Archivierter Artikel vom 31.05.2012, 23:02 Uhr
Mainz

Marco Rose folgt dem Lo(c)kruf aus Leipzig

Am Bruchweg endet eine Ära. Nach zehn Jahren bei Mainz 05 kehrt Marco Rose wieder in seine Geburtsstadt Leipzig zurück. Dort wird der 35-Jährige einen Vertrag als neuer Cheftrainer bei Lok Leipzig unterschreiben.

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Mainz – Am Bruchweg endet eine Ära. Nach zehn Jahren bei Mainz 05 kehrt Marco Rose wieder in seine Geburtsstadt Leipzig zurück.

Dort wird der 35-Jährige, der bei den 05ern knapp acht Jahre als Spieler bei den Profis und den Amateuren und etwas über zwei Jahre als Assistenztrainer des U 23-Regionalligateams in Lohn und Brot stand, heute einen Vertrag als neuer Cheftrainer bei seinem Heimatverein Lok Leipzig unterschreiben.

Rose wird bei den Sachsen Nachfolger von Willi Kronhardt (43), der aufgrund des Verzichts und des Nichtaufstiegsrechts anderer Klubs in der NOFV-Oberliga Süd mit Lok Leipzig als Tabellensechster (!) den Aufstieg in die neue Regionalliga Ost gepackt hat, nun aber auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist und zu Loks künftigem Ligarivalen VfB Germania Halberstadt wechseln wird. Insider der Leipziger Fußballszene ließen durchblicken, dass Kronhardt und der Verein unterschiedliche Vorstellungen sowohl über die künftige Kaderzusammenstellung als auch über das künftige Trainergehalt hatten. In seiner jetzigen Form soll Kronhardt das Team als nicht konkurrenzfähig in der neuen Liga eingestuft haben.

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Eine sportlich kaum konkurrenzfähige Mannschaft, ein nicht gesicherter Etat, Kompetenzstreitigkeiten innerhalb des Klubs: Da kommt bei seiner ersten Station als verantwortlicher Trainer also einiges zu auf Marco Rose, der aus seiner Zeit beim Lok-Vorgänger VfB Leipzig bei den Fans einen ähnlichen Kultstatus genießt wie in Mainz. Vor 18 Monaten hat Rose seinen A-Schein bestanden, demnächst will er die Fußballlehrer-Lizenz erwerben. Bei den Leipzigern soll er sofort auf der Kandidatenliste für Kronhardts Nachfolge ganz oben gestanden haben.

Rose hat klare Vorstellungen

„Marco weiß genau, was er als Trainer will“, sagte Manfred Lorenz, Amateure-Koordinator bei Mainz 05. „Deshalb hat es, nachdem sich der Kontakt zwischen ihm und Lok Leipzig nach Saisonende ziemlich schnell ergeben hatte, auch mehrerer Gespräche mit den Lok-Leuten bedurft, bevor alles klar war.“ Vergangenen Montag hat Rose auch ein intensives Gespräch mit 05-Manager Christian Heidel geführt und dabei deutliche Signale dafür empfangen, dass ihm die 05er bei einem Wechsel keine Steine in den Weg legen werden, obwohl Rose am Bruchweg noch einen Vertrag bis Juni 2013 hat. Lorenz: „Die Leipziger werden offiziell um die Freigabe ersuchen müssen, und unser Verein wird sie auch erteilen und anschließend Marco die Daumen drücken für seine Mission in Leipzig und seinen Weg als Trainer.“ Rose hänge auch nach wie vor an Mainz 05. „Und man sieht sich ja immer zweimal im Leben.“

Die 05-Amateure müssen sich nun auf die Suche nach einem neuen Assistenten für Cheftrainer Martin Schmidt machen. Lorenz: „Wir haben ja in den nächsten drei, vier Tagen keinen dringenden Handlungsbedarf. Es muss schließlich ja auch passen.“ Eine erneute vereinsinterne Lösung ist laut Lorenz durchaus auch diesmal im Bereich des Möglichen. Armin Franz


Die Karriere des Marco Rose

Marco Rose wurde am 11. September 1976 in Leipzig geboren. Die frühen Jugendjahre spielte er für Rotation 1950 Leipzig, von 1987 bis 2000 war er beim VfB Leipzig. Es folgten zwei Jahre bei Hannover 96, ehe sich seine lange Zeit als Spieler beim FSV Mainz 05 anschloss. Für die 05-Profis absolvierte Rose von 2002 bis 2009 159 Spiele (sechs Tore), davon 66/3 in der Bundesliga, 85/3 in der Zweiten Liga, 6/0 im DFB-Pokal und 2/0 im Uefa-Pokal. Für die 05-Amateure hatte er von 2004 bis 2011 40 Einsätze, davon 39/1 in der Regionalliga und 1/0 in der Oberliga. Rose stieg dreimal in die Bundesliga auf: 2002 mit 96 sowie 2004 und 2009 mit 05. Ab dem 16. April 2010 arbeitete er als Kotrainer des FSV Mainz 05 II in der Regionalliga, bis Saisonende 2009/2010 unter Roland Vrabec, 2010/11 und 2011/12 unter Martin Schmidt. cka/af