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Ahrweiler

Für Majtie Kolberg ist's bis zur WM noch eine Sekunde

Was so ein Fußballer ist, der trainiert zweimal die Woche und spielt dann am Wochenende. Woche für Woche. Leichtathleten trainieren auch, mitunter sogar häufiger, um dann möglichst auf den Punkt hin fit zu sein bei ihren seltenen Saisonhöhepunkten. Majtie Kolberg steht jetzt vor gleich zwei Höhepunkten an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Die 800-Meter-Spezialistin misst sich beide Male mit der nationalen Elite: am Samstag/Sonntag zunächst in Dortmund, wo sie erstmals bei der DM der Männer und Frauen an den Start geht, eine Woche später dann bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Halle. Dort auch mit Medaillenchancen. In der U 20 wurde sie im vergangenen Jahr unterm Dach ebenso Vizemeisterin wie unter freiem Himmel.

Startklar für wichtige Aufgaben: Auf Majtie Kolberg von der LG Kreis Ahrweiler warten an den nächsten beiden Wochenenden zwei nationale Titelkämpfe. Dabei feiert sie bei den Erwachsenen ihre Premiere. Foto: LG Kreis Ahrweiler
Startklar für wichtige Aufgaben: Auf Majtie Kolberg von der LG Kreis Ahrweiler warten an den nächsten beiden Wochenenden zwei nationale Titelkämpfe. Dabei feiert sie bei den Erwachsenen ihre Premiere.
Foto: LG Kreis Ahrweiler

Dass die im Dezember 18 Jahre alt gewordene Nachwuchshoffnung der LG Kreis Ahrweiler jetzt erstmals bei der DM der „Großen“ dabei ist, sei eine „Ehre“ für sie, wie sie sagt. Außer Ehre können ihr die Starts aber auch Erfahrung einbringen, die wiederum bei der Verfolgung eines noch größeren Ziels gute Dienste leisten soll.

Erst einmal steht aber der Wettkampf am Wochenende in Dortmund im Fokus. Für den hatte sie sich vor zwei Wochen an gleicher Stelle bei den NRW-Hallenmeisterschaften in 2:10,66 Minuten qualifiziert, als sie die DM-Norm (2:13,00) klar unterbot. Für die U 20-Hallen-DM am 24. und 25. Februar in Halle an der Saale war die Zweite der letztjährigen Jugend-DM und deutsche U 16-Meisterin 2014 bereits qualifiziert. Die NRW-Hallenmeisterschaft war für sie einer von nur wenigen Wettkämpfen in dieser Hallensaison. Im Zuge behutsamer Trainings- und Wettkampfgestaltung lief sie sonst nur noch einmal über die längere ungewohnte Distanz von 1500 Metern (wo sie die DM-Norm für die Jugend in 4:41,32 gleich um 14 Sekunden unterbot) und jetzt am vergangenen Wochenende über die kürzere ungewohnte 400-Meter-Strecke. Das war bei den Süddeutschen Meisterschaften in Sindelfingen, wo sie ihre Bestzeit um zwei Sekunden auf 57,01 Sekunden verbesserte und Dritte bei den Frauen wurde.

Trainer beschäftigt sich sinnvoll

„Eine sehr gute Zeit“, sagt ihr Trainer Leo Monz-Dietz. Er muss es wissen. Der 66-Jährige ist Diplom-Trainer und Absolvent der Trainer-Akademie Köln, war Straßen- und Volkslaufwart des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) und dort auch Lehrwart. Mittlerweile ist er Rentner und „nur“ noch Trainer bei seinem Heimatverein LG Dorsten. Intensiver kümmert er sich lediglich noch um einige wenige ausgewählte Athleten, seit rund einem Jahr eben auch um Kolberg. Und das alles auf ehrenamtlicher Basis. Was er eine „sinnvolle Freizeitbeschäftigung“ nennt. Die freilich beansprucht einiges an Zeit.

Da sich beide nicht ständig sehen können, telefonieren sie täglich miteinander. Dabei schildert Kolberg ihre Trainingserfahrungen und -begebenheiten, nach denen die Trainingspläne falls nötig entsprechend modifiziert werden.

„So eine Eins-zu-eins-Betreuung habe ich noch nicht gehabt. Das ist super“, freut sich Kolberg, die ihre ersten sportlichen Trainingserfahrungen, damals noch im Triathlon, in der Gruppe des TuS Ahrweiler gemacht hat. Und auch wenn sie seinerzeit bei Triathlon-DMs sogar schon auf dem Treppchen gestanden hat, haben sich die Umfänge im Training mittlerweile deutlich gesteigert.

Bis zu zwei Stunden am Tag, mitunter in zwei Schichten, trainiert die Schülerin am Peter-Joerres-Gymnasium Ahrweiler. Die wollen erst einmal in den Tagesablauf integriert sein. „Für Freunde und Hobbys bleibt da oft nicht viel Zeit. Und Karneval habe ich auch nicht gefeiert“, bedauert sie, um gleich zu ergänzen: „Aber es macht ja auch Spaß.“ Zumal Fortschritte und Erfolge nicht ausbleiben. Mittlerweile gehört sie zum Nachwuchskader 1 des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Zu Hause muss sie aber meist allein trainieren. Was nicht immer einfach ist bei jedem Wind und Wetter. Da helfen nur große Disziplin und noch größerer Wille.

Einmal in der Woche geht es nach Düsseldorf zum Training in der Halle mit ihrem Trainer. Bei dem kann sie sicher sein, dass er sie langsam aufbaut und nicht für den kurzfristigen Erfolg verheizt. Fürs anstehende Wochenende haben beide das Erreichen des Endlaufs als Ziel ausgegeben. Bei der Jugend darf es dann schon etwas mehr sein. Das Erreichen des Endlaufs sollte da keine unüberwindbare Hürde darstellen.

„Dafür wird sie Dortmund schon im Vorlauf an ihre Grenzen gehen müssen“, glaubt Monz-Dietz, der sich aber nicht nur allein eine gute Zeit gegen die schnelle Konkurrenz erhofft. „Es geht auch darum, sich gegen stärkere Athletinnen zu behaupten“, erklärt er. Denn so ein 800-Meter-Lauf ist keinesfalls eine ganz körperlose Angelegenheit. Da wird gedrängelt, gekämpft und zudem auch eine ganze Menge taktiert. Auch das gilt es zu lernen. Erst recht, wenn man noch große Ziele hat.

Die Teilnahme an Olympischen Spielen, sagt Kolberg, sei „natürlich ein Traum“. Der aber noch weiter weg ist. Rund sieben Sekunden, vereinfacht gesagt. 1:59,80 Sekunden betrug die Olympia-Norm für Rio 2016, bei 2:06,94 steht ihre persönliche Bestzeit. Da erscheint die Norm für die Jugend-WM in diesem Sommer (10. bis 15. Juli) in Tampere/Finnland schon greifbarer: 2:06,00. „Machbar“, meint Monz-Dietz mit Blick auf die Entwicklung von Kolberg.

Ein echter Wettkampftyp

Dass nur eine Woche nach den Titelkämpfen der Frauen und Männer gleich die Jugend-DM folgt, verbucht er darum ebenfalls unter dem Aspekt des Erfahrungen-Sammelns. Körperlich könne man innerhalb einer Woche durchaus wieder regenerieren. Es gehe somit eher darum, sich auch mental an die Häufung wichtiger Wettkämpfe zu gewöhnen. „Bei der WM können es drei Starts mit hoher Belastung an drei Tagen sein“, erklärt der Trainer.

Wobei Swantje Kolberg in dieser Hinsicht ihrer Tochter einiges zutraut: „Sie ist ein Wettkampftyp“, sagt sie, was diese auch so empfindet: „Ich brauche die Wettkämpfe, die spornen mich an.“ Entsprechend groß ist somit die Vorfreude auf die kommenden beiden Wochenenden. Marcus Pauly

Leichtathletik (ABCK)
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