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    Auch Derschen wünscht sich einen Dorfplatz

    Friedewald hat einen, Biersdorf ebenso und bald wohl auch Oberdreisbach. Da wollen die Derschener nicht hintanstehen – auch sie wünschen sich einen neuen Dorfplatz als Treffpunkt und Ort zum Feiern. Der Heimatverein hat diesbezüglich nun die Initiative ergriffen und einen entsprechenden Antrag an die Ortsgemeinde gestellt. Am Dienstagabend befasste sich der Rat mit dem Thema.

    Dabei zeigte sich, dass man der Sache dort grundsätzlich sehr positiv gegenübersteht. Allerdings ist es bislang nicht mehr als eine Idee. Wie so ein Dorfplatz aussehen könnte und wie er zu finanzieren wäre – das sind Fragen, die freilich später noch geklärt werden müssen. So wurde zum Einstieg erst mal munter diskutiert, welche Örtlichkeiten überhaupt infrage kämen.

    Der Heimatverein schlägt das freie Grundstück an der Daadener Straße im Bereich der alten Schule (Höhe Bushaltestelle) vor. Erst im Juli hatte der Rat beschlossen, das vor Jahren von der Gemeinde zur Schaffung eines Bauplatzes erworbene Areal zu veräußern, auch um sich künftig die zeit- und kostenintensive Pflege der 906 Quadratmeter großen Fläche zu ersparen.

    Aus Sicht des Heimatvereins ist das Grundstück aufgrund seiner zentralen Lage jedoch „ideal“ für einen Dorfplatz geeignet. Ein solcher, heißt es im Antrag, wäre „für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt im Dorf eine Bereicherung. Alle Mitbürger hätten einen Anlauf- bzw. Treffpunkt zum Gedankenaustausch sowie einen Sammelpunkt für Mitfahrgelegenheiten oder auch mal für ein kleines Fest.“ Ratsmitglied Johannes Rosenkranz, zugleich Vorsitzender des Heimatvereins, bekräftigte noch einmal das Ansinnen: „Wir möchten einen Anstoß geben, was Neues zu errichten, etwas mit Perspektive – einen Dorfplatz für unsere Bevölkerung.“

    Aus selbiger hat Thorsten Pfau bislang fast nur positive Signale vernommen. „Ein Dorfplatz würde von vielen im Ort begrüßt“, sagte er. Allerdings gebe es nicht wenige, die doch eher einen anderen Standort bevorzugen würden.“

    Ein Favorit wäre demnach die „Süße Ecke“ an der Einmündung Schmiedengasse/Talstraße. Die Vorteile dort liegen, so Pfau, auf der Hand: die zentrale, ebenerdige Lage, dazu in einem verkehrsberuhigten Bereich, und nebenan der Backes, „den man bei Feierlichkeiten mit einbeziehen könnte“. Anneliese Heß gab indes zu bedenken, dass die „Süße Ecke“ vor Jahren mal als Standort für den Glockenturm im Gespräch war. Damals galt der Platz als zu klein, Bäume sollten weg, Anwohner lehnten ab – letztlich stellte man den Glockenturm am Ortseingang von Friedewald kommend auf. Für einen Dorfplatz ohne Turm wäre die „Süße Ecke“ hingegen womöglich groß genug – optional wurde im Rat eine Ausweitung auf eine benachbarte Freifläche in der Talstraße ins Spiel gebracht. Die Krux: Das Grundstück gehört einer Erbengemeinschaft; ein Erwerb scheint derzeit fraglich.

    Nach Ansicht von Volker Rosenkranz wäre derweil auch nur das untere Teilstück des vom Heimatverein vorgeschlagenen Grundstücks ausreichend für einen Dorfplatz. „Den Bereich darüber könnten wir dann immer noch als Bauplatz verkaufen.“ Konfliktpotenzial wegen Lärm befürchtet er nicht: „Auf dem Platz wird ja nicht jedes Wochenende Remmidemmi sein.“

    Im Rat kam noch eine dritte Variante zur Sprache, die ebenfalls Befürworter fand: das Grundstück der ehemaligen Gaststätte Oswald-Schmidt. Das Gebäude in der „Trift“ steht seit Jahren leer und verfällt zusehends. „Ein Abriss wäre ideal“, bemerkte der Erste Beigeordnete und Ortsbürgermeisterkandidat Volker Wisser, „das Haus ist mittlerweile ein Schandfleck.“

    Wisser hat sich bei der Daadener Verwaltung bereits über mögliche Fördermittel für einen Dorfplatz schlau gemacht. Grundvoraussetzung wäre ein Dorferneuerungskonzept; hierfür müsste die Gemeinde ein Planungsbüro beauftragen. „Wir müssen schauen, was finanziell möglich ist“, sagte Wisser, „vielleicht gelingt es uns ja auch, mit wenig Mitteln was Schönes auf die Beine zu stellen.“ Der Heimatverein wurde darum gebeten, ein Grobkonzept für einen Dorfplatz zu erstellen. Das Ganze soll dann in den kommenden Monaten im Bauausschuss näher erörtert werden. Johannes Rosenkranz betont: „Wir vom Heimatverein möchten den Rat und die Bürger mit einbeziehen.“

    Von unserem Redakteur Daniel Weber

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