Archivierter Artikel vom 05.07.2011, 12:58 Uhr
Durban

Kati Witt winkt die große Krönung

Die Olympia-Berwerberstädte haben eine lange Marathontour des Marketings hinter sich – hier einige Randaspekte kurz vor der Vergabe der Winterspiele.

Das große Gesicht der Bewerbung: Für Berlins Olympia-Bewerbung war sie 1993 eine Altlast. Nun ist Kati Witt (45) bei Münchens Kandidatur die Hoffnungsträgerin. Die Eiskunstlauf-Prinzessin galt lange als Hätschelkind von DDR-Chef Erich Honecker, als zweimalige Olympia-Siegerin von ihm ausgezeichnet mit dem Vaterländischen Verdienstorden und dem Privileg, 1988 als erste Sportlerin der DDR ins Profilager wechseln zu dürfen. 1993 wurde sie von IOC-Chef Juan Antonio Samaranch als Rednerin zur Eröffnung des olympischen Museums in Lausanne eingeladen. Es begann eine sportpolitische Karriere, die morgen gekrönt werden könnte.

Die großen Niederlagen: Bei deutschen Bewerbungen nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich nur München 1972 durchsetzen. Alle weiteren Kandidaturen endeten mit herben Pleiten. In den ersten Wahlgängen scheiterten Garmisch-Partenkirchen (Winterspiele 1960) mit fünf und Berchtesgaden (Winter 1992) mit sechs Stimmen. Berlin (Sommer 2000) kam mit neun Stimmen gerade so in die zweite Runde. Leipzig (Sommer 2012) flog schon vor der Abstimmung raus.

Der große Protest: Die (N)Olympia-Rufe sind nicht ganz verklungen. Gut eine Woche vor der Entscheidung haben die Gegner von München 2018 ein Gutachten öffentlich gemacht, dass der Host-City-Vertrag, den die Gastgeberstadt mit dem IOC unterzeichnen muss, nicht rechtswirksam sei.

Die große Werbetour: Die Werbekampagnen für die Spiele 2018 haben die drei Städte zusammen knapp 150 Millionen Euro gekostet. Münchens Etat belief sich auf 33 Millionen Euro, fast 30 Millionen davon wurden durch Sponsoren finanziert. Annecy hat mit 29,1 Millionen Euro den kleinsten Etat und die geringsten Siegchancen.