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    Ach du dickes (Bio) Ei: Neuer Skandal um Lebensmittel

    Eigentlich klingt es ganz einfach, was Lebensmittel- Packungen in den Regalen der Supermärkte angeht: Drin sein sollte, was draufsteht. Und nur was draufsteht, sollte auch drin sein. Der Skandal um heimlich untergemischtes Pferdefleisch in Rindfleischlasagne hat allerdings viele Kunden ins Zweifeln gebracht.

    Nun sind auch noch Bioeier unter Verdacht geraten, dass der Inhalt nicht hält, was der Aufdruck garantiert. Dabei sind Qualitätsversprechen und Siegel auch ein Argument, mehr zu bezahlen.

    Doch auch jenseits krimineller Betrügereien sind manche Kunden schon sehr verunsichert. „Viele Verbraucher fühlen sich durch die Aufmachung von Lebensmitteln getäuscht“, sagte Gerd Billen, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), kürzlich bei einer Zwischenbilanz des eigenen Portals „Lebensmittelklarheit“. In dem Internetangebot, bei dem Kunden Zweifelsfälle melden können, ging es besonders oft um Unklarheiten bei Zutaten und Zusatzstoffe.

    Dabei ist vieles gesetzlich geregelt – angesichts des europäischen Binnenmarkts müssen verpflichtende Angaben EU-weit festgelegt werden. Auf die Packungen gehört unter anderem ein Verzeichnis der Zutaten in der Reihenfolge der enthaltenen Menge. Ist Fleisch im Produkt, muss die Tierart genannt werden. Wenn es sogar besonders hervorgehoben ist wie beispielsweise in Rindfleischlasagne oder durch eine Abbildung auf dem Karton, muss auch die Menge in Prozent in die Liste.

    Allerdings ist Lebensmittel nicht gleich Lebensmittel. So muss als Spätfolge aus dem BSE-Skandal das Herkunftsland bei rohem Rindfleisch gleich in drei Dimensionen auf das Etikett: Geburtsort, Mastort und Schlachtort des Tieres. Geplant ist, dies auch auf Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch auszuweiten.

    Für Fertigprodukte mit Fleisch gilt diese Pflicht aber nicht. Nach Kritik am Zögern auch der deutschen Regierung will Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) nun in der EU aufs Tempo drücken. Verbraucherschützer fordern eine solche Ausweitung auch bei Eiern. Roh im Karton ist am aufgedruckten Code unter anderem die Haltungsform zu erkennen, zum Beispiel 0 für ökologische Erzeugung oder 2 für Bodenhaltung.

    Werden Eier mitverarbeitet wie in Nudeln oder Gebäck, muss diese Angabe aber weiter nicht auf die Packung, moniert die Organisation Foodwatch und fordert: „Der Kunde wird nur dann zum König, wenn er die notwendigen Informationen über ein Produkt erhält, um die Qualität beurteilen zu können.“ Kritisch gesehen wird selbst in der Branche, wenn Bilder auf der Packung eine Idylle nahelegen, die mit den Produktionsweisen der modernen Landwirtschaft nicht mehr viel zu tun hat.

    Klarheit fördern sollen zwei Initiativen, bei denen Unternehmen freiwillig mitmachen können. In bundesweit 20 Geschäften lässt das Verbraucherministerium seit einigen Wochen ein „Regionalfenster“ auf der Packung testen. Das blaue Logo zeigt, woher die wichtigsten Zutaten stammen und wo sie verarbeitet wurden. Gestartet ist auch ein neues Siegel des Tierschutzbunds, das für hohe Haltungsstandards bei der Fleischproduktion steht. Verbraucherschützer fordern indes gesetzliche Regeln fürs Regionale. Doch gegen kriminelle Energie hilft auch eine Kennzeichnung des Herkunftslands nicht, wie Aigner konstatierte – den Pferdefleischskandal hätte das jedenfalls nicht verhindert.

    Sascha Meyer

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