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    Betzdorf

    Warnstreik bei Schäfer Shop

    Die Mitarbeiter von Schäfer Shop in Betzdorf kämpfen um ihre Arbeitsplätze und den Erhalt von Tarifverträgen. Lohndumping wird der Kampf angesagt. Am Donnerstag gibt es einen Warnstreik bis Mitternacht.

    Betzdorf - Die Mitarbeiter von Schäfer Shop in Betzdorf kämpfen um ihre Arbeitsplätze und den Erhalt von Tarifverträgen. Lohndumping wird der Kampf angesagt. Am Donnerstag gab es einen Warnstreik, der bis Mitternacht andauerte. Kein Lkw verlies das Lager in Betzdorf.

    Rund 300 Mitarbeiter zogen vom Werk in Bruche in die Betzdorfer Innenstadt vors Rathaus. Die Öffentlichkeit wird gesucht. Druck auf die Firmeninhaber, die Familie Schäfer in Neunkirchen, soll aufgebaut werden. Denn es gehe nicht an, dass hier rund 80 Vollarbeitsplätze verschwinden und die dann noch verbleibenden 168 Vollzeitarbeitsplätze an den Standorten Burbach und Betzdorf in einer neuen Firma mit Billiglöhnen abgespeist werden. In Betzdorf soll nach Umbau des bestehenden Logistiklagers nur noch eine Paketfabrik (Versand aller Dinge per Post) mit 70 Vollarbeitsplätzen bleiben.

    Dagegen wehren sich die Mitarbeiter energisch. Gefordert werden Tarifverhandlungen, um vernünftige Reglungen zu finden. Doch da, so Verdi-Landesbezirksleiter Uwe Klemens, zeige sich keine Bewegung bei Schäfer Shop. Von Geschäftsführer Dirk Lessing komme da keine Reaktion. Der sei da völlig emotionslos. Der Verdi-Chef ging aber auch die Familie Schäfer an, die mit zu den 152 reichsten Bürgern von Deutchland gehöre. Auf 600 Millionen Euro wird das Vermögen geschätzt.

    Klemens kritisiert, dass die Familie Schäfer nicht genügend ins Werk in Betzdorf investiert habe. Vor 36 Jahren sei das Logistikzenrum in Bruche gebaut worden. Dann sei da nur Geld herausgezogen worden. Eine nun anstehende Modernisierung und der Teilumzug nach Burbach erfolge nun auf dem Rücken der Mitarbeiter.

    Vor dem Rathaus in Betzdorf wurde Bürgermeister Bernd Brato um Unterstützung gebeten. Der sagte, dass er um jeden Arbeitsplatz in Betzdorf kämpfen werde. „Das habe ich bei Wolf-Garten getan und das werde ich bei Schäfer Shop tun.“ Aber ob er damit Erfolg habe, das wisse er nicht. Denn er sei hier nicht die handelnde Person. Brato verwies auch schon auf den großen Aderlass für Betzdorf durch Schäfer Shop hin. Hunderte von Arbeitsplätzen wurden hier bereits abgebaut. 

    Scharf griff Brato das Unternehmen und die Familie Schäfer wegen der geplanten Tarifflucht an. Das gehe nicht an. „Für gute Arbeit muss guter und gerechter Lohn bezahlt werden.“ Die Mitarbeiter müssten sich darauf verlassen. Denn auch deren Familien hätten eine Lebensplanung und finanzielle Verpflichtungen. „Da ist ein  gerechter Lohn von dem jeder leben kann notwendig.“ Lohndumping ist für Brato eine Sache, die „in einer demokratischen Welt nicht sein darf“. Der Weg zu mehr und mehr Lohndumping führe in ein dunkles Loch.  

    Betriebsratsvorsitzender Rainer Stockschläder war schon stolz auf seine Mannschaft, die in der Stärke durch Betzdorf gezogen ist. „Das macht Mut.“ Und es gehe auch um den Zusammenhalt des Unternehmens. Eine Ausgliederung in andere Betriebe mit Billiglöhnen werde nicht akzeptiert. Weitere Aktionen kündigen die Mitarbeiter von Schäfer Shop schon an. Unterschriften sollen gesammelt werden und auch weitere Warnstreiks können nächste Woche folgen. Der Protest soll stark in die Öffentlichkeit getragen werden.

    Aber erst einmal sollen die Familie Schäfer und die Geschäftsführung von Schäfer Shop ein Wochenende zum Nachdenken haben. Ob das hilft? Da waren nicht alle besonders optimistisch. Aber eine Mitarbeiterin von Schlecker in Betzdorf verdeutlichte, dass sich das kämpfen lohnt. So sei es auch bei Schlecker gewesen.

    Nun wird eine vernünftige Regelung für die Leute von Schäfer Shop auf dem Verhandlungsweg eingefordert.

    Was nicht geht, verdeutlichte Verdi-Chef Klemens, ist, dass das Unternehmen Schäfer mit einer Dienstleistungs GmbH in Burbach einen neuen Tarifvertrag zu schlechteren Konditionen mit Verdi in NRW abschließt. „Da spielt Verdi in NRW nicht mit.“

    Mitarbeiter von Schäfer Shop protestieren
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