelangen. Polizisten auf dem Rad und Feuerwehrleute in Autos sichern die Gruppe.

An der Stadthalle warten gesponserte Äpfel, Bananen und Wasserflaschen sowie ein Stromausfall. Der macht den Benefiztag erst recht zu einem Erlebnis für die Kinder, die mit ihrem Einsatz Geld für Ruanda sammeln. Jeder der insgesamt elf zu fahrenden Kilometer wird honoriert mit einer Spende, sei es von den Schülern selbst, ihren Eltern oder anderen Sponsoren, die sie selbst gesucht haben. „Das kann ganz individuell sein“, erläutert Ole Dietrich, einer von zwei Sportlehrern im Organisationsteam.

In einem Musterfall würde für jeden Kilometer ein Euro gezahlt. Natürlich gibt es weitere Möglichkeiten, der „Primary und Secondary School of Matura“ und die „Groupe Scolaire Ngarama“, die mit Schule beziehungsweise Verbandsgemeinde Kontakte pflegen, zu helfen. Außer Spenden kommt Förderung in Form von Sach- und Dienstleistungen infrage, das zeigt sich auch beim kleinen Fest, das auf dem Nastätter Pausenhof im Anschluss an die Radtour nach Miehlen und zurück angesetzt ist.

„Der Förderverein ist mit im Boot“, schildert Dietrich, und die Zwölftklässler ebenso, wenngleich Gewitterregen natürlich nicht den besten Hintergrund bietet für Geselligkeit rund um die Hüpfburg des Landessportbunds und den Grill. Aber es gibt größere Probleme. Das belegen beim Zwischenstopp die kurzen Berichte über Ruanda. „Es gibt dort eine lange Mängelliste“, sagt Dietrich über den Zustand der Schulen.

Jens Güllering hebt vor den Schülern hervor, wie schlecht es um Klassenräume und Toiletten in dem afrikanischen Land bestellt sei. Die Mittel aus der Verbandsgemeinde würden über Ruandas Hauptstadt Kigali geleitet, es sei sichergestellt, dass die Partnerschulen von ihnen profitierten, erklären er und Dietrich. Zur Spendenradtour kam es, weil Spendenläufe inzwischen altbekannt sind. „Ich finde die Idee bis heute super“, betont der Bürgermeister, „aus meiner Sicht muss es nicht die letzte Aktion sein.“

Güllering lobt weiterhin die Zusammenarbeit mit Ole Dietrich und dessen Kollegen Fabian Hillingshäuser im Organisationsteam. Danach gehört das Wort Pfarrer Bomhard, der ebenfalls an der NAO-Schule unterrichtet. Er wünscht sich, dass Fahrradklingeln an diesem Tag die Kirchenglocken ersetzen. Dem Heiligen Geist setzt er gleich mit „Rückenwind beim Fahrradfahren“, so zieht sich dieses Motiv durch die Andacht.

Es sei nicht selbstverständlich, Fahrräder und Schulen zu besitzen. Dann werden zur Gitarre und ohne Gesangbuch Lieder angestimmt. „Sei gepriesen für Licht an unserm Fahrrad“, heißt es beispielsweise bei „Laudato Si“. Und noch einen Rat gibt Bomhard mit: „Stabilität ist gut, Bewegung ist besser“, das gelte auf dem Fahrrad genauso wie im Leben und im Glauben. Anschließend wird es Zeit für den Rückweg. Die Lehrer erinnern zur Sicherheit an Physikwissen: Bei Nässe wird der Bremsweg länger.

Von unserem Mitarbeiter Thorsten Stötzer

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