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Idar-Oberstein

FCK-Spiel im Haag sorgt für Verdruss wegen Terminüberschneidung

Sascha Nicolay

Dass der 1. FC Kaiserslautern am 3. Oktober im Fußball-Verbandspokal ein Pflichtspiel beim SC Idar-Oberstein bestreiten muss, bewegt die Fußballfreunde im Kreis Birkenfeld. In die riesige Vorfreude auf eine außergewöhnliche Begegnung mischt sich aber auch – zum Teil heftige – Kritik. Stein des Anstoßes ist der Termin.

An jenem 3. Oktober sollen nämlich zur gleichen Zeit wie das Mega-Ereignis im Haag von der Landesliga bis zu den C-Klassen komplette Spieltage angepfiffen werden. Besonders kurios: Diese Spieltage sind vorgezogene Rückrundenspieltage. Damit wollten die Staffelleiter vermeiden, dass es im Falle eines ähnlichen Wetterchaos wie im vergangenen Winter zu vergleichbaren Terminschwierigkeiten kommt. Jetzt sorgt ein außergewöhnliches Pokallos für Verdruss, weil das Spiel im Haag alle anderen im Kreis angesetzten Partien überlagert. Viele Spieler, Verantwortliche und Betreuer würden sich die Partie beim SC natürlich gerne ansehen, befürchten nun aber, dass ihnen dieses Großereignis entgeht, weil ihr Verein selbst spielt. Nicht zu Unrecht befürchten viele Klubs zudem, dass sie noch weniger Zuschauer als sonst haben werden, dass es noch schwieriger sein könnte, Dienste am Grill- und Getränkestand zu besetzen, oder dass sich sogar der eine oder andere Spieler dafür entscheidet, den Verbandspokalkracher im Haag anzuschauen statt selbst aufzulaufen.

Der Ärger in den Vereinen richtete sich zunächst reflexartig gegen den Südwestdeutschen Fußballverband. Diesmal allerdings zu Unrecht. Der eigentliche Termin für die vierte Verbandspokalrunde wäre der kommende Mittwoch, aber weil der FCK erst am Montag gegen Fortuna Köln in der Dritten Liga spielt, kam dieser Termin nicht in Frage. Ein anderer musste her. Schnell standen für den 1. FCK und den SC der 3. Oktober oder der 10. Oktober als Alternativen fest. Martin Schneider, der sportliche Leiter des SC Idar-Oberstein, stellt klar: „Wir haben uns ganz stark gemacht für den 3. Oktober, obwohl wir natürlich gewusst haben, dass überall ein kompletter Spieltag angesetzt ist.“

Der Hauptbeweggrund für den SC sei das Thema Sicherheit, erklärt Schneider und verdeutlicht: „Wir wollen ein Fußballfest erleben, und dazu gehört, dass eine solche Partie, zu der wir mehrere tausend Zuschauer erwarten, sicher über die Bühne geht. Diese Sicherheit können wir am 3. Oktober bei Tageslicht eher gewährleisten als in der Dunkelheit am Abend des 10. Oktober bei unserem mäßigen Flutlicht.“ Dabei gehe es nicht nur um die Sicherheit im Stadion selbst, sondern auch auf dem Weg dorthin und auf den angrenzenden Parkplätzen, stellt der sportliche Leiter klar. Schneider macht aber keinen Hehl daraus, dass auch sportliche Überlegungen eine Rolle gespielt haben. „Wir wollten unseren Spielern ermöglichen, sich in Ruhe auf das Spiel vorzubereiten. Wir haben uns gewünscht, dass unsere Akteure ausgeruht zu diesem, für sie vielleicht größten Spiel ihrer Laufbahn antreten können und nicht quasi direkt von ihrer Arbeitsstelle in den Haag hetzen und anschließend auf dem Feld sofort gegen eine Profimannschaft spielen müssen.“ Schneider verrät, dass Michael Frontzeck, der Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern, sogar lieber am 10. Oktober, in der Länderspielpause, im Haag gespielt hätte. „Er, Teammanager Roger Lutz und der Vorstandsvorsitzende Martin Bader konnten aber unsere Beweggründe verstehen und haben dem 3. Oktober zugestimmt.“ Schneider sagt klipp und klar: „Ich bin sehr froh, dass es mit diesem Termin geklappt hat.“

Gleichwohl bringt die Ansetzung Spieler und Verantwortliche vieler anderer Vereine auf die Palme. Hell empört ist man zum Beispiel beim Bollenbacher SV. Fritz Böse, früher im Vorstand, heute Edelfan der „Daaler“, betont: „Wenn in mehreren unterklassigen Vereinen nur einigermaßen so viel Unruhe wegen der Terminüberschneidung herrscht wie beim BSV, dann sollte eine Gesamtabsage der Spieltage am 3. Oktober zum Wohle der Vereine eine Überlegung wert sein.“ Nun ist die Gemengelage beim BSV natürlich auch besonders außergewöhnlich, schließlich könnte es im Haag zum Aufeinandertreffen zweier echter „Daaler“ Buben kommen, wenn der Kirchenbollenbacher Justus Klein im SC-Trikot Schüsse auf den Mittelbollenbacher FCK-Torwart Lennart Grill abgibt.

Doch man kann davon ausgehen, dass viele andere Vereine, besonders im Idar-Obersteiner Stadtgebiet, den Termin ähnlich kritisch sehen. Erik Moser vom VfL Weierbach schreibt zum Beispiel auf Facebook: „Echt schade. Interessierte, aktive Fußballer, Trainer, Betreuer und sonstige ehrenamtliche Helfer für Wirtschaftsbetrieb im gesamten Kreis müssen fern bleiben. Ich finde die Ansetzung eher bescheiden. Zumal jeder andere Verein garantiert auch mit weniger Zuschauern und somit auch Einnahmen rechnen muss.“

Martin Schneider ist sich der Problematik durchaus bewusst. „Wir wollen ja auch, dass möglichst viele Zuschauer aus der Region zu uns kommen“, sagt er. Beim sportlichen Leiter des SC ist solch eine Aussage mehr als ein Lippenbekenntnis. Schneider ging aktiv auf Axel Rolland, den Kreisvorsitzenden, zu, um Lösungen zu finden. Durchaus mit Erfolg, denn Rolland verfügte, dass die Vereine von C- Klasse bis A-Klasse die Spiele am 3. Oktober gebührenfrei verlegen können. Die Staffelleiter in der Bezirksliga und Landesliga bat er um die gleiche Handhabung. Bleibt nur zu hoffen, dass Vereine, die sich eine Verlegung ihrer Partie wegen des Verbandspokalspiels wünschen auch auf die Kooperationsbereitschaft des Gegners treffen, denn eine Verlegung ist nur mit dessen Zustimmung möglich.

Von unserem Redakteur Sascha Nicolay
SC Idar-Oberstein
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