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    Paris/Oberdürenbach

    Großes Match: Wie Anna-Lena Friedsam die Weltranglistenerste ärgerte

    Als Anna-Lena Friedsam nach ihrem Erstrunden-Erfolg bei den French Open durchs Spielerrestaurant ging, konnte sie auch Serena Williams beobachten. Die Weltranglistenerste stand da, umringt von Familie, Freunden und Trainern. Es gibt nicht viele Kolleginnen, mit denen Williams abseits des Tennisplatzes spricht und Kontakt pflegt, Friedsam, die junge Deutsche, gehört nicht dazu. Am Donnerstag ärgerte die Oberdürenbacherin aber den Weltstar und gab lange die bessere Figur ab.

    Anna-Lena Friedsam
    Anna-Lena Friedsam
    Foto: dpa

    Von unserem Mitarbeiter Jörg Allmeroth

    Eigentlich bewegen sie sich in komplett verschiedenen Universen, die Frau, die drauf und dran ist, alle Rekorde der Branche zu brechen und selbst die 22 Grand-Slam-Titel einer Steffi Graf noch zu übertreffen. Und das Talent aus Oberdürenbach im Kreis Ahrweiler, gerade erst dabei, sich im Nomadenbetrieb zu etablieren, mehr zu werden als ein deutsches Versprechen für die Zukunft. "Serena Williams? Die kenne ich nur aus dem Fernsehen", sagt Friedsam, Nummer 105 der Tennis-Weltrangliste, auf die Frage, wie ihr Verhältnis zu der Frontfrau aus Florida ist.

    Verabredung mit der „Außerirdischen“

    Das hat sich am Donnerstag zumindest sportlich geändert, nachdem Friedsam eine Verabredung mit der "Außerirdischen" ("New York Post") hatte, in der zweiten Runde der French Open, auf einem der beiden Hauptplätze. Auf großer Bühne, vor großer Kulisse. Ein großer Traum, wahr geworden für Friedsam: "Das war schon immer ein Wunsch. Einmal gegen Serena zu spielen, solange sie noch spielt", sagt die 21-jährige, "ich hoffe, die Situation überwältigt mich nicht."

    Diese Hoffnung erfüllte sich. Friedsam trumpfte groß auf, startete gleich mit einem Break in das Match. Williams glich aus zum 5:5, aber die Rheinländerin schaffte das nächste Break und brachte ihr Aufschlagspiel durch: 7:5, erster Satz für die Deutsche. Bahnt sich eine Sensation an?

    Kann man, darf man sich überhaupt eine Chance ausrechnen gegen die Beste der Branche, eine Spielerin, die 19 Grand-Slam-Trophäen und 66 Titel insgesamt gewonnen hat? Oder will man sich nur möglichst teuer verkaufen, eine niederschmetternde Pleite verhindern? "Es geht ums Gewinnen, ganz klar", hatte Friedsam vor dem Match gesagt, "man muss Serena bewegen, dann spielt sie auch nicht so dominant." Es kann aber auch sein, das weiß Friedsam, dass man selbst nur bewegt und umhergeschoben wird. Und vor lauter Nervosität kaum einen Ball übers Netz bekommt.

    Vielleicht spielt die Nervosität eine Rolle, als sie einen Breakball und dann bei eigenem Aufschlag drei Spielbälle vergibt. Williams geht 4:2 im zweiten Satz in Führung. Friedsam schafft das Rebreak. 4:3.

    „Ich will selbst mal zu den Besten gehören“

    Friedsam hat mächtige Ziele, die sie knapp und schnörkellos formuliert: "Ich will selbst mal zu den Besten gehören, vorn mitspielen und große Turniere gewinnen", sagt die junge Frau aus der Eifel, "am besten einen Grand Slam." Ihre Stärken auszuspielen, eben jene knallharten Grundschläge und das offensive Powerspiel, gelingt ihr nicht immer, aber immer öfter. Aber noch nicht oft genug, wie sie selbst weiß: "Ich muss mir noch mehr zutrauen."

    An diesem Tag in Paris traut sie sich viel zu, das ist zu spüren. Doch es reicht nicht. Sie vergibt zwei Spielbälle, Williams liegt 5:3 vorne und schlägt zum Satzgewinn auf. Satzausgleich, im dritten Satz geht Williams schnell 1:0 in Führung, holt das Break zum 2:0.

    Friedsam hat laut Bundestrainerin Barbara Rittner enorme Fortschritte gemacht. "Sie ist ganz klar auf dem richtigen Weg", sagt die Fed-Cup-Chefin über die 21-Jährige, die einst auch eine gute Fußballerin war. 

    Auf dem Platz in Paris kämpft die in Neuwied geborene Frau, bringt ihre Aufschlagspiele zunächst durch. 2:3, 3:4,  sie attackiert, will das Break. Und es gelingt nicht. Die erfahrene Williams nimmt ihr den Aufaschlag ab. 7:5, 3:6, 3:6, das Spiel ist nach 1:57 Stunde vorbei.

    "Sie hat sich unheimlich teuer verkauft", sagt Bundestrainerin Barbara Rittner danach, "diese Erfahrung ist unbezahlbar für ihre weitere Entwicklung". 

    Viel zu verdanken hatte Friedsam in jüngeren Jahren ihrer Karriere dem aufgeweckten Coach Bijan Wardjawand, der sie immer wieder zu Eigenverantwortung animierte. "Ich habe mich selbst viel mit Taktik, Trainingsprogramm und Matchführung beschäftigt", sagt Friedsam, "das stärkt auch das Selbstbewusstsein." Wardjawand und Friedsam beendeten im Frühling ihre Kooperation. Nun arbeitet sie mit Sascha Müller, einem Trainer aus ihrem Heimatort Oberdürenbach. Am liebsten würde Friedsam auch schon bald mal für das deutsche Fed-Cup-Team an den Start gehen. "Die Konkurrenz ist gigantisch. Wir haben so viele gute Spielerinnen in Deutschland", sagt sie, "da muss man schon richtig was bieten." Hat sie im Spiel gegen Serena Williams.

    Anna-Lena Friedsam (Oberdürenbach) erreicht in Wimbledon nach großem Kampf die zweite Runde Anna-Lena Friedsam mit neuer alter Kraft nach Wimbledon Interview mit Anna-Lena Friedsam: Mein Plan ist, die beste Spielerin der Welt zu werden
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