Archivierter Artikel vom 22.07.2010, 13:44 Uhr
Brasilia

Landrat Bertram Fleck: Für positive Stimmung sorgen

Er ist nicht nur als Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis in dritter Amtszeit ein alter Hase. Als Vorsitzender des Welterbe-Zweckverbands – nach dem turnusgemäßen Wechsel mit dem Kollegen vom Rhein-Lahn-Kreis nun Stellvertreter – war Bertram Fleck (CDU) vor einem Jahr in Sevilla dabei, als das Unesco-Komitee seine Entscheidung über eine Rheinquerung erneut vertagte.

Brasilia. Er ist nicht nur als Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis in dritter Amtszeit ein alter Hase. Als Vorsitzender des Welterbe-Zweckverbands – nach dem turnusgemäßen Wechsel mit dem Kollegen vom Rhein-Lahn-Kreis nun Stellvertreter – war Bertram Fleck (CDU) vor einem Jahr in Sevilla dabei, als das Unesco-Komitee seine Entscheidung über eine Rheinquerung erneut vertagte.

Überrascht hat ihn das seinerzeit nicht, denn „als Dresden sich den Affront geleistet hatte, entgegen der Unesco-Empfehlung bereits mit den Bauarbeiten begonnen zu haben, war für uns der Zug abgefahren“, erinnert sich Fleck. Als sich die Entscheidungsträger in Sevilla kurz nach dem Tagesordnungspunkt Dresden mit der Querung im Mittelrheintal zu befassen hatten, mussten diese ja denken, so mutmaßt Fleck: „Schon wieder die Deutschen, schon wieder 'ne Brücke. Da hatten wir keine Chance mehr.“ Anders als sein Parteifreund Hans-Josef Bracht hält Fleck die eingeschlagene Richtung der Landesregierung, lieber kleine Brötchen zu backen und defensiv zu agieren, für die richtige. Nur nicht negativ aufzufallen, jeglichem Vergleich mit Dresden aus dem Weg zu gehen und die Gepflogenheiten der Unesco-Tagung zu akzeptieren, sei ratsamer, als auf den Tisch zu hauen. „Wichtig sind vor allem die Gespräche nach Tagungsende mit Komiteemitgliedern oder Personen, die Einfluss auf diese haben.“ Solche Gespräche gelte es zu nutzen, um Standpunkte und Argumente überhaupt an die stimmberechtigten Komiteemitglieder heranzubringen.

In Brasilia wird sich Fleck bemühen, auf diese Weise für positive Grundstimmung zu sorgen. Seine persönliche Einschätzung: „In zehn Jahren steht die Brücke – oder sie kommt nie.“ (tor)