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    Mainz/HamburgECE will rund 40 neue Läden nach Mainz holen

    ECE zeigt sich dialogbereit. Während die Stadt ihre Verhandlungsbasis noch formulieren muss, weiß das Unternehmen im Besitz der Versandhausfamilie Otto genau, mit welchen Ausgangsdaten es startet.

    Die Pavillons sollen verschwinden. Stattdessen soll der von ECE zu entwickelnde Komplex direkt an der Ludwigsstraße beginnen. 
Foto: Dietmar Buschwa
    Die Pavillons sollen verschwinden. Stattdessen soll der von ECE zu entwickelnde Komplex direkt an der Ludwigsstraße beginnen.
    Foto: Dietmar Buschwa - fds

    Mainz/Hamburg - Der Hamburger Entwickler und Betreiber von Einkaufszentren ECE zeigt sich dialogbereit.

    Während die Stadt ihre Verhandlungsbasis noch formulieren muss, weiß das Unternehmen im Besitz der Versandhausfamilie Otto schon genau, von welchen Ausgangsdaten es ausgeht. ECE-Projektmanagerin Sandra Harms nennt 30 000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche für Mainz verträglich. Wie durchlässig die Fuststraße zwischen Ludwigsstraße und Bischofsplatz nach ihrer Überbauung sein wird, bleibt derzeit so offen wie die Frage, ob die Shoppingmall sich unbedingt über die Eppichmauergasse hinaus auf das Gebiet von Pax-Bank und Polizeiinspektion 2 erstrecken soll. Das Interview:

    Karstadt Mainz hätte Ihren Mitbewerber Multi Development bevorzugt, die Bürgerbeteiligung startete mit viel Skepsis. In Mainz bläst ECE relativ viel Gegenwind um die Nase. Wie gehen Sie damit um?

    Wir verstehen unseren Planungsentwurf als Diskussionsgrundlage, den wir mit Karstadt als Ankermieter und der Stadt weiter entwickeln wollen. Wir sind offen für konstruktive Lösungen im Dialog mit Stadt und Bürgerschaft. Dafür brauchen wir Zeit.

    Welche Vorteile bringt ein Einkaufszentrum den Kunden und dem Mainzer Einzelhandel?

    Für die Kunden bringt es Vielfalt, Attraktivität und Angebote, die es bislang in Mainz noch nicht gibt. Und dem Mainzer Einzelhandel bringt es neue Kunden aus der Region, die nicht nur im Einkaufszentrum kaufen, sondern auch in der etablierten Fußgängerzone.

    Die Bürgerbeteiligung ("Ludwigsforen") möchte bald konkrete Pläne sehen. Wann können Sie den Mainzern etwas zeigen?

    Wir sind gerne bereit, unsere Überlegungen beim nächsten Ludwigsforum am 1. September zu präsentieren. Aber wir haben kein fertiges Konzept in der Schublade. Wir wollen den Austausch mit der Politik, der Stadt und den Mainzer Bürgern, denn die sollen ja unsere Kunden sein.

    Die ansässigen Händler halten 30 000 Quadratmeter Einzelhandelsverkaufsfläche für zu viel, sie fordern maximal 25 000. Geht ECE darauf ein?

    Wir gehen davon aus, dass 30 000 Quadratmeter Verkaufsfläche die richtige und verträgliche Größenordnung ist, wobei rund 50 Prozent der Flächen durch Karstadt genutzt würden: für Karstadt Warenhaus, Karstadt Sport, Karstadt Perfetto (Lebensmittel) und Lebuffet, das Gastronomiekonzept von Karstadt. Zunächst einmal sollten wir das Ergebnis des Einzelhandelsgutachtens abwarten.

    Beim ersten Ludwigsforum wurden Zweifel an der Objektivität des beauftragten Gutachters BulwienGesa laut, weil dieser an anderer Stelle für ECE gearbeitet habe.

    Wir haben aktuell 132 Center im Management. Alle renommierten Gutachter dürften sich schon einmal mit einem Projekt der ECE auseinandergesetzt haben - aber nicht unbedingt in unserem Auftrag, sondern im Auftrag der jeweiligen Städte. In Kaiserslautern, wo wir auch aktiv sind, gutachtet BulwienGesa zum Beispiel auch im Auftrag der Stadt.

    Wie viele Quadratmeter kämen für Gastronomie und Dienstleister noch hinzu?

    Unsere Pläne sind in der Hinsicht noch nicht konkretisiert.

    ECE will Pächter hereinholen, die noch nicht in Mainz vertreten sind. Wer schwebt Ihnen vor?

    Wir legen den Schwerpunkt auf das Schließen von Sortimentslücken und moderne, innovative Konzepte. Am Standort Mainz fehlen zum Beispiel Karstadt Sport, Hollister - das ist ein innovatives Modekonzept für eine junge Zielgruppe - Butler's, Pepe Jeans, G-Star, Massimo Dutti, Walbusch, Kiko, Comma oder das spanische Modelabel Desigual. Denkbar ist auch ein Applestore.

    Aber gibt es bis zu 90 Anbieter, die bisher nicht in Mainz sind?

    Wir rechnen mit etwa 40 neuen Konzepten, die es in Mainz noch gar nicht gibt. Daneben sind auch vorhandene Anbieter daran interessiert einen zusätzlichen Standort zu eröffnen, an dem sie zum Beispiel ein anderes oder breiteres Sortiment anbieten können.

    Viele sorgen sich, weil die Fuststraße ins Zentrum einbezogen wird. Wer darf dann noch durchfahren und zu welchen Zeiten?

    Die Fuststraße soll als Passage und städtebauliche Achse bestehen bleiben. Alles weitere werden wir im Dialog mit Stadt und Bürgerschaft auf der Basis des Verkehrsgutachtens diskutieren.

    Zweite Straße: die Eppichmauergasse. Kann ECE darauf verzichten, die Eppichmauergasse zu überbauen?

    Hier ist unsere Überlegung ähnlich wie mit der Fuststraße. Die historische Straßenführung soll weiterhin ablesbar bleiben.

    ECE ist bekannt für eine "Knochen"-Bauweise: Zwei Publikumsmagnete an gegenüberliegenden Seiten, dazwischen Ladenboulevard, nur ein Ein- und Ausgang. Das Koblenzer Haus ist ein Beispiel dafür. Mainz wünscht sich aber eine aufgelockerte Bauweise mit mehreren Zugängen. Kommen Sie dem entgegen?

    Unser Koblenzer Center von 1984 war eines der ersten innerstädtischen Center. Inzwischen gehört es zur Philosophie der Centerentwicklung, dass sich die Objekte vielfältig nach außen hin öffnen. Die städtebauliche Integration liegt uns besonders am Herzen: Wir wollen ein Quartier entwickeln, das sich auch zum Straßenraum hin mit unterschiedlichen Gebäuden präsentiert.

    Aber es bleibt bei 12,50 Metern Traufhöhe?

    Wir planen die städtischen Vorgaben einzuhalten: Das bedeutet 12,50 Meter zur Ludwigsstraße und als zurückgesetztes Staffelgeschoss 18 Meter. Das orientiert sich an den Traufhöhen der umliegenden Gebäude.

    ECE verkauft seine Projekte zu einem Zeitpunkt X nach Fertigstellung. Gleichzeitig kündigt ECE an, sich langfristig in Mainz zu engagieren. Wie ist das vereinbar?

    Die ECE nimmt Ko-Investoren mit an Bord. Die Familie Otto bleibt aber meist langfristig engagiert. Auch die Vermietung und das Center-Management bleiben langfristig in unserer Hand. Bei bestehenden Objekten nehmen wir zusätzlich etwa alle zehn Jahre Geld in die Hand um umzustrukturieren und zu modernisieren.

    Gewerkschaften warnen vor einer Lohn-Abwärtsspirale, da ECE in seinen Zentren deutlich unter Tarif bezahle. Was antworten Sie darauf?

    Diese Aussage ist nicht korrekt. ECE vermietet an Einzelhändler. Diese sind es, die Arbeitsverträge schließen. Wir können nicht bestätigen, dass unsere Mieter geringere Gehälter bezahlen.

    Wie lange dauert die Bauzeit?

    Wir rechnen im günstigsten Fall mit einer Bauzeit von 2,5 Jahren. Das setzt natürlich die Erteilung einer Baugenehmigung voraus. Der Verkaufsbetrieb von Karstadt soll während der Zeit gewährleistet bleiben.

    Die Fragen stellte Claudia Renner

    ECE-Zentrum: Bürgerforum misstraut dem Gutachten Gutachten: Bei Mode hat Mainz NachholbedarfAufatmen: ECE plant an der Ludwigsstraße keinen Klotz RZ-Kommentar: Spannender Anfang eines langen WegesECE-Pläne - Eine Aufwertung mit Risikenweitere Links
    Mainz
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