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    Mainz

    Wildpinkler – Achtung: Diese Mauer pinkelt zurück!

    „Achtung, Mauer pinkelt zurück!“ Solch ein Schild steht demnächst in Mainz zu Füßen des Rathauses am Treppenaufgang vom Rheinufer. Die verwinkelte, enge Stelle ist ein „neuralgischer Punkt“, wie Burkhard Hofmann, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung der Stadt Mainz, das nennt: Nachtschwärmer verrichten hier gerne ihre Notdurft, die grauen Steinwände sind schon ganz gelb - und es stinkt gewaltig.

    Die Mauer schlägt zurück: Burkhard Hofmann vom Mainzer Ordnungsamt führt ihn vor, den Effekt, der Wildpinkler abschrecken soll. Foto: G. Kirschstein
    Die Mauer schlägt zurück: Burkhard Hofmann vom Mainzer Ordnungsamt führt ihn vor, den Effekt, der Wildpinkler abschrecken soll.
    Foto: G. Kirschstein

    Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein

    Damit könnte nun bald Schluss sein, denn fortan pinkelt die Mauer hier zurück: Mainz erprobt hier seit Montag einen neuartigen Lack, und der wirft die Flüssigkeit praktisch im selben Winkel auf den Verursacher zurück. "Es wirkt", sagt Hofmann beim Test, und weist auf die Wasserspritzer auf seiner Hose, "man sieht es ja." In der Tat spritzt die Mauer gewaltig, der Erschreckenseffekt ist durchaus gewollt. "Wir versprechen uns davon, dass die Pinkler sensibilisiert werden", sagt der Mainzer Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP).

    Wildpinkler sind kaum zu fassen

    Wildes Pinkeln - in vielen Städten ist das ein Problem. Gerade die Mainzer Innenstadt ist betroffen, und das nicht nur an Fastnacht. Sich irgendwo hinstellen und dem Bedürfnis seien freien Lauf lassen - auch an ganz normalen Alltagen kommt das an vielen Stellen der Mainzer Innenstadt regelmäßig vor. "Wir wollen ja ein reges Nachtleben", sagt Ulrich Helleberg, Chef des Mainzer Ordnungsamtes. Man könne ja weggehen und Spaß haben - aber danach solle man doch bitte nicht einfach gegen fremde Wände pinkeln. 85 Verfahren gegen Wildpinkler führte die Stadt im Jahr 2015 durch - Tendenz stark steigend. Die meisten aber werden gar nicht erwischt, zurück bleiben nur ihre stinkenden Hinterlassenschaften. "Das ist im höchsten Maße unattraktiv, der Schaden für die Stadt erheblich - auch was das Image angeht", sagt Sitte. In der Vergangenheit suchte die Stadt nach verschiedenen Methoden dagegen: An Festen und Fastnacht wurden mehr Toiletten aufgestellt, Plakatkampagnen mit Slogans wie "Respect the City" warben für den Toilettengang - weitgehend vergeblich.

    Deshalb erprobt die Stadt nun auf zehn Quadratmetern drei verschiedene Speziallacke an der Hauswand. Vorbild ist St. Pauli, dort erprobte eine Initiative seit März 2015 die spezielle Hauswandbeschichtung - mit großem Erfolg, wie Sitte sagt. Auch aus Köln und San Francisco gebe es bereits positive Erfahrungen. Die Kosten halten sich im Rahmen: Rund 25 Euro kostet der Quadratmeter. Die Hoffnung der Stadt: dass auch private Hausbesitzer den Speziallack nutzen.

    Mit Spritzpistolen getestet

    Und so standen am Montag die städtischen Verantwortlichen vor der grauen Wand am Rathaus und erprobten mit Spritzpistolen voll Wasser die Wirkung. Der Speziallack soll nun vier Monate lang erprobt werden. "Wir gucken, ob es funktioniert", sagte Sitte - danach habe die Stadt schon eine Reihe weiterer Objekte im Fokus. Das Warnschild an der Wand sei schon aus Haftungsgründen nötig, sagte Hofmann - und wegen der erzieherischen Wirkung.

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