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Winterberg

Lölling: Doppelte Premiere in Winterberg

Marco Rosbach

Schon seit Tagen hatte sich der Fanklub via Facebook organisiert: Wer will mit nach Winterberg? Das war die Frage. Alle für Jacka! So lautete das Motto. Sogar ein eigenes Lied für Jacqueline Lölling, die Skeleton-Pilotin aus Brachbach, hatten Freunde und Familie komponiert, ehe sie sich auf den Weg Richtung Hochsauerland machten. „Jacka, Jacka, Jacka – immer wieder Jacka“, dröhnte es in Winterberg gefühlt in Dauerschleife aus den Lautsprechern. Natürlich auch, als die Führende im Gesamt-Weltcup die letzte Fahrt in der Frauen-Konkurrenz nach unten gebracht hatte. Schnellste in Durchgang eins, Schnellste in Durchgang zwei: Souverän wie so oft in den vergangenen beiden Jahren hat die 22-Jährige auch das Rennen auf ihrer Heimbahn vor der Kanadierin Elisabeth Vathje, der Russin Elena Nikitina und der deutschen Teamkollegin Tina Hermann gewonnen. Vieles war wie so oft, und doch schwang ein neues Gefühl mit.

Pure Freude in Winterberg: Jacqueline Lölling.  Foto: dpa
Pure Freude in Winterberg: Jacqueline Lölling.
Foto: dpa

In Winterberg hat Lölling in Sachen Skeletonsport schon so ziemlich alles erlebt. Vor zehn Jahren sammelte sie im Eiskanal der RSG Hochsauerland ihre ersten Erfahrungen als Pilotin, hier gab sie 2009 ihr Debüt bei einer DM und holte zwei Jahre später auf heimischer Bahn den nationalen Titel. Dass sie im Februar 2015 mit der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Winterberg erstmals auf allerhöchster Ebene für Furore sorgte, passt ins Bild. Das einzige, was der Pilotin aus Brachbach in ihrer beeindruckenden Winterberg-Sammlung noch fehlte, war ein Weltcup-Sieg. Das Warten darauf hat seit Freitagmittag ein Ende.

Mit zwei konstant starken Läufen setzte sich Lölling mit 24 Hundertstelsekunden Vorsprung an die Spitze. Nach den Plätzen acht und drei in den USA und zuletzt Rang eins im kanadischen Whistler war der Erfolg von Winterberg eine Bestätigung der stark ansteigenden Formkurve. Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Medaillenfrage bei den Winterspielen in Pyeongchang nur über die Pilotin aus Brachbach beantwortet wird.

Was die Kunst ihres Fahrens ausmacht, zeigte auf beeindruckende Weise der erste Durchgang, den Lölling wie auch auch Nikitina in 58,01 Sekunden und damit schneller als alle anderen nach unten brachten. Vergleicht man den Start der beiden, tun sich Welten auf: Nach 5,63 Sekunden bleibt die Uhr für Lölling stehen – bei der flinken Russin sind es 5,17 Sekunden. Zwischen den beiden, die 15 Kurven und eine Zielgerade später auf die Hundertstel gleichauf sind, liegt bei der ersten Zeitmessung eine Ewigkeit. Was für Lölling spricht, sind nicht nur Größe und Gewicht, sondern vor allem die fahrerische Klasse. Fehlerlos treibt sie den Schlitten nach unten und beschleunigt auf finale 129,54 km/h. Für Nikitina werden gerade einmal 125,04 km/h gemessen. Da auch im zweiten Durchgang Jacqueline Lölling die mit Abstand höchste Geschwindigkeit erreichte, überraschte es nicht, dass sie mit ihren Fans nicht nur die Premiere der neuen Jacka-Hymne, sondern auch ihren ersten Winterberg-Erfolg feiern durfte.

Von unserem Redakteur Marco Rosbach

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