Archivierter Artikel vom 18.12.2013, 07:13 Uhr

Splitter: Merkels, Steinmeier und das Gottvertrauen der Regierenden

Der große Tag für die Große Koalition bescherte kleine Randnotizen.

Der Amtseid

Alle Mitglieder des neuen Bundeskabinetts haben bei ihrer Vereidigung die religiöse Beteuerungsformel benutzt. Merkel ist evangelische Pfarrerstochter und hat ihren Amtseid anders als beispielsweise ihr Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) stets mit „so wahr mir Gott helfe“ abgeschlossen.

Die Mutter

Herlind Kasner, die Mutter von Angela Merkel, hat die Wahl ihrer Tochter von der Parlamentstribüne aus mitverfolgt. Merkels Ehemann Joachim Sauer blieb sich dagegen treu: Auch zur dritten Wahl seiner Frau zur Kanzlerin kam der medienscheue Chemieprofessor nicht. Die näheren Gründe waren nicht zu erfahren. Mutter Kasner saß auf der Tribüne eingerahmt von Merkels Vertrauten, ihrer medienpolitischen Beraterin Eva Christiansen und Regierungssprecher Steffen Seibert. Die 85-jährige Kasner sagte: „Mir geht es glänzend.“

Die Anrede

Frank-Walter Steinmeier ist zwar bereits erfahren, was das Regieren angeht, aber seine erneute Ministervereidigung im Bundestag hat er nicht ganz unfallfrei über die Bühne gebracht. Zunächst fragte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU, rechts) den Wieder-Außenminister von der SPD, ob es in Ordnung sei, wenn er nicht noch einmal – wie zuvor schon angekündigt – die ganze Eidesformel wiederhole. Steinmeier fragte scherzhaft: „Wollen Sie nicht noch mal vortragen?“ Er lachte, es folgte der Schwur. Steinmeier vergaß, die rechte Hand zu heben. Und sagte dann auch noch: „Herr Bundespräsident, ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe.“ Lammert ist Bundestagspräsident.

Das Netz

Noch vor der Vereidigung tauschten die ersten Ministerien bei ihren Internet-Auftritten die Chefköpfe aus. Auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums und des Auswärtigen Amtes waren am Dienstagmittag schon die neuen Ressortchefs Sigmar Gabriel (auf dem Foto mit seinem Vorgänger Philipp Rösler) und Frank-Walter Steinmeier (beide SPD) zu sehen. Steinmeier hatte auch schon seinen ersten Tweet.