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Ransbach-Baumbach

Gelungene Premiere macht Lust auf mehr: Olympia-Ringerinnen verleihen Titelkämpfen in Ransbach-Baumbach Glanz

183 Sportlerinnen aus 64 Vereinen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, 290 Kämpfe, dazu toller Sport und eine tolle Stimmung in der Halle: Die offenen Rheinlandmeisterschaften der Frauen, der weiblichen Jugend und der Schülerinnen in Ransbach-Baumbach waren ein Turnier der Superlative – und für einen kleinen Landesverband wie den Schwerathletikverband Rheinland eine große Herausforderung.

Spektakuläre Kämpfe auf hohem Niveau: Bei den offenen Rheinlandmeisterschaften in Ransbach-Baumbach machte sich deutlich bemerkbar, dass die Teilnahme für deutsche Kaderathletinnen Pflicht war.  Foto: Michelle Saal
Spektakuläre Kämpfe auf hohem Niveau: Bei den offenen Rheinlandmeisterschaften in Ransbach-Baumbach machte sich deutlich bemerkbar, dass die Teilnahme für deutsche Kaderathletinnen Pflicht war.
Foto: Michelle Saal

„Ich denke, wir haben es gut gemeistert und alles gut organisiert“, freute sich am Ende der Meisterschaften Udo Grieß (Sessenbach), der Frauenreferent des Schwerathletikverbandes Rheinland. Und sportlich haben ihn die gezeigten Leistungen der Ringerinnen begeistert. „Das war wirklich Spitzensport und eine tolle Werbung für das Frauenringen“, war er überzeugt.

Dass dies so war, dafür sorgten viele Weltklasseathletinnen, die zu diesen offenen Titelkämpfen gekommen waren. Mit Maria Selmaier, Luisa Niemesch, Aline Focken und Nina Hemmer waren die vier deutschen Olympiastarterinnen der Sommerspiele von Rio de Janeiro 2016 in Ransbach-Baumbach auf den Matten. Sie alle sind mehrfache Deutsche Meister, sie haben bei Welt- und Europameisterschaften schon Erfolge gefeiert, Alina Focken ist amtierende Vize-Weltmeisterin. Sie und viele andere erfolgreiche deutsche Ringerinnen waren der Garant für jede Menge spannende und mitreißende Mattenkämpfe, sehr zur Freude der Zuschauer und Fans, aber auch des Bundestrainers Patrick Loes, der die Kämpfe in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule aufmerksam am Mattenrand verfolgte.

Die Bundestrainer des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) hatten diese offenen Meisterschaften zu einem Pflichtturnier für die Kaderathletinnen des DRB aufgewertet, wodurch der Wettkampf in die Bewertung des DRB für die künftige Kadereinstufung, aber auch mögliche Nominierungen für internationale Wettkämpfe einfließen wird. Ein weiterer Anreiz für die Sportlerinnen, gute Leistungen zu zeigen. „Und das konnte man auch sehen. Sportlich war dieses Turnier wirklich auf einem sehr hohen Niveau“, so Udo Grieß, der auch stellvertretender DRB-Frauenreferent und Mitglied des DRB-Frauenausschusses ist. In diesem Spitzenfeld hatten es die gerade mal sieben Ringerinnen aus dem Schwerathletikverband Rheinland – eine Sportlerin von der WKG Metternich/Rübenach, sechs Athletinnen vom ASV Karthause – natürlich schwer. Immerhin konnten Vilianna Baulin bei den Schülern in der Gewichtsklasse bis 23 Kilogramm und Evgenija Fischer in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm gewinnen. Beide gehören dem ASV Karthause an.

Die Vereinswertung der 60 Teams gewannen die Sportlerinnen des Ringerverbandes Sachsen vor dem AC Ückerath. Der Verein aus Nordrhein-Westfalen stellte mit 18 Teilnehmern das größte Kontingent, aus Sachsen kamen 14 Sportlerinnen, es war die zweitgrößte Mannschaft in Ransbach-Baumbach.

Bewegend und emotional wurde es zu Beginn des Turniers, als die deutsche Frauen-Nationalmannschaft, aber auch die anderen Sportlerinnen einer großen Ringerin gedachten, die vor wenigen Tagen viel zu jung verstarb: Yvonne Englich. Sie war selbst viele Jahre eine deutsche Spitzenringerin und feierte nationale wie internationale Erfolge. Marion Pangsy aus Koblenz, viele Jahre Präsidentin des Schwerathletikverbandes Rheinland und frühere DRB-Frauenreferentin, erinnerte an diese große Athletin – und die Halle hielt für einen Moment inne. Bewegende Augenblicke in Ransbach-Baumbach.

Zufrieden zeigte sich Thomas Ferdinand (Großholbach), der Präsident des Schwerathletikverbandes Rheinland, mit diesen offenen Rheinlandmeisterschaften im Frauenringen, die in Ransbach-Baumbach ihre Premiere erlebten. „Es hat hier alles gut gepasst, sportlich war das einfach nur begeisternd und auch organisatorisch lief alles prima“, meinte er. Für Freude sorgte dabei auch, dass aus dem ganzen Verband Helferinnen und Helfer in den Westerwald gekommen waren, um dafür zu sorgen, dass alles reibungslos verlief: aus den Koblenzer Vereinen, aus Boden, aus Bad Kreuznach und Langenlonsheim. „Und was mich am meisten freute, war, dass auch Vertreter von Vereinen mithalfen, bei denen der Ringersport derzeit ruht, so wie beim VfL Alsbach“, betonte Thomas Ferdinand. Aber die große Unterstützung aus dem gesamten Verband sei für ihn eine tolle Erfahrung. Udo Grieß meinte: „Diese Meisterschaften haben viel Arbeit gemacht, sie waren anstrengend, aber sie haben sich gelohnt.“

Nun hofft der Schwerathletikverband Rheinland ein wenig darauf, dass der Deutsche Ringer-Bund im kommenden Jahr erneut die offenen Rheinlandmeisterschaften zu einem Kaderturnier aufwertet. „Wir würden es gerne 2019 wieder machen und würden uns sehr darüber freuen, wenn der DRB dazu bereit ist“, sind Thomas Ferdinand und Udo Grieß einer Meinung.

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