Archivierter Artikel vom 17.04.2012, 07:00 Uhr

Kompakt: Die andere Heimat im Überblick

Kompakt: Die andere Heimat im Überblick. Der neue Kinofilm von Edgar Reitz hat viele Facetten – hier ein Überblick über einige Details der Produktion, die bis Ende August 2012 andauern soll.

Christian Reitz
Christian Reitz
Foto: Werner Dupuis

Drehfreie Tage sind für die Gäste reserviert

Besucher – Bis Ende August sollen alle Aufnahmen abgeschlossen sein, zwischen 65 und 75 Drehtage visiert Produzent Christian Reitz an. Dies bedeutet, dass zügig gearbeitet werden muss – und in Ruhe. Entsprechend ist es Edgar Reitz ein Anliegen, dass die Dreharbeiten in Gehlweiler störungsfrei ablaufen. Der Regisseur bittet um Verständnis, dass Gäste während der Dreharbeiten „draußen bleiben“ müssen. „Wir bieten die drehfreien Tage dazu an, den Drehort zu besuchen.“

Die Termine drehfreier Tage werden im Internet veröffentlicht, www.gehlweiler.de

Menschen von heute sind zu dick und zu groß

Casting – Neben den Hauptdarstellern gibt es in der „anderen Heimat“ mehrere Hundert Rollen, die mit Menschen aus der Region besetzt werden. Doch beim Casting gab es ein Problem. „Mehr als Konfektionsgröße 38 bei den Frauen und 50 bei den Männern kommt nicht infrage“, sagt Edgar Reitz. Viele Menschen hungerten zur Zeit der Auswanderung. Von den ersten gut 1000 gecasteten Akteuren schieden viele aufgrund ihrer (zu großen) Statur und ihrer Leibesfülle gleich aus.

Auch an der Mosel werden Teile gedreht

Drehorte – Gehlweiler ist Hauptdrehort. Szenen auf Feldern werden im Nachbardorf Schlierschied gedreht, wo eigens zeitgerechte Felder angelegt wurden. Daneben wird es drei Drehtage in München sowie einige Drehtage an der Mosel geben. Eine umfangreiche Marktszene wird in Bernkastel-Kues aufgenommen, daneben dreht Edgar Reitz an der Mosel vor allem in dem kleinen Dorf Wolf.

Eine Erzählung und ein Spaziergang als Basis

Drehbuch – Edgar Reitz und sein Drehbuchkollege Gert Heidenreich haben vor zwei Jahren begonnen, am Drehbuch zu arbeiten. „Wir sind spazieren gegangen“, erinnert sich Heidenreich. Reitz rief den 68-jährigen Buchautor an und lud ihn dazu ein, gemeinsam im Hunsrück über das Projekt zu sinnieren. Sie trafen sich in Bad Sobernheim und spazierten vier Tage lang durch den Hunsrück. In ihrer Fantasie begann ein Film über die Auswanderung zu reifen. „Ich habe dann als Grundlage eine Erzählung geschrieben, 100 Seiten.“ Auf deren Basis erarbeiteten Heidenreich und Reitz das Drehbuch.

Knapp 8 Millionen Euro sind in der Planung

Kosten – Das Budget des Films von Edgar Reitz beläuft sich auf genau 7 749 033,99 Euro. Angesichts der vielen Details dieses Films wirkt der Etat überschaubar.

Drei Stunden Historie auf der Leinwand

Länge – Wer von Reitz spricht, ist rasch beim Stichwort Epos. Allein die erste „Heimat“ am Stück anzusehen, nimmt 23 Stunden in Anspruch – auch „Die andere Heimat“ dürfte als Kinofilm ein umfangreiches Werk werden. „Der Verleih meint, dass drei Stunden noch okay wären“, sagt Reitz. 172 Minuten sieht das Drehbuch vor.

Gernot Roll führt wie in „Heimat 1“ die Kamera

Team – Edgar Reitz hat für „Die andere Heimat“ eine Mannschaft aufgebaut, die seine Karriere und auch die „Heimat“ immer begleitet hat. Sein Sohn Christian ist Produzent – Kameramann ist der 73 Jahre alte Gernot Roll, der auch Heimat 1 gedreht hat und erstmals bei „Stunde null“ 1976 mit Reitz zusammengearbeitet hat. „,Heimat 1’ war die schönste Zeit meines beruflichen Lebens“, erinnert sich Roll, „ich hätte nie gedacht, dass ich bei diesem Film noch einmal dabei sein kann. Als mich Edgar im Februar 2011 angerufen hat, habe ich sofort zugesagt.“ Aus „Heimat 1“ ist auch Schauspielerin Marita Breuer erneut dabei, die einst Maria Simon gespielt hat.