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OB-Wahl in Mainz: Affäre war für Augustin (CDU) verheerend

Hat allein die "Dienstwagen-Affäre" kurz vor der OB-Wahl den CDU-Kandidaten Lukas Augustin um den Einzug in die Stichwahl gebracht? Ein Vergleich von Brief- und Urnenwahlergebnissen scheint diese These vieler Christdemokraten zu belegen.

Für CDU-Kandidat Lukas Augustin (Mitte) gab es riesige Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwahl.
Für CDU-Kandidat Lukas Augustin (Mitte) gab es riesige Unterschiede zwischen Brief- und Urnenwahl.
Foto: Harry Braun

Mainz – Hat allein die "Dienstwagen-Affäre" kurz vor der OB-Wahl den CDU-Kandidaten Lukas Augustin um den Einzug in die Stichwahl gebracht? Ein Vergleich von Brief- und Urnenwahlergebnissen scheint diese These vieler Christdemokraten zu belegen.

Denn die Unterschiede sind eklatant: Bei den Briefwählern, die ihr Votum zumindest zum großen Teil vor Bekanntwerden der Untreuevorwürfe gegen Augustin abgegeben haben dürften, kam Augustin beispielsweise in der Altstadt auf 27,7 Prozent der Stimmen – bei den Urnenwahlen nur auf 13,8 Prozent. In der Neustadt, ohnehin keine CDU-Hochburg, wurde in den Briefwahlbezirken ein Stimmenanteil von 18,8 Prozent für Augustin gezählt, an der Urne waren es noch 9,4 Prozent.

Briefwahlen bescherten eträgliches Ergebnis

Auch in der Oberstadt ein ähnliches Bild: 28,6 Prozent bei den Briefwählern, 17,0 Prozent bei den Urnenwählern. In Hechtsheim lag Augustin bei den Briefwählern gar mit 33,7 Prozent vor allen Konkurrenten, an den Urnen gaben nur 21,8 Prozent der Wähler ihre Stimme für den Christdemokraten ab.

Der Anteil von Briefwählern lag mit 28 Prozent bei dieser Wahl besonders hoch, sie bescherten dem CDU-Bewerber also noch ein einigermaßen erträgliches Ergebnis, so viel scheint klar. Ob Augustin allerdings ohne den Skandal tatsächlich so abgeschnitten hätte, wie es die Briefwahlauszählung ergeben hat, ist zweifelhaft, denn die Briefwähler sind selten eine repräsentative Gruppe.

An den städtischen Zahlen sind Alter und Geschlecht der Briefwähler nicht abzulesen. Allerdings nutzen erfahrungsgemäß viele ältere, wenig mobile Wähler die Chance zur Briefwahl. Und bei denen liegt traditionell die Partei der Grünen mit ihrem Kandidaten Günter Beck nicht hoch im Kurs.

Joachim Knapp

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