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    Hubert von Goisern: Und Volksmusik kann doch cool sein

    Er ist Liedermacher und Dialektrocker, Weltenbummler und Lokalpatriot: Hubert von Goisern. Er ist nach eineinhalbjähriger Pause wieder auf Tournee und schlägt leisere Töne an.

    Weg vom Image des Volksmusik-Hallodri: Der Musikvirtuose und Dialektkünstler Hubert von Goisern huldigt mit Knopfakkordeon seiner Heimat.
    Weg vom Image des Volksmusik-Hallodri: Der Musikvirtuose und Dialektkünstler Hubert von Goisern huldigt mit Knopfakkordeon seiner Heimat.
    Foto: Harry Braun

    Mainz - Bei seinem Open-Air-Konzert auf der Zitadelle begleiteten den Multiinstrumentalisten Hubert von Goisern lediglich ein Schlagzeug (Alex Pohn), ein Bass (Helmut Schartlmüller) und eine Gitarre (Severin Trogbacher) - womit sich der 58-Jährige endgültig vom Image des lustigen Volksmusik-Hallodri befreit, der vom "Hiatamadl" singt, das "koane dicke Wadln" hat.

    Und auch den Weltmusiker ließ von Goisern diesmal zu Hause. Statt tibetanischer Meditationsklänge gab’s melodische Dorfweisen und tanzbare Popsongs aus seinem neuen Studioalbum "Entweder und Oder", das Anfang September erscheinen soll.

    Mit den neuen Liedern im unverwechselbaren österreichischen Nationalkolorit hat von Goisern die Klänge seiner Heimat im Salzkammergut wiederentdeckt. Neben einer wehmütig und sanft ironischen Liebeserklärung an seinen Heimatort Bad Goisern huldigte er mit Maultrommel, Knopfakkordeon, Mundharmonika und Kuhglocken seinem Geburtsland. Im fliegenden Wechsel ließ er sich wie selbstverständlich die verschiedenen Instrumente reichen und sorgte mit zutiefst persönlichen Nummern wie "I wü leben..." für zunehmend Stimmung beim anfänglich recht scheuen Publikum in mittlerem Alter.

    Zwischendurch erzählte Goisern Schwänke aus seiner Jugend und gab die viel zitierte Geschichte vom Rauswurf aus der Bad Goiserner Blaskapelle zum Besten. Dass bei der Combo aus dem Nachbarort nur ein Platz für einen Klarinettisten frei war, war denn auch der einzige Grund, das verabscheute Blasinstrument mit "diesem ungroovigen Ton" zu erlernen. Heute klingt Hubert von Goiserns Klarinettenspiel aber so leichtfüßig, dass man kaum glauben mag, wie zuwider ihm "des Lutschen von diesem Teil is".

    Viel Publikumsnähe bewies er auch, als er seine Fans nach gut anderthalb Stunden Konzert aufforderte: "Traut’s euch einfach jetzt: springt über die Zäune, klettert auf die Bäume, kommt näher!". Wie aus dem Dornröschenschlaf erwacht geriet die gesamte Zuschauerschaft in Bewegung, erhob sich von den Plätzen und strömte vor die Bühne. Nachdem das Quartett "in Ruhe seine Show hinlegen und die neuen Lieder ohne Störungen spielen" konnte, "weil keiner mitsingen kann" - so von Goisern scherzhaft - bekam das Publikum nun auch noch Gelegenheit zum Mitträllern. Bei dem ergreifenden Liebeslied "Weit, weit weg", das sich mit seiner eingängigen Melodie über die Jahre im kollektiven Gedächtnis verankert hat, stimmten Hunderte ein und auch das berühmte "Hiatamadl" wurde vom Publikum wie ein Echo an den charismatischen Vollblutmusiker zurückgegeben.

    Eine beeindruckende A-cappella-Jodel-Einlage der vier gut gelaunten Alpenkünstler war dann nur noch das Sahnehäubchen am Ende eines überaus gelungenen Konzerts, das Hubert von Goisern einmal mehr als hochbegabten und unglaublich coolen Volksmusik-Anarchisten mit unbändiger Liebe zur Heimat ausweist. Sabrina Schmidt

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