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Ingelheim

Knutschkugel Merlin sucht neues Herrchen

Beim Tag der offenen Tür im Ingelheimer Tierheim waren viele Besucher und suchten sich ein neues Haustier.

Ingelheim – Die Mischlingshundeprämierung stellte den Höhepunkt dar beim Tag der offenen Tür im Tierheim Ingelheim. Das ist längst Tradition, doch wer wie Kathrin Loos zum ersten Mal seit langem wieder vorbeischaut, merkte schnell: Hier hat sich in letzter Zeit einiges verändert. Nach 13 Jahren ehrenamtlichen Dienstes und einer einjährigen Babypause hilft die engagierte Tierschützerin jetzt bei Festen. Sie sagt: "Es ist alles hell, fröhlich und renoviert, der Bürotrakt ist modernisiert, die Hunde liegen da auf dem Boden."

Schnell wird klar, hier geht alles etwas entspannter zu, als bei größeren Tierheimen. Der Druck ist nicht so hoch, die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Tiere und Helfer leben hier miteinander in einer großen Tiefreundefamilie auf Zeit. So lange, bis das Tier ein neues Zuhause gefunden hat.

Nicht viele Rückläufer

Tierheimleiterin Mareike Zuck, seit Anfang des Jahres fest angestellt, auch das ist neu, weiß: Rückläufer kommen trotzdem, wenn auch nicht allzu viele. "Allergie wird als Grund am häufigsten genannt", sagt die 28-Jährige. Aber viele merkten auch einfach zu spät, dass sie der Mehrbelastung nicht gewachsen seien. Doch lieber zurückbringen als aussetzen, befindet auch der Vorsitzende des Trägervereins "Tierhelfer Ingelheim", Joachim Schweizer.

Idyllisch wirkt das Gelände an der Selz, zugelassen für acht Hunde, 40 Katzen und 40 Kleintiere. Tiere haben Auslauf. Mit Schweizers Wahl zum Vorsitzenden vor zwei Jahren begann ein Generationenwechsel im Vorstand, der ein verändertes Erscheinungsbild und neue ehrenamtliche Helfer mit sich brachte. Sie sorgen dafür, dass die Bewohner Futter bekommen, ausgeführt werden, sie reinigen die Häuser und helfen, "zum Deckel auch ein passender Topf" zu finden.

Freilauf für Merlin

Dass jeder Hund, wie der große schwere Merlin mit seinen 54 Kilo, auch über einen eigenen Freilauf verfügt, ist wohl eher ein Luxus, der der fantastischen Lage mit viel Platz geschuldet ist. "Die Knutschkugel" wie Schweizer den Hund mit dem Bulldoggengesicht bezeichnet, kann sich austoben und im Matsch wühlen wie es ihm gefällt. Demnächst bekommen sogar die Hasen einen Freilauf.

"Wir betrachten uns als große Interessengemeinschaft und beim Tag der offenen Tür helfen alle mit", freut sich Schweizer über die gut funktionierende Mischung aus Vereinsmitgliedern, Festangestellten, Honorarkräften und Ehrenämtlern.

"Ganz neu arbeiten wir auch mit Gassigehern", erklärt Schweizer. Eine Jugendgruppe sorge frühzeitig für Nachwuchs im Verein, und der Austausch über Twitter, Facebook und die Website des Vereins bringe neue Kontakte und eine völlig neue Variante der überregionalen Vermittlung. Zu Anfang des Jahres habe der Vorstand auch beschlossen, zwei ganze Stellen für Mareike Zuck und Stellvertreterin Sabine Ruf zu schaffen, denn immerhin passieren trotz des beschaulichen Eindrucks, den der Besucher erhält, 600 Tiere die Station Tierheim jährlich. 40 Ehrenamtlichen kümmern sich entweder um die Zwei- und Vierbeiner, oder sie arbeiten handwerklich mit.

Mischlinge wewrden prämiert

Bei der Mischlingshundeprämierung hält Monika Pubnatz die die Fäden in der Hand. Gute Chancen rechnet sich dabei die neunjährige Lucienne Dumont für die Familienhündin aus, "weil sie so schön ist." Doch die Konkurrenz schläft nicht. Flecken fast wie ein Leopard weist "Lucky" mit den Vorfahren Bernhardiner, Collie und Australian Shephard auf. Besitzerin Tanja Lander hat bereits Lucky und eine Katze aus dem Tierheim. "Ich würde ein Tier immer aus dem Tierheim holen", sagt sie überzeugt.

Helene Braun

Infos unter www.tierhelfer-ingelheim.de

Mainzer Rhein-Zeitung
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