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Idar-Oberstein

Tim Försters Klasse macht im Finale gegen den BSV den Unterschied – VfL Weierbach ist zum vierten Mal in Folge Stadtmeister

Würde man die Idar-Obersteiner Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in der Weierbacher Bein-Sporthalle als mathematische Gleichung begreifen, lässt sich feststellen, dass sich in den vergangenen vier Jahren die Variablen vor dem Gleichzeichen stets verändert haben, das Ergebnis allerdings bleibt seit vier Jahren stets das gleiche. Denn der VfL Weierbach hat sich zum vierten Mal in Folge den Sieg bei der Stadtmeisterschaft gesichert. „Ich glaube, dass der Sieg auf jeden Fall verdient war, aber wir hatten auch in den K.O-Spielen das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite“, bewertete der sichtlich euphorisierte Artur Magel, er neben Willi Kossligk als Coach fungierte, die Leistung seiner Mannschaft.

Beleg für die Klasse des VfL Weierbach. Sven Danech (rechts) wurde zum besten Turnierspieler und Eugen Krukov zum besten Torwart gewählt. Außerdem waren Tim Förster (links) und Julian Deutsch die besten Schützen – gemeinsam mit David Heringer (Mitte). Der Akteur des FC Hohl war somit der einzige, der in die VfL-Phalanx der besten Turnierindividualisten einbrechen konnte.  Foto: Manfred Greber
Beleg für die Klasse des VfL Weierbach. Sven Danech (rechts) wurde zum besten Turnierspieler und Eugen Krukov zum besten Torwart gewählt. Außerdem waren Tim Förster (links) und Julian Deutsch die besten Schützen – gemeinsam mit David Heringer (Mitte). Der Akteur des FC Hohl war somit der einzige, der in die VfL-Phalanx der besten Turnierindividualisten einbrechen konnte.
Foto: Manfred Greber

Gerade zu elektrisierend war die Stimmung im Endspiel gegen den Bollenbacher SV gewesen. Dieses Finale hatte es in den vergangenen drei Jahren bereits zweimal gegeben. Auch bei der dritten Auflage sollte der VfL triumphieren. Und das lag vor allem am überragenden Finalauftritt von Tim Förster. „Es war wirklich unglaublich, was er in diesem Spiel geleistet hat“, adelte Magel seinen Schützling. Förster drückte dem Endspiel mit seinen beiden Treffern seinen Stempel auf, schließlich gewann der VfL denkbar knapp mit 2:1. Bärenstark war dabei vor allem, wie geschickt Förster seinen Körper einsetzte. Bei seinem ersten Treffer setzte er sich auf Höhe der Mittellinie entscheidend gegen Christopher Kornetzky durch und schob zum 1:0 ein. Wenige Sekunden später wurde es dann noch sehenswerter: Förster blieb im Zweikampf mit Mike Ruppenthal Sieger, um die Kugel dann aus spitzestem Winkel in zum 2:0 in die Maschen zu befördern. Es war nach seinem Fallrückziehertor in der Vorrunde das zweite Förster-Schmankerl an diesem Nachmittag. Mit acht Treffern sicherte sich der Angreifer zudem den Titel des besten Torschützen – gemeinsam mit seinem Teamkameraden Julian Deutsch und David Heringer vom FC Hohl Idar-Oberstein.

In dieser Szene hatte der VfL Weierbach im Finale ganz viel Glück. Florian Herzog hat das 2:2-Ausgleichstor für den Bollenbacher SV auf dem Fuß, hämmert den Ball aber aus sieben Metern über den Kasten. Es war nicht die einzige Großchance der „Daaler“ im Endspiel. Auch, weil er solche Möglichkeiten versiebte, verlor der BSV 1:2.  Foto: Manfred Greber
In dieser Szene hatte der VfL Weierbach im Finale ganz viel Glück. Florian Herzog hat das 2:2-Ausgleichstor für den Bollenbacher SV auf dem Fuß, hämmert den Ball aber aus sieben Metern über den Kasten. Es war nicht die einzige Großchance der „Daaler“ im Endspiel. Auch, weil er solche Möglichkeiten versiebte, verlor der BSV 1:2.
Foto: Manfred Greber

Dass die Finalbegegnung so spannend war, lag freilich auch an einem stark aufspielenden BSV. Die „Daaler“ konnten das Endspiel mit ordentlichem Rückenwind antreten, denn die Mannschaft von Sascha Nicolay hatte zuvor die Oberliga-Auswahl des SC Idar-Oberstein aus dem Turnier geschossen. Auch im Endspiel war der BSV ein ebenbürtiger Gegner und nach dem Seitenwechsel sogar das bessere Team. Denn nach der 2:0-Führung hatte der VfL Weierbach so seine Mühe und Not mit dem beherzten Auftreten des Gegners. „Ich kann meiner Mannschaft wirklich keinen Vorwurf machen. Ich behaupte sogar, dass wir insgesamt die gefährlicheren Chancen hatten“, analysierte BSV-Coach Sascha Nicolay. Gerade gegen Partieende versiebte der BSV einige Hochkaräter. Die beste Möglichkeit besaß Florian Herzog, doch der BSV-Co-Trainer und personifizierte Tormaschine hatte mit Ladehemmung zu kämpfen. Herzog gelangen „nur“ zwei Treffer in der Endrunde. Bei seiner ersten Großchancen jagte der Angreifer das Spielgerät ans Hallendach, wenige Minuten später klärte Alexander Wenz Herzogs Freistoß auf der Torlinie. Zudem zeichnete VfL-Schlussmann Eugen Kryukov für einige sehenswerte Paraden für den Sieg verantwortlich. Der Weierbacher Torhüter durfte im Anschluss auch den Preis des besten Keepers entgegennehmen.

Generell ließ sich das Weierbacher Erfolgskonzept durch eine breite Anzahl starker Individualisten erklären. Neben dem besten Keeper und dem besten Torschützen stellte der VfL nämlich auch den besten Spieler des Turniers. Der hieß – wie im Vorjahr – Sven Danech. Der Defensivspezialist verstand sich zunächst als Abräumer, war aber auch jederzeit in der Lage in den Offensive Akzente zu setzten. Spätestens nach dem Halbfinalsieg über den FC Hohl war die Nominierung Danechs endgültig gerechtfertigt. Mit der Schlusssirene gelang ihm nämlich das entscheidende Tor zum 4:3 gegen seinen alten Heimatverein. Zuvor hatte der FC Hohl eine starke Partie abgeliefert. Entscheidend war wohl eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe, die sich FCH-Keeper Alexander Kasarev sechs Minuten vor Partieende eingehandelt hatte. Die Finsterhecker hatten mit 3:2 geführt, als ihr Torwart mit beiden Beinen voran in Patrik Schmidt rauschte. Karasev traf zwar zuerst den Ball, doch die Intensität der Aktion war so hoch, dass der einzige Feldverweis der Endrunde zwar diskutabel, aber eben auch vertretbar war. Vorher hatte der FC Hohl einen 1:2-Pausenrückstand in jene 3:2-Führung umgewandelt.

Auch das erste Halbfinale zwischen dem Bollenbacher SV und dem SC Idar-Oberstein war ähnlich spannend verlaufen. Am Ende siegten die „Daaler“ 3:2 und holten dabei einen 1:2-Pausenrückstand auf.

Weniger spektakulär als die Ausscheidungsspiele war die Gruppenphase verlaufen. Der SC Idar-Oberstein und der VfL Weierbach hielten sich schadlos, während der BSV im entscheidenden Spiel um den Halbfinalzug in Gruppe B gegen die Nachbarn aus Nahbollenbach genauso wenig Mühe hatte wie der FC Hohl Idar-Oberstein mit dem TuS Tiefenstein in Gruppe B. „Mit unserer Vorrunde war ich aber nicht wirklich zufrieden. Gegen Nahbollenbach haben wir unser schlechtestes Spiel abgeliefert“, fand Magel. Dennoch gab der Stadtmeister im gesamten Turnier keinen einzigen Punkt ab – ein weitere Beleg, dass der VfL Weierbach derzeit das Nonplusultra im Idar-Obersteiner Hallenfußball ist.

Von unserem Mitarbeiter Maximilian Storr

Murat Yasar vergleicht Spiele bei der Stadtmeisterschaft mit Kopfballtrainingseinheiten

Idar-Oberstein. Sichtlich enttäuscht schlappten die Fußballer des SC Idar-Oberstein vom Spielfeld in Richtung Kabinentrakt, nachdem sie im Halbfinale gegen den Bollenbacher SV eine 2:3-Niederlage hatten einstecken müssen. Enttäuschend war aber auch die Leistung, die das Team um Kapitän Andre Thom in der Endrunde abgeliefert hatte. „Das war sicherlich nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Der dritte Platz ist nicht zufriedenstellend“, bemängelte Trainer Murat Yasar.

Tatsächlich hatten es die SC-Kicker nicht geschafft, sich spielerisch von Bezirksligateams abzuheben. Die Idarer versuchten es zwar mit vielen Passtaffeten, dabei reihten sich aber zahlreiche Ungenauigkeiten ins Spiel ein. Vereinzelt sprachen Turnierbeobachter sogar von einer Blamage. Soweit wollte Yasar aber nicht gehen: „Natürlich hat uns die Souveränität gefehlt. Ich hätte mir von meiner Mannschaft auch im Gesamtauftreten mehr erhofft. Aber ich kann den Jungs kein lasches oder arrogantes Auftreten unterstellen. Eine Blamage ist für mich etwas anderes.“ Vielmehr ließ der SC Idar laut Yasar grundlegende Tugenden wie die Gier und den nötigen Biss vermissen. „Möglicherweise hat bei den jungen Spielern auch die Nervosität eine Rolle gespielt“, vermutet der Coach.

Denn gerade gegen den Oberligisten sind die anderen Mannschaften natürlich besonders motiviert. Es winkt die zumeist einmalige Chance dem Krösus des Kreises ein Schnippchen schlagen zu können. Doch das ist schon seit 25 Jahren so. Während ehemalige SC-Oberligaspieler wie Tomasz Kakala, Carsten Schneider oder Martin Mayer ihren Gegnern in 1990er und 2000er-Jahren einfach technisch haushoch überlegen waren, bringt die neue Oberliga-Generation des SC diese Qualität aber offenbar nicht mit.

Nicht in die Karten spielen den Schmuckstädtern dabei aber auch die angepassten Hallenregeln. „Ich glaube, dass von diesen Regeln vor allem die technisch schwächeren Mannschaften profitieren“, sagte beispielsweise BSV-Coach Sascha Nicolay. Die Viersekunden- und die Rückpassregel hebeln den Torwart der Mannschaften nämlich beim Aufbauspiel völlig aus. „Ich war insgesamt von dem fußballerischen Niveau extrem enttäuscht“, konstatierte Yasar und erklärte weiter: „Zum Teil hat das für mich nach Kopfballtrainingseinheiten ausgesehen, weil die Torhüter den Ball nur noch durch die Halle werfen. Wir haben uns diesem Niveau natürlich angepasst, aber das hat doch mit Hallenfußball nicht mehr viel zu tun.“

Ein Lob gab es von Yasar dennoch für die Veranstalter: „Der Stadtverband Sport treibender Vereine und das Sportamt haben das Turnier wieder klasse organisiert“, lobt Yasar. Quittiert wurde diese Tatsache durch erneut tolle Zuschauerzahlen. 650 Besucher waren die Halle gekommen. Zudem hatten die Organisatoren auf die Kritik der Auswechselbank-Positionierung reagiert und die Bänke wieder auf Höhe der Mittellinie gestellt. „Wir hatten auch keine andere Möglichkeit, weil wir die Mannschaften nicht auf der Tribüne unterbringen konnte“, erklärte Armin Vogt vom Sportamt, der sich mit dem Ablauf ebenfalls sehr zufrieden zeigte: „Ich denke, wir haben insgesamt ein tolle Turnier gesehen.“ Maximilian Storr

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