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Rheinland-Pfalz

Unsere Wirte fürchten bayerische Verhältnisse

Die Hoteliers und Gastwirte im Land sind alles andere als begeistert von der Entscheidung in Bayern, das Rauchen in öffentlichen Räumen komplett zu verbieten.Wie eine Umfrage unserer Reporter ergab, befürchten die meisten große Einbußen für die Wirte, sollte Rheinland-Pfalz dem bayerischen Modell folgen.

Rheinland-Pfalz. Die Hoteliers und Gastwirte im Land sind alles andere als begeistert von der Entscheidung in Bayern, das Rauchen in öffentlichen Räumen komplett zu verbieten.

Wie eine Umfrage unserer Reporter ergab, befürchten die meisten große Einbußen für die Wirte, sollte Rheinland-Pfalz dem bayerischen Modell folgen.

In Mainz hat das Rauchverbot vor allem den kleineren Gaststätten deutliche Umsatzeinbrüche beschert. Nach Angaben des Dehoga-Kreisvorsitzenden Walter Hubel haben einige Lokale ihre Pforten geschlossen, weil sich der Betrieb nicht mehr gerechnet hat.

Etwas abgefangen wurde diese Entwicklung zwar durch die Lockerung des Gesetzes, dass dort geraucht werden darf, wo sich keine Mitarbeiter im Schankraum aufhalten. „Das hat kleineren Gastronomiebetrieben etwas Spielraum verschafft“, weiß Hubel. Doch: „Es ist nichts mehr so, wie es früher war.“

Auch Gertrud Ostermann, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes im touristisch so gut ausgebauten Kreis Cochem-Zell, stöhnt auf, wenn sie an ein drohendes absolutes Rauchverbot nach dem Vorbild Bayerns denkt: „Das ist dann endgültig das Aus für viele kleine Kneipen.“ Denn die leben vom Thekengeschäft, „und da gehört zum Bier einfach für viele immer noch die Zigarette“. Auch hätten viele Wirte bereits reagiert und Raucherräume geschaffen. Diese Investitionen dürften jetzt nicht konterkariert werden.

Im Kreis Neuwied will sich der Hotelier und Dehoga-Vorsitzende Kajo Elbern zunächst nur als Privatmann äußern: „Über eines müssen wir uns im Klaren sein, eine Volksabstimmung bei uns könnte zum gleichen Ergebnis wie in Bayern führen.“ Er sagt auch: „Bisher hat doch der Nichtraucher immer noch die Möglichkeit, sich dem Rauch zu entziehen.“ Er selbst ist Nichtraucher und hat 40 Jahre „an vorderster Front“ ohne gesundheitliche Schäden überstanden. Und er sagt: „Wenn Leute nach dem Essen nicht mehr rauchen dürfen, kommen sie nicht mehr, das ist die Praxis.“

Karl-Heinz Breidenbach aus Rheinböllen, Dehoga-Kreisvorsitzender im Rhein-Hunsrück-Kreis, sieht das etwas differenzierter: „Die Entscheidung kam überraschend, dennoch finde ich es gut, dass es so kam, denn es muss ja mal ne Ordnung rein.“ Zudem geht er davon aus, dass Bayern kein Einzelfall bleiben wird: „Ich begrüße die Entscheidung und gehe davon aus, dass Rheinland-Pfalz nachziehen wird. Für unsere Gastronomie wäre es ein Rückschlag, aber wenigstens wäre mal eine klare Linie in der Thematik drin.“

Von unserern Reportern

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