Archivierter Artikel vom 22.07.2010, 13:55 Uhr

Was der Unesco-Entscheidung vorausgegangen ist – eine Chronik

Seit 2008 wartet Rheinland-Pfalz auf ein klares Wort zur Querung am Mittelrhein – doch das Thema Brücke ist noch viel älter.

Seit 2008 wartet Rheinland-Pfalz auf ein klares Wort zur Querung am Mittelrhein – doch das Thema Brücke ist noch viel älter.

13. November 1969 – Nach Auskunft des Bundesverkehrsministeriums sollen 14 neue Rheinbrücken gebaut werden – darunter eine bei Sankt Goarshausen.

1971 – Eine Mittelrheinbrücke liegt in Dringlichkeitsstufe III des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen.

2. Oktober 1972 – Rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete erinnern in einer Anfrage an eine fehlende Rheinquerung zwischen Mainz und Koblenz.

2. April 1979 – Der Stadtrat Sankt Goar erwägt eine Untertunnelung des Rheins als Querungsmöglichkeit.

4. Oktober 1979 – Der Verbandsgemeinderat Loreley verabschiedet eine Resolution für einen Brückenbau.

23. Oktober 1979 – Der Landtagsabgeordnete Rudi Geil drängt Landesverkehrsminister Heinrich Holkenbrink, sich beim Bund für einen Brückenbau einzusetzen.

Januar 1980 – Das Bundesverkehrsministerium sieht keine Notwendigkeit für eine Querung am Mittelrhein.

1980 – Projektstudie über eine Rheinbrücke bei Sankt Goar – Sankt Goarshausen.

1981 – Im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen findet sich keine Rheinquerung mehr. Verschiedene Gruppierungen fordern die Brücke.

Mai 1983 – Die Straßenverwaltung Rheinland-Pfalz sieht sich zu einer Fortführung der Projektstudie von 1980 außerstande.

1984 – Der Unesco liegt ein Antrag zur Aufnahme des Mittelrheintals in das Weltkulturerbe vor.

22. November 1987 – Die Landesregierung hält eine Rheinbrücke im Raum Bingen/Ingelheim für wünschenswert.

5. September 2001 – Die IHK Koblenz stellt eine Studie der FH Koblenz zur Rheinquerung mit Brückenentwürfen vor.

17. September 2001 – Die Mittelrhein-Verkehrsstudie wird vorgestellt. Zahlen und Daten sprechen eher für eine Rheinbrücke bei Bingen.

27. Juni 2002 – Der Welterbe-Ausschuss nimmt bei einer Sitzung in Budapest den Antrag Nr. 1066 „Upper Middle Rhine Valley“ an.

19. Juni 2003 – Empörung nach Äußerungen von Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage, der Landesgelder für die Brücke ablehnt.

20. September 2003 – In Oberwesel bekommen die Ministerpräsidenten Kurt Beck und Roland Koch die Unesco-Urkunden zum Mittelrhein-Status überreicht.

Januar 2004 – Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Köln) ist gegen eine Brücke.

Februar 2005 – Ein Wirtschaftlichkeitsgutachten zur Rheinbrücke geht von 40 Millionen Euro Gesamtkosten aus.

Anfang Oktober 2005 – Staatssekretär Roland Härtel führt bei der Unesco in Paris Sondierungsgespräche zur Brückenfrage.

12. Juni 2006 – Verkehrsminister Hering bringt eine Tunnellösung ins Gespräch.

1. März 2007 – Verkehrsminister Hendrik Hering präsentiert dem Verkehrsausschuss des Mainzer Landtages Eckdaten einer „optimierten Tunnelvariante“.

5. Juli 2007 – Sankt Goars Bürgermeister Mallmann kündigt erheblichen Widerstand gegen die Brücke an. Die IHK Koblenz präsentiert Brückenmodelle von Studenten.

22. Januar 2008 – Der „Internationale Rat für Denkmalpflege“ (Icomos) rät abermals von einer Rheinbrücke ab und regt den Ausbau der Fährverbindungen an.

20. Februar 2008 – Das „Forum Mittelrheintal“ spricht sich erneut für eine feste Rheinquerung aus.

6. Juli 2008 – Die Unesco vertagt in Quebec (Kanada) eine Entscheidung zur Brücke und verlangt vom Land eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine Verkehrsanalyse.

27. Oktober 2008 – Europaweite Ausschreibung eines Realisierungswettbewerbs für die Rheinbrücke.

27. Februar 2009 – Die vom Land durchgeführte Untersuchung der Brückenfolgen für Natur, Mensch und Verkehr wird abgeschlossen.

22. April 2009 – Das Büro „Heneghan Peng Architects“ aus Dublin gewinnt den Architektenwettbewerb.

April 2009 – Brückengegner gründen die „Bürgerinitiative Rheinpassagen“.

28. Juni 2009 – Das Welterbekomitee der Unesco verschiebt in Sevilla (Spanien) seine Entscheidung über den Brückenbau auf 2010.

25. Juli bis 3. August 2010 – Die Mittelrheinbrücke steht beim Welterbekomitee in Brasilia erneut auf der Tagesordnung.

(Chronik: Frank Girmann)