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    Fußball-Familie stärkt Schiedsrichtern den Rücken

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    Jochen Drees aus Münster-Sarmsheim (rechts) hat es als Unparteiischer bis in die Bundesliga (er verwarnt den ehemaligen Hoffenheimer Ryan Babel) geschafft, kennt aber die Sorgen und Nöte der Basis-Schiedsrichter und macht sich deshalb im Jahr des Schiedsrichters für seine Kollegen stark. 
Foto: dpa
    Jochen Drees aus Münster-Sarmsheim (rechts) hat es als Unparteiischer bis in die Bundesliga (er verwarnt den ehemaligen Hoffenheimer Ryan Babel) geschafft, kennt aber die Sorgen und Nöte der Basis-Schiedsrichter und macht sich deshalb im Jahr des Schiedsrichters für seine Kollegen stark.
    Foto: dpa - picture alliance

    So hatte der gewaltsame Tod eines Schiedsrichter-Assistenten in den Niederlanden auch Auswirkungen auf die Schiedsrichter-Ausbildung im Südwesten. Vier festangemeldete Aspiranten sagten kurz nach den Ausschreitungen im Nachbarland ihre Teilnahme an einem Neulingslehrgang in Edenkoben ab. Der Winzenheimer Andreas Jost, beim SWFV für die Lehrgänge zuständig, erfuhr auf Nachfrage, dass es die Eltern für zu gefährlich erachteten, dass ihre Kinder Schiedsrichter werden... Auch im Südwesten hielten in der ersten Saisonhälfte elf Spielabbrüche die Sportgerichte auf Trab, in fünf Fällen spielte der Schiedsrichter eine Rolle. In der gesamten Vorsaison waren es lediglich vier Spielabbrüche gewesen. Drewitz betont: "Das ist keine Problematik des Fußballs alleine, sondern der Gesellschaft. Früher hat es auch keine Amokläufe in Schulen oder Mordanschläge auf U-Bahnhöfen gegeben." Blaesy ergänzt: "Der Respekt ist verloren gegangen - auch oder gerade dem Schiedsrichter gegenüber." Die Fußball-Familie möchte deshalb mit dem Jahr des Schiedsrichters ein Zeichen setzen. "Wir wollen unseren Schiedsrichtern deutlich machen, dass sie nicht alleine sind, dass wir alle hinter ihnen stehen", sagt Drewitz.

    Über rund 1600 Schiedsrichter verfügt der SWFV derzeit - viel zu wenige, um die 2300 Spiele am Wochenende zu besetzen. In einigen Klassen (Jugend, Frauen, Männer-Kreisklassen) müssen die Fußballer deshalb bereits ohne Unparteiischen auskommen. Viele junge und ältere Referees prägen die Vereinigungen. "Der Mittelbau fehlt", sagt Drewitz und will verstärkt um die 30 bis 40 Jahre alten Fußballer werben, die ihre Schuhe an den Nagel hängen. Die Bundesliga dient da nicht mehr als Perspektive, aber immerhin die Bezirksliga. "Es ist doch etwas Spannendes, ein Spiel in der Bezirksliga zu leiten", macht Drewitz Appetit.

    Zweiter Adressat der Aktionen sind die Vereine, und dort speziell die Trainer und Spieler. "Viele Vereine meinen ja, der Schiedsrichter ist ein Abgesandter des Verbandes und damit zum Abschuss freigegeben. Dem ist nicht so. Da wünsche ich mir ein Umdenken", sagt Drewitz. Bei den Vereinen setzt der SWFV deshalb konkrete Maßnahmen an, die mit Beginn der Rückrunde greifen:

    1 Die Spieler sollen sich und den Schiedsrichter vor dem Spiel mit Handschlag begrüßen - analog zum Vorgehen in der Champions League. Drewitz: "Wer sich die Hand gegeben hat, dem fällt es schwerer, sich zehn Minuten später zu verhauen."

    2 Die Vereine müssen bei jedem Spiel einen Schiedsrichter-Verantwortlichen abstellen, der den Unparteiischen von der Ankunft am Sportplatz bis zur Abreise begleitet. Der Name der Person soll in den Spielbericht aufgenommen werden. Derjenige kann somit in die Verantwortung genommen werden.

    Zudem möchte der SWFV den Dialog zwischen den Vereinen und den Schiedsrichtern intensivieren und mit zehn Veranstaltungen über das Jahr verteilt Impulse setzen. In jedem Kreis sollen Unparteiische und Vereinsvertreter so ins Gespräch kommen. Drewitz wünscht sich möglichst viele Aktive, vor allem Trainer und Spieler, bei den Abendterminen. Für die lizenzierten Übungsleiter wird die Teilnahme an den Treffen sogar als Fortbildungsveranstaltung angerechnet, um sie anzulocken.

    Bei diesen Veranstaltungen soll auch der Schulterschluss zwischen Spitzen- und Basis-Schiedsrichtern geübt werden. Die Bundesliga-Referees werden zu Gast sein, wenn über die Probleme und Nöte gesprochen wird. Als Fifa-Schiedsrichter ist Christian Dingert die Nummer eins im Südwesten. Ihm liegt aus eigener Erfahrung am Herzen, dass die meist jungen Neulinge in der Anfangszeit von "erfahrenen Hasen" begleitet werden. Deshalb soll im Jahr des Schiedsrichters das Patensystem intensiviert werden. Im Kreis Alzey wurden damit gute Erfahrungen gemacht. Kreis-Obmann Karlfried Appelmann berichtete, dass in den vergangenen vier Jahren 600 Begleitungen organisiert wurden und die Absprungquote verhältnismäßig gering sei. "Das erste Jahr ist das schwierigste", weiß Dingert, der einst von Edgar Köhl zu den ersten Partien begleitet worden ist.

    Neue Referees gewinnen, dem bisherigen Schiedsrichterstamm den Rücken stärken und das Verhältnis zwischen Unparteiischen und Vereinen verbessern - der SWFV hat sich zweifelsohne viel vorgenommen für sein Jahr des Schiedsrichters.

    Von unserem Redakteur Olaf Paare

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