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    Trojaner auf dem PC: Erzieher erpresste Nacktfotos von Mädchen

    Er hat das Intimleben von 13 bis 16 Jahre alten Mädchen ausgespäht, hat ihre Intimfotos auf seinem Computer gespeichert, die Mädchen schwer unter Druck gesetzt. Nun wurde ein 25-Jähriger zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt.

    Webcams
    Der Täter hat schädliche Programme eingesetzt, die im Hintergrund die Webcams manipulieren.

    Mayen/Mendig - Er hat das Intimleben von 13 bis 16 Jahre alten Mädchen ausgespäht, hat ihre Intimfotos auf seinem Computer gespeichert, die Mädchen schwer unter Druck gesetzt. Die Masche war immer dieselbe: Der 25-jährige Mann wurde jetzt verurteilt.

    Er hatte einen Trojaner auf dem Computer der Teenager installiert und Zugriff auf deren Webcam und den PC erhalten.

    Wegen schwerer sexueller Nötigung und Drohung sowie wegen des Besitzes von rund 1000 kinderpornografischen Dateien erwarten den gelernte Heilerziehungspfleger nun zwei Jahren und neun Monaten Haft. Ein ähnlicher Fall in Aachen hatte im vergangenen Jahr bundesweit Schlagzeilen gemacht.

    Der Staatsanwalt verlas rund 40 Minuten lang die Anklageschrift. Jeder der 88 Fälle kam zur Sprache, auch wenn die Masche des 25-Jährigen immer dieselbe war. Über soziale Netzwerke nahm er Kontakt zu seinen späteren Opfern auf - alles Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren. In einem Fall handelte es sich sogar um ein Kind von 12 Jahren.

    Hatte der Mann aus der Verbandsgemeinde Mendig erst das Vertrauen der ahnungslosen Opfer erschlichen, setzte er seinen abartigen Entschluss in die Tat um. Unter dem Vorwand ein neues Spiel entwickelt zu haben, schickte er den minderjährigen Mädchen eine Datei, damit diese das Spiel testen können. Was die Mädchen nicht wussten war: Beim Öffnen der Datei startete automatisch ein „Trojaner“, ein Programm, auf ihrem PC, mit dem der Mann auf die Computer samt Webcams zuzugreifen und die PCs der Mädchen quasi fernzusteuern konnte.

    Im Anschluss forderte er seine jungen Opfer auf, Nacktfotos von sich zu schicken, oder aber sich vor laufender Kamera auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Er drohte den Opfern damit, ihre Computer zu zerstören  und zeigte ihnen, dass er die Macht über das Gerät besitzt, in dem er die PCs herunterfahren ließ oder die Zugangsdaten änderte.

    In 36 Fällen lehnten die Mädchen ab und ließen sich nicht einschüchtern. Bei vielen anderen zog die Masche, aus Angst taten sie das, was der Angeklagte verlangte. Rund 500 Mal hat der 25-Jährige auf fremde Rechner zugegriffen, 1500 Bilder aus dem Intimbereich der Mädchen, sowie 3000 Bilder aus den ferngesteuerten Webcams konnte die Polizei, neben den weiteren 1000 kinderpornografischen Dateien und Videos  auf dem Rechner des Mendiger sicherstellen.

    Recht emotionslos gab der Beschuldige die Vorwürfe zu und versuchte seinen Antrieb zu erklären: „ Das triebhafte Verlangen habe ich eigentlich nur in der virtuellen Welt, im realen Leben habe ich kein sexuelles Verlangen nach Kindern“, sagte er offen vor Gericht. Pädophil sei er nicht, jedoch sei es in der Zeit für ihn wie seine Sucht gewesen, diese Macht auszuüben und auch seinen sexuellen Trieb auszuleben.

    Brisanterweise ist der Angeklagte gelernter Heilerziehungspfleger und absolvierte 2006 ein Praktikum in einem Kindergarten. Grund genug für den Staatsanwalt von einem „erheblichen Gefährdungspotenzial“ durch den Angeklagten zu sprechen. Er forderte drei Jahre und neun Monate Haft. Richter Joachim Anheier attestierte ihm eine erhebliche kriminelle Energie, denn er habe Stunden vor dem Computer verbracht, um seine Ziele zu verfolgen. Er bezeichnete ihn als emotionslos, jedoch hielt ihm das Gericht zugute, dass er keine massiven Drohungen ausgeübt hat, keine dieser  in die Tat umgesetzt hat und bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist.

    Im Juli 2010 war der Fall eines Mannes aus dem Raum Aaachen bekanntgeworden, der sich ebenfalls über einen Trojaner Zugang zu den Computern von mindestens 150 Mädchen verschafft haben soll - unter anderem um sie zu beobachten und Daten herunterzuladen. Der Mann ist zwischenzeitlich verurteilt worden - zu einer Strafe auf Bewährung.

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