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Hoyerswerda

Chronik: Was 1991 in Hoyerswerda geschah

Ein Überblick über die Ausschreitungen in Hoyerswerda im September 1991:

  • Am 17. September 1991 geraten acht angetrunkene jugendliche Rechtsradikale mit drei vietnamesischen Zigarettenhändlern auf dem Lausitzer Platz in Streit. Es geht um die Bezahlung der Zigaretten-Päckchen. Die Polizei löst das Handgemenge auf.
  • Daraufhin verlagert sich der Konflikt zum Vertragsarbeiterwohnheim in der Schweitzer-Straße. Es fliegen aus beiden Richtungen Steine und Flaschen. Zusätzliche Einsatzkräfte der Polizei aus Bautzen, Kamenz und Görlitz versuchen die Lage zu beruhigen. Es gibt acht Verletzte und zwölf Festnahmen.
  • Am 18. September positionieren sich am frühen Abend rund 100 Jugendliche vor dem Heim und rufen ausländerfeindliche Parolen. Wieder kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Gruppen. Die Polizei muss das Gebäude sichern.
  • Am 19. September befinden sich schon um die 500 Personen vor dem Heim. Es wiederholt sich die Szenerie der Vortage. Es fliegen Brandsätze, die aber gelöscht werden können.
  • Am 20. September wird das Vertragsarbeiterwohnheim großräumig abgesperrt. Die Krawalle verlagern sich zum neuen Asylbewerberheim in der Thomas-Müntzer-Straße. Rechtsradikale werfen Fensterscheiben ein.
  • Am 21. September eskaliert auch dort die Situation. Das Gebäude wird mit Molotowcocktails und Flaschen beworfen. Auch die Einsatzkräfte werden attackiert. Es gibt 6 Verletzte und 16 Festnahmen.
  • Am 22. September reist die Neonazi-Szene aus Deutschland nach Hoyerswerda. Neben drei Polizeihundertschaften sind auch Wasserwerfer und der Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes im Einsatz. Als gegen 21 Uhr die Lage eskaliert, wird das Gelände geräumt. Es werden sechs Personen verletzt und 32 festgenommen.
  • Am 23. September wird das Asylbewerberheim unter dem Beifall von 600 Schaulustigen geräumt. Die 60 Afrikaner aus dem Vertragsarbeiterwohnheim verlassen schon zwei Tage vorher heimlich die Stadt und werden in ihre alte Heimat ausgeflogen.
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