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Westerwaldkreis

Westerburg: Von Polizisten verprügelter Mann hatte angeblich ansteckende Krankheit

Während Menschen in ganz Deutschland entsetzt sind über das Video, auf dem zu sehen ist, wie Polizisten in Westerburg einen am Boden liegenden Mann verprügeln, wird eine mögliche Erklärung für den Gewaltakt bekannt. Der Festgenommene soll eine ansteckende Krankheit haben und mitunter sehr aggressiv auftreten.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Das zumindest behauptet Walter K. (Name geändert) gegenüber unserer Zeitung, der den 27-Jährigen kennt und sich selbst unverblümt der "Westerwälder Szene" zuordnet, die unter anderem mit Drogen handelt. Unterdessen haben sich auch Staatsanwaltschaft, Polizeipräsidium und Innenminister Roger Lewentz zu dem Vorfall geäußert.

Nach den Angaben hat der 27-jährige Deutsche Hepatitis C, eine Krankheit, gegen die es keine Impfung gibt und die nur bedingt behandelt werden kann. Übertragen wird diese etwa durch Speichel oder Blut. Laut Walter K. könnte genau das der Hintergrund für die Auseinandersetzung mit der Polizei gewesen sein: "Manchmal droht der bei Streitigkeiten: Passt auf! Sonst stecke ich euch alle an und spuckt durch die Gegend."

Da der 27-Jährige der Polizei bereits aktenkundig war und wegen mehrerer Straftaten gesucht wurde, lässt sich zumindest vermuten, was sich zugetragen haben könnte, bevor das im Internet veröffentlichte Video beginnt. Sollte sich der 27-Jährige den Polizisten widersetzt und sie entsprechend bedroht haben, wäre dies zumindest eine Erklärung für den Ausraster der Beamten. Entschuldigen lässt sich ihr Verhalten deshalb aber nicht.

Laut Staatsanwaltschaft wird nun jedenfalls gegen zwei Polizeibeamte aus Westerburg ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet. Grundlage hierfür ist das am Donnerstag auf rhein-zeirtung.de veröffentlichte Video. Gegen die beiden Beamten besteht der Verdacht, am Nachmittag des 22. Mai 2013 einen 27-jährigen deutschen Staatsangehörigen, den sie zuvor wegen des Verdachts mehrerer Straftaten vorläufig festgenommen hatten, geschlagen und getreten zu haben. Gleichzeitig wurde ein gesondertes Ermittlungsverfahren gegen einen weiteren Polizeibeamten und eine Polizeibeamtin aus Westerburg wegen Strafvereitelung im Amt eingeleitet. Denn auf dem Video ist zu sehen, dass sie weder während der Tat gegen ihre Kollegen eingeschritten sind. Auch haben sie in der Folgezeit keine Strafanzeige gegen die prügelnden Kollegen erstattet.

Die Behördenleitung des Polizeipräsidiums hat gegen die auf dem Video zu sehenden Mitarbeiter der Polizeiinspektion Westerburg disziplinarrechtliche Untersuchungen eingeleitet. Mit sofortiger Wirkung werden die Beamtin und die drei Beamten bis zum Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu anderen Dienststellen versetzt. Polizeipräsident Horst Eckhardt: "Wir wollen eine umfassende Aufklärung des Sachverhaltes. Aus diesem Grunde habe ich sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Staatsanwaltschaft Koblenz in Kenntnis gesetzt, die die Ermittlungen übernommen hat. Vom Abschluss dieser Ermittlungen hängen auch die weiteren disziplinarrechtlichen Entscheidungen ab."

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