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Kreis Altenkirchen

Flüchtlinge: Situation im Kreis erheblich entspannt

Den Verbandsgemeinden werden aktuell erheblich weniger Flüchtlinge zugewiesen als noch vor wenigen Monaten. Nachdem die Balkanroute faktisch geschlossen ist und zudem das Abkommen mit der Türkei offenbar erste Früchte trägt, hat sich die Lage vor Ort erheblich entspannt. Das hat eine RZ-Umfrage bei den VGs im Kreis Altenkirchen sowie bei der Kreisverwaltung ergeben.

Von unserem Redaktionsleiter Marcelo Peerenboom

Wie Kreissprecherin Christina Held mitteilt, wurden dem Landkreis seit Jahresbeginn 412 Flüchtlinge zugewiesen – kein Vergleich zu der Situation, wie sie sich noch Ende 2015 dargestellt hatte. Zum Vergleich: Allein im Dezember waren 300 gekommen. Entsprechend hat sich auch die Wohnraumsituation entspannt. "Für die kommenden Monate ist genügend Wohnraum vorhanden", so Held. Ursprünglich hatte die Kreisverwaltung an der Bereitstellung größerer Objekte gearbeitet, um der Lage Herr zu werden. Ein Objekt hat der Kreis bereits erworben; weitere hingegen hat die Verwaltung auf Eis gelegt – darunter auch das Kolpinghaus sowie das Katasteramt in Wissen. Was ebenfalls zur Entspannung beiträgt: Die Zahl der freiwilligen Ausreisen hat stark zugenommen. Bis jetzt haben nach Auskunft von Held 39 Menschen davon Gebrauch gemacht; bis Mai werden weitere 32 Flüchtlinge ausreisen.

Hier ein Überblick über die Situation in den Verbandsgemeinden:

VG Altenkirchen: Derzeit leben 265 Flüchtlinge in der VG, darunter sind 75, die seit Jahresbeginn zugewiesen wurden. Der Verwaltung ist es nach Angaben von Büroleiter Fred Jüngerich gelungen, ausreichend Wohnraum auf dem freien Markt zu akquirieren. "Wir könnten auch umgehend auf weiteren privaten Wohnraum zurückgreifen", teilt Jüngerich mit.

VG Betzdorf: Eine "gewisse Entspannung" kann Büroleiter Günter Langenbach vermelden. Von den 185 Flüchtlingen, die die VG derzeit betreut, sind 43 in diesem Jahr hinzugekommen. Wohnraum ist noch ausreichend vorhanden; Gespräche mit einem größeren Vermieter, bei dem es um 180 Wohnungen ging (die RZ berichtete), wurden allerdings ausgesetzt.

VG Flammersfeld: Seit Januar hat die Verbandsgemeinde 22 neue Flüchtlinge aufgenommen. Nach Angaben von Manfred Pick sind die ehrenamtlichen Kräfte und die Verwaltung weiter voll ausgelastet, wobei er schon feststellt, dass über Asylanträge inzwischen schneller entschieden wird. Einige sind auch freiwillig ausgereist.

VG Hamm: Die Verbandsgemeinde hat seit Jahresbeginn 55 Menschen aufgenommen, wie Christian Seidler vom Sozialamt mitteilt. Insgesamt beurteilt er die Lage mit aktuell 163 Asylbewerbern als "sehr gut". Durch das Mitwirken zahlreicher Ehrenamtler würden die Flüchtlinge unterstützt, sich in Hamm zurechtzufinden. Wie er berichtet, haben die meisten den Willen, die deutsche Sprache schnell zu erlernen.

VG Herdorf-Daaden: Den zahlenmäßig größten Zuwachs hat die Verbandsgemeinde Herdorf-Daaden zu verzeichnen: Seit Januar wurden 100 Personen zugewiesen. Insgesamt werden in der VG derzeit 240 Menschen betreut. Alle können in Wohnungen untergebracht werden, die auf dem freien Markt angemietet wurden. "Auch aktuell sind auf dem Markt noch Wohnungskapazitäten vorhanden", berichtet Bürgermeister Wolfgang Schneider. Er kann übrigens bisher nicht feststellen, dass sich die Verfahren beschleunigt haben. Im laufenden Jahr seien erst drei Personen anerkannt worden.

VG Gebhardshain: "Die Lage ist zurzeit relativ entspannt", berichtet Bürgermeister Konrad Schwan. Seit Jahresbeginn hat die Verbandsgemeinde 13 Flüchtlinge aufgenommen. Gebhardshain ist dabei derzeit eine von drei Verbandsgemeinden im Kreisgebiet, die Wohnungen angemietet hat, die im Moment nicht belegt sind. Teils seien hier aber noch Arbeiten im Gange, so Schwan. "Zudem ist angemieteter Wohnraum freigeworden, weil nicht anerkannte Asylbewerber ausgereist sind." Eine Beschleunigung der Verfahren hat Schwan bisher nicht registrieren könnem.

VG Kirchen: Fachbereichsleiter Bernd Schmidt teilt mit, dass seit Januar 72 Personen neu zugewiesen wurden. Insgesamt seien die Zahlen deutlich zurückgegangen. "Wie lange diese Situation angesichts der nach wie vor unveränderten Lage in den Krisengebieten anhält, kann nicht beurteilt werden", meint Schmidt. Auch die VG Kirchen hat vorsorglich Wohnungen angemietet, die aktuell (noch) nicht belegt sind.

VG Wissen: Positiv beurteilt Svenja Held von der Verwaltung in Wissen die aktuelle Lage. Es sei gelungen, das große ehrenamtliche Engagement zu bündeln und zu optimieren. Stadtbeigeordneter Horst Pinhammer koordiniert inzwischen die ehrenamtlichen Helfer. Seit Januar hat die VG 14 neue Asylbegehrende aufgenommen. Vier von der VG angemietete Wohnungen sind aktuell nicht belegt, berichtet Held.

Altenkirchen Betzdorf
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