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    Gute Noten für Mainzer Busse: Nur der zweite Rollstuhl-Fahrgast muss bisweilen draußen bleiben

    Sämtliche 131 Busse behindertengerecht, von den derzeit 28 Straßenbahnen zwei Drittel und spätestens ab Winter noch deutlich mehr: Die MVG legt Wert darauf, dass auch bewegungseingeschränkte Menschen bequem mitfahren können.

    Der Fahrer muss Fahrgästen mit Rollstuhl helfen - und auch mehrere pro Bus mitnehmen, ließ sich Angelika Kräuter-Uhrig versichern.
    Der Fahrer muss Fahrgästen mit Rollstuhl helfen - und auch mehrere pro Bus mitnehmen, ließ sich Angelika Kräuter-Uhrig versichern.
    Foto: Eßling

    Mainz - Sämtliche 131 Busse behindertengerecht, von den derzeit 28 Straßenbahnen zwei Drittel und spätestens ab Winter noch deutlich mehr: Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) legt deutlich Wert darauf, dass auch bewegungseingeschränkte Menschen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Mainz so bequem wie möglich nutzen können.

    Offensichtlich mit Erfolg: Die Behindertenbeauftragte der Stadt, Marita Boos-Waidosch, bescheinigt der MVG eine "sehr positive Bereitschaft, Behinderte als Kunden ernst zu nehmen", und der Fahrzeugflotte eine "fast hundertprozentige Barrierefreiheit".

    Allein, alles steht und fällt mit dem Personal.

    Zwar bekommen die rund 400 Bus- und Straßenbahnfahrer der MVG fünfmal im Jahr Schulungen, bei denen ab und an auch der Service für behinderte Fahrgäste Thema ist, berichtete Fahrdienstleiter Erwin Beitz beim "Trainingstag Barrierefreiheit", bei dem sich eine Handvoll "mobilitätseingeschränkte Personen" im sicheren Umgang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schulen ließ.

    Allerdings: Nur die fest angestellten MVG-Fahrer werden so weitergebildet. Und vor allem die "externen" Fahrer, die laut Vertriebs- und Marketing-Leiter Michael Meier immerhin bei "weit mehr als zehn Prozent" der Fahrten hinter dem Steuer oder im Führerstand sitzen, sollen es sein, bei denen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auch gegenüber behinderten Fahrgästen bisweilen zu wünschen lässt.

    "Die Wiesbadener Fahrer weigern sich teilweise noch immer, mehr als einen Rollstuhlfahrer mitzunehmen", berichtet Boos-Waidosch etwa aus eigener Erfahrung. "Dabei ist das schon seit langem so vorgesehen." Und nur einer von zehn Fahrern schaltet sich nach ihren Schätzungen ein, wenn die Fahrgäste einem Rollstuhlfahrer den Weg zu seinem Platz nicht freimachen wollen.

    Ein weiteres oft beklagtes Ärgernis allerdings ist nicht dem Fahrer anzulasten: Die hinteren Türen der Fahrzeuge schließen automatisch - und so manches Mal steckt ein Rockzipfel oder eine Einkaufstüte oder sogar der Gehstock eines Fahrgasts dazwischen.

    "Die hinteren Türen müssen automatisch schließen, das ist eine gesetzliche Vorgabe", erklärt Dirk Knauer, der sich bei der MVG um Angebot und Infrastruktur kümmert.

    Sein guter Tipp für alle, die sich nicht zur Not mit einem flinken Sprung vor den schließenden Türen retten können: Vorne einsteigen. Denn diese Türen kann der Fahrer selbst per Knopfdruck öffnen und schließen.

    Ansonsten aber arbeitet die MVG fleißig weiter an ihrer Barrierefreiheit. An den Haltestellen mit elektronischen Fahrplananzeigern sollen Sehbehinderte bald auf gelbe Taster drücken können, worauf ein Lautsprecher die nächsten Abfahrten verrät.

    Und wenn erst alle der neun neuen Vario-Bahnen in Betrieb sind, die deutlich mehr Platz für Rollstühle als die Niederflur-Modelle bieten, können vermutlich auch die meisten der zehn verbliebenen Hochflurbahnen eingemottet werden.

    Von unserer Redakteurin Brigitte Specht

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