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    Koblenz

    Sportgymnastik: Mädchen sind mental überfordert

    "Wir haben sehr schöne Leistungen gesehen", stellte Gerhild Fischer fest, doch ganz zufrieden konnte die Landesfachwartin Rhythmische Sportgymnastik (RSG) beim Blick auf die Ergebnisliste des traditionellen Nikolausturnieres nicht sein: Die Turnerinnen des TV Mittelrhein gingen leer aus.

    Emily Hahn von den Sportfreunden Höhr-Grenzhausen kam beim Nikolausturnier in der Juniorenwettkampfklasse auf den 13. Platz. Foto: Heil
    Emily Hahn von den Sportfreunden Höhr-Grenzhausen kam beim Nikolausturnier in der Juniorenwettkampfklasse auf den 13. Platz.
    Foto: Heil

    Ob mit Seil, Ball, Reifen, Keule, Band oder ganz ohne Handgerät - in keiner der fünf Altersklassen von Kinder 8 bis Seniorinnen B schaffte es ein Mädchen von Veranstalter Sportfreunde (SF) Höhr-Grenzhausen oder der CTG Koblenz bei der beliebten Veranstaltung mit 100 Turnerinnen aus 22 Vereinen, der die Rythmo-Cats aus Luxemburg und Sparta Dordrecht einen internationalen Anstrich gaben, aufs Siegertreppchen der drei Bestplatzierten.

    Pauline Eltgen ist ein Sonderfall

    "Das war nicht immer so", sagte Gerhild Fischer rückblickend. Noch letztes Jahr, als das RSG-Nikolausturnen erst kurz vor Weihnachten in der Conlog-Arena auf dem Koblenzer Oberwerth stattfand, konnte sich Pauline Eltgen über einen dritten Platz freuen. "Sie ist ein Sonderfall, hat erst spät angefangen und ist mit Lust und Willen dabei", so Gerhild Fischer über die 16-Jährige von den SF Höhr-Grenzhausen, die vor gut einer Woche beim ersten Saisonwettkampf im niederländischen Dordrecht Zweite geworden war. Das klappte diesmal nicht, in der Freien Wettkampfklasse der B-Seniorinnen (Ü16) reichte es für sie nur zum neunten Rang. "Sie hat ihre Ballübung verturnt", erklärte Fischer. Es waren zu viele Schritte nötig, um den mehrfach ungenau in die Höhe geworfenen Ball wieder aufzufangen, "das wird leider sehr hart bestraft".

    Erst die Olympischen Spiele 2012 hatten Pauline Eltgen auf den Geschmack gebracht. "Ich kannte diese Sportart noch gar nicht und war sofort begeistert", erzählte die Schülerin, die im Koblenzer Hilda- Gymnasium die 11. Klasse besucht. Nach dem dritten Rang bei den TVM-Meisterschaften, gehandicapt durch die Nachwirkungen einer Bruchverletzung im rechten Fuß, verpasste sie bei den süddeutschen Meisterschaften die Qualifikation für den Deutschland-Cup, die DM der Wettkampfklasse. Immerhin erreichte sie zusammen mit Elisabeth Berioza, Lena Nussbaum, Rebecca Praass und Nicole Walth bei den deutschen Meisterschaften der Gruppengymnastik im Sommer in Chemnitz das Seniorinnen-Finale Freie Wettkampfklasse, "aber da hatten wir Pech mit dem Band, das sich während der Übung vom Stab löste". Ein Ersatzband musste her, das kostete Punkte und bedeutete schließlich den achten Rang.

    In ihrem zweiten Seniorinnen-Jahr heißt das Ziel wieder Deutschland-Cup, noch bereitet es keine Probleme, Schule und Sport zu verbinden: "Wenn es nicht mehr geht, turne ich nur noch in der Gruppe." Doch Gerhild Fischer sieht in der hohen Belastung durch die Ganztagsschule den Grund für die mäßigen Resultate beim Nikolausturnier, besonders in den unteren Altersklassen.

    Probleme mit Nachwuchs

    "Die Leistungsentwicklung im Bereich des TV Mittelrhein ist rückläufig, das betrifft vor allem den ländlichen Raum", betonte sie. "Die Mädchen haben keine Zeit und keine Kraft mehr für das Training, sie sind mental überfordert." Was sich in Höhr-Grenzhausen, wo Gerhilds Mutter Marlies Fischer vor fast 40 Jahren die Abteilung Rhythmische Sportgymnastik gründete, an der Mitgliederzahl festmachen lässt. 30 Mädchen zählt der Verein noch im Bereich RSG, "früher waren es mehr, aber wir haben Probleme mit dem Nachwuchs", so Gerhild Fischer. Und ihre Mutter ergänzt: "Es wird immer schwerer." Es klingt resignativ, wenn Marlies Fischer in die Zukunft blickt: "Rhythmische Gymnastik ist sehr aufwendig, und ich weiß nicht, ob es sich noch lohnt, in den Sport zu investieren." Weitermachen will Gerhild Fischer, trotz Krankheit die Chefin beim diesjährigen Nikolausturnier, "wenn die Gesundheit es zulässt".

    Von unserem Mitarbeiter

    Thomas Wächtler

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