Archivierter Artikel vom 01.04.2012, 14:01 Uhr
Frankfurt

Krawalle nach Anti-Kapitalismus-Demo – Polizist schwer verletzt

Bei Krawallen während einer Demonstration von Kapitalismus-Kritikern in Frankfurt ist am Samstag ein Polizist schwer verletzt worden. Der Beamte wurde auf der Intensivstation behandelt, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag sagte.

Eingekesselt werden Demonstranten von Polizeikräften auf einer Anti-Kapitalismusdemonstration in Frankfurt. 
Foto: dpa
Eingekesselt werden Demonstranten von Polizeikräften auf einer Anti-Kapitalismusdemonstration in Frankfurt.
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Die Demonstranten sprachen von dutzenden Verletzten in ihren Reihen und zahlreichen Festnahmen. Aus dem Protestzug mit mehreren tausend Teilnehmern waren zunächst Farbbeutel auf das Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) geworfen worden. Später flogen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper. Schaufensterscheiben gingen zu Bruch. Ein Sprecher der Demonstranten räumte gewalttätige Aktionen gegen das Frankfurter Rathaus und eine Arbeitsagentur ein. Auch ein Büro der Stadtpolizei soll angegriffen worden sein. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Der Einsatz habe bis spät in die Nacht gedauert, sagte ein Sprecher der Polizei.

Zur Zahl der verletzten Beamten und festgenommenen Demonstranten machte er auch am Sonntagmittag zunächst keine Angaben. Medienberichten zufolge gab es weit über 100 Festnahmen. Ein Sprecher der Demonstranten erklärte, die Polizei habe mehr als 200 Teilnehmer mehrere Stunden eingekesselt. Die Demonstranten hatten ursprünglich bis zur Baustelle für den künftigen EZB-Sitz ziehen wollen. Nach den Ausschreitungen löste die Polizei den Protestzug aber zuvor auf. Die Organisatoren sprachen von 6000 Teilnehmern, die Polizei von 3000. Die Demonstration war Teil eines „Europäischen Aktionstags gegen den Kapitalismus“. Veranstalter war das „M 31 Network“ aus verschiedenen linken Gruppierungen.