Archivierter Artikel vom 04.05.2012, 10:56 Uhr
Berlin

Mißfelders Fehltritt – Erinnerungen an den Proteststurm 2003

Unvergessener Skandal: Der CDU-Jungpolitiker Philipp Mißfelder trat im Jahr 2003 mit einer Interviewäußerung eine regelrechte Protestlawine los.

In einem Gespräch zur Gesundheitsreform sagte der Vorsitzende der Jungen Union (JU): „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.“

Die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte von dem damals 23-Jährigen „Respekt vor der Lebensleistung älterer Menschen“. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karl Hermann Haack, warnte sogar vor einer „schleichenden Euthanasie-Debatte“. Auch CDU-Chefin Angela Merkel hielt die Äußerung für inakzeptabel. Nach wenigen Tagen entschuldigte sich Mißfelder: „Es tut mir leid, dass ich Gefühle verletzt habe.“ Aber er fügte auch hinzu: „An meinem Thema Generationengerechtigkeit halte ich fest.“