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Nach dem Abpfiff: Neuer Verein, alte Probleme

Das hätten sie ihm beim FC Bayern nicht mehr ermöglicht. 90 Minuten Bundesliga, als Führungskraft in der Defensive – Dante genoss bei seinem Debüt im Trikot des VfL Wolfsburg jene Wertschätzung, die sie ihm in München entzogen hatten.

Christoph Erbelding blickt auf den Spieltag zurück

Dort hatten zuletzt sogar Mittelfeldspieler seine Position besetzt, Spielpraxis lag für Dante nur noch dann im Bereich des Realistischen, wenn eine Partie bereits entschieden war. Dass sich der Brasilianer vor zwei Wochen also zu einem Wechsel durchrang, kam keineswegs mehr überraschend.

Spötter werden nun behaupten, Dante hat beim Gastspiel seines neuen Vereins beim FC Ingolstadt (0:0) direkt offenbart, warum sich die Dinge für ihn so entwickelt haben. Und dass der Ex-Nationalspieler, der in Mönchengladbach internationales Format erreichte und mit dem FC Bayern auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft im Jahr 2013 die Champions League gewann, nicht mehr an seine alte Leistungsstärke herankommt. Natürlich werden sie damit nicht völlig danebenliegen, denn wenn es anders wäre, hätte Dante den FC Bayern niemals verlassen (müssen). Sein fast verschuldeter Elfmeter aus der 32. Minute in Ingolstadt erinnerte nun fast schon wieder ein wenig an die durch viele eigene Fehler geprägte vergangene Saison. Klar ist aber auch: Mit etwas mehr Wettkampfpraxis besitzt der 31-Jährige das Potenzial, die Innenverteidigung des Zweiten aus der Vorsaison zu bereichern. Die nötige Zeit zur Eingewöhnung wird er bekommen, das hat VfL-Trainer Dieter Hecking bereits mehrfach betont.

Dante
Dante hat in Wolfsburg unterschrieben.
Foto: Sven Hoppe – dpa

Auch, wenn es Dante nicht weiterhilft: Der erste Bundesliga-Spieltag nach dem Ende der Transferfrist hat generell gezeigt, dass es spät verpflichteten Neuzugängen durchaus schwerfallen kann, ihr neues Team direkt anzutreiben. Nicht jeder schlägt so ein wie einst Arjen Robben beim FC Bayern, der 2009 wenige Tage nach seinem Abschied von Real Madrid in seinem ersten Spiel für die Münchner zwei Tore erzielte und Uli Hoeneß auf der Tribüne zu einer demonstrativen Siegerfaust animierte, frei nach dem Motto: Seht her, alles richtig gemacht! Eine ähnliche Pose war vom Wolfsburger Manager Klaus Allofs diesmal nicht nur wegen Dantes Auftritt nicht zu erwarten. Auch Julian Draxler, der mit viel Getöse aus Gelsenkirchen zum VfL gelotste Nachfolger für Kevin De Bruyne, fremdelte noch mit seiner Rolle als prägende Figur. Das war auch auf Schalke mitunter so gewesen, grandiose Leistungen wechselten sich munter mit Darbietungen ab, in denen Draxler einiges schuldig blieb, zumindest in den Augen vieler „Königsblauer“. Insofern hat sich für den Weltmeister gar nicht so viel verändert. Die Erwartungen bleiben hoch, sind vielleicht sogar gestiegen, weil er nun ein imaginäres 35-Millionen-Preisschild trägt. Draxler, der die Ansprüche zu Beginn seiner Karriere nach oben geschraubt hat, als er mit zarten 17 Jahren seine vielleicht besten Spiele auf Schalke absolvierte, wird sie bestätigen müssen.

Für Javier Hernandez, den neuen Star bei Bayer Leverkusen, hielt das Bundesliga-Debüt derweil einen Platz bereit, der den Mexikaner vor keine großen Anpassungsschwierigkeiten gestellt haben dürfte. Nach den Ersatzbänken bei Manchester United und Real Madrid lernte der Mexikaner nun zunächst auch das für die Reservisten der „Werkself“ bereitgestellte Mobiliar kennen. Ein Zustand, der nicht von Dauer sein dürfte. Nach dem 0:1 gegen Darmstadt 98 können die Leverkusener neue Impulse gut gebrauchen, und der Mann, der Madrid in der Vorsaison ins Halbfinale der Champions League geschossen hat, ist in der Lage, sie zu liefern. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Javier Hernandez 90 Minuten auf dem Platz stehen wird – womöglich als Führungskraft in der Offensive.

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